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Weine für Entdecker Deutscher Chardonnay – mehr als okay

Seit 30 Jahren darf Chardonnay in Deutschland angebaut werden. Einige Winzer haben die Zeit genutzt, um daraus Spitzenweine zu machen. Sieben Empfehlungen von fruchtig schlank bis charakterstark.
Von Gerald Franz

Chardonnay ist nicht jedermanns Sache – das gilt offensichtlich auch für die Winzer. Laut Deutschem Weininstitut liegt die 1991 zugelassene Weißweinsorte auf Platz sieben der weißen Rebflächen, zwischen den Sorten Kerner und Bacchus. Das ist nicht verwunderlich, von sich aus ergibt die Traube selten spannende Weine; der Winzer muss nach der Vergärung noch mal richtig ran. Ausbau nennt man diesen Schritt der Weinbereitung.

Voraussetzung sind hervorragende Trauben – und, mit Methoden wie Holzeinsatz, malolaktischer Fermentation, Bâtonnage (Aufrühren der Hefe) oder Hefelager richtig umgehen zu können. Wer hier nur Bahnhof versteht, wird den Unterschied trotzdem schmecken: Der Wein gewinnt über seine leichte Fruchtigkeit hinaus an Aromatik und Komplexität. Großes Vorbild ist immer Burgund. Doch während alle Welt nach Chablis oder Montrachet giert, stehen ambitionierte Chardonnays hierzulande immer im Schatten des Rieslings. Der Winzer muss sich also schon etwas trauen. Zumal der Aufwand seinen Preis hat.

Die Nische für die Spitzen-Chardonnays ist übrigens noch kleiner als die Rebsorte insgesamt. Deswegen sind einzelne Weine oder Jahrgänge nicht immer verfügbar.

Die ewige Frage, wie burgundisch das alles ist, führt nicht weiter. Burgund ist Burgund. Fakt ist: Bei einigen deutschen Winzern ist der Chardonnay in nur drei Jahrzehnten ganz schön groß geworden. Sieben Beispiele:

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Chardonnay-Empfehlungen

Wein ist immer verflochten mit Menschen und ihren Geschichten. Einige davon zu erzählen, hat sich der Autor zur Aufgabe gemacht. Nachzulesen auf seinem Blog Weinsprech .