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Steal is real: Schicke Retro-Renner

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Schönheiten aus Stahl Was bei Vintage-Rennrädern zu beachten ist

Alte Rennräder sind begehrt. Schicke Stahlklassiker gibt es mitunter schon für um die 200 Euro. Doch was sind solide Einstiegsmodelle und woran erkennt ein Laie, ob sein Wunschfahrrad unfallfrei ist?

Filigrane Stahlrohre, grazile Speichen, schmale Reifen und oft knallbunte Farben: Alte Rennräder liegen im Trend, nicht nur in Großstädten. Aber wie kommen Neugierige an einen Vintage-Renner? Und worauf müssen sie achten? "Auf dem Flohmarkt findet man viel, aber auch viel Mist", sagt David Koßmann vom Pressedienst Fahrrad. Im Internet ist das Angebot größer, etwa auf Auktions- oder Kleinanzeigenportalen. In einigen Städten gibt es mittlerweile auch Spezialgeschäfte.

Die alten Rahmen aus den Siebziger- bis Neunzigerjahren sind in der Regel gemufft, teilweise oder ganz verchromt. Das macht sie sehr haltbar. Ein weiterer Vorteil: Schäden zeigen sich bei Stahl sehr gut. Die Rohre sollten immer gerade und das Rad nicht verzogen sein. Dabei können Kaufinteressenten auf die Silhouette mit in sich geradem Oberrohr achten. Ein leichter Bogen deutet hier etwa auf einen Aufprall hin.

"Kleine, fingernagelgroße Dellen etwa am Oberrohr können aber noch verkraftbar sein", sagt Koßmann. Zeigen sich aber auch noch Risse im Lack an Stellen, die etwas gebogen aussehen - Finger weg! Rost dagegen kann bei Stahl durchaus normal sein - etwa da, wo das Hinterrad an den Ausfall-Enden eingeklemmt ist.

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Steal is real: Schicke Retro-Renner

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Wer das Rad nicht komplett auseinandernehmen und hineingucken kann, hebt es zumindest einmal hoch und dreht es. "Rieselt es im Inneren, ist das kein gutes Zeichen", sagt Koßmann. Vielleicht sind es nur ein paar Metallspäne, vielleicht Rost. Steht so ein Rad 20 Jahre im feuchten Keller, kann in Hohlräumen gesammeltes Wasser die Rohre innen rosten lassen, obwohl von außen noch alles gut aussieht.

Schäden erfühlen

Steht die Gabel in einem ungewöhnlich steilen Winkel sehr nah am Unterrohr, sei das oft ein typisches Resultat eines gar nicht so seltenen Auffahrunfalls, sagt Arne Göbbels vom Fachgeschäft Steel Vintage Bikes in Berlin. Solche Schäden lassen sich auch fühlen. "Einfach im Bereich der Gabel das Unterrohr entlangstreichen und auf Beulen und Dellen achten."

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Retro-Rennräder: Ungebremstes Glück

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Eine Probefahrt mit dem Wunschobjekt ist Pflicht, schon allein wegen der korrekten Größe. "Denn bei aller Liebe zum Retro-Bike, wenn ich nicht richtig mit dem Rad klarkomme und nicht an die Bremshebel drankomme, ist das ganz weit weg von verkehrssicher", sagt Koßmann.

Auch gut erhaltene Modelle brauchen zumindest einen Check, um zu prüfen, ob alles noch fest ist und welche Verschleißteile vielleicht bald zu tauschen sind. Der allein kann etwa 30 bis 40 Euro kosten, sagt Göbbels, plus eventuelle Austauscharbeiten.

Schickes Sommerrad ab etwa 200 Euro

Die Preisspanne für die Renner selbst ist enorm - von etwa 100 Euro bis zu mittleren fünfstelligen Beträgen. Ein schickes Zweirad für den Sommer gibt es schon für um die 200 Euro. Eventuell sind dann noch zwei- dreihundert Euro zu investieren, je nach dem was man selber machen kann, so Koßmann.

Typische Einsteigermodelle stammten oft von Marken wie etwa Giant, Motobecane oder Peugeot die damals den Massenmarkt bedienten, zählt Göbbels auf. "Wenn man Glück hat, sind die auch noch in einem sehr guten Zustand." Für ihn ein Preis-Tipp für alle, die einfach mal das Fahrgefühl mit so einem alten Rad kennenlernen wollen.

Ab etwa 1000 Euro beginnen sehr gute Räder bekannter Marken, die sich zwischen den 1970 und 1990 ernsthafte Amateursportler kauften. So ein solider Einstiegsklassiker ist unter anderem das Modell Champion Mondial von Gazelle oder das Peugeot PX 10. Weitere gefragte Marken sind Bianchi, Colnago oder Pinarello.

Ob Massenware für wenige hundert Euro oder die Rarität für mehrere tausend, in die Wartung müssen die Besitzer in der Regel nicht mehr investieren als bei modernen Rädern. Nur wenn die alten Stahlklassiker nass werden, sollten sie alsbald trocken gerieben werden. Trocken und warm sollten sie auch geparkt werden.

Härter, direkter, flexibler

Im Gegensatz zum Hollandrad oder Citybike fährt sich ein Rennrad härter, direkter und der Radler kann am Rennlenker gleich mehrere Griffpositionen und Haltungen Rad einnehmen. Zum Schalten müssen die Hände zu den entsprechenden Hebeln am Unterrohr greifen.

"Auch an Hakenpedale mit Riemchen muss man sich gewöhnen", sagt Rennrad-Sammler Joachim Faulhaber. Denn wer besonders stilecht fahren will, nutzt original Pedale. Doch aus denen kommt man bei einem drohenden Sturz nicht so schnell heraus wie aus modernen Klickpedalen. Alternativ lassen sich auch alle erdenklichen Pedale, etwa auch Plattformpedale anschrauben. Nicht authentisch, aber gerade im Stadtalltag problemloser.

Tabu im Alltag sind dagegen alte Helme. "Diese Sturzringe aus den Siebzigern und Styroporschüsseln aus den Neunzigern haben keinerlei Schutzwirkung mehr", sagt Koßmann. Sie taugen allenfalls zu Schauzwecken oder auf klassischen Ausfahrten.

Peter Löschinger, dpa / löw

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