Abenteuer-Brettspiele Fantasy für Familien

Mäusekrieger, Elfen und ferne Welten: Bei diesen drei Spielen entwickeln sich die Charaktere mit jeder Partie weiter - das bietet Unterhaltung für viele spannende Runden.
Maus und Mystik: Die Geschichte der tapferen Mäusekrieger zieht nicht nur Kinder in den Bann

Maus und Mystik: Die Geschichte der tapferen Mäusekrieger zieht nicht nur Kinder in den Bann

Foto: Maren Hoffmann

Maus und Mystik: Mit Käse gegen den Kater

Sterben muss hier keiner - man kann höchstens gefangen genommen werden. Ratten, Spinnen, Kakerlaken und angriffslustigen Tausendfüßlern wird allerdings gnadenlos der Garaus gemacht. Maus und Mystik ist ein hinreißend poetisches und schön gestaltetes, kooperatives Geschichtenspiel über elf Kapitel (mit mittlerweile etlichen Erweiterungen), das schon Kinder ab sieben Jahren in seinen Bann zieht, aber auch für Erwachsene spannend bleibt. Die Spieler schlüpfen in die Rolle von Mauskriegern, die die Machenschaften der bösen Königin Vanestra vereiteln wollen (und dabei sowohl dem Besen der Köchin als auch dem fiesen Kater geschickt aus dem Weg gehen müssen).

Foto: Maren Hoffmann

Jede Maus hat eigene, besondere Fähigkeiten - es gibt Heiler und Zauberer, Diebe und Kämpfer. Gemeinsam geht es auf eine Reise durch die geheimen Gänge und Winkel des Königsschlosses, die aus variablen Spielplanteilen immer wieder neu zusammengesetzt werden. Die Mäuse müssen gut zusammenhalten, viel Käse sammeln und einander unterstützen, um ihre Charaktere weiterzuentwickeln und alle Ziele zu erreichen. Noch mehr Spaß macht es, wenn man die detailreichen Figürchen vor dem Spielen bemalt.

Hand drauf: Märchenliebhaber, Teamplayer und Menschen, die Mäuse mögen

Finger weg: Alle, die im Spiel lieber eine Pumpgun als eine Pfefferkornschleuder schwingen

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Asmodee | ZMan | Maus und Mystik | Grundspiel | Kennerspiel | Brettspiel | 1-4 Spieler | Ab 7+ Jahren | 60+ Minuten Spielzeit | Deutsch

Ab 59,99 €

Preisabfragezeitpunkt

27.11.2022 10.16 Uhr

Keine Gewähr

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Ultraquest: Tiefenentspanntes Endlos-Abenteuer

Keine Sorge, wenn man mit den Regeln nicht so zurechtkommt, schreibt Autor Markus Still: "Wenn man mal etwas nicht weiß, dann kann man es auch einfach übergehen oder sich selber etwas Tolles einfallen lassen." Ultraquest ist eine fein austarierte Mischung aus Brett- und Rollenspiel. Jeder Spieler führt eine vierköpfige Heldengruppe über die Landkarte von Ultimor. Dabei hat man die Wahl zwischen acht Rassen, von Elfen über Zwerge bis zu Halborks, und fünf Rollen, vom Dieb bis zum Zauberer. So weit, so fantasy; erst im Zusammenspiel der eigenen Gruppe zeigt sich, was eine gute Mannschaft ist - und dass man in manchen Situationen einfach nicht weiterkommt, wenn man ganz ohne weibliche Helden (oder mit einer reinen Frauentruppe) unterwegs ist.

Foto: Maren Hoffmann

Die spielerische Interaktion zwischen den im Grunde beliebig vielen Spielern (optimal sind zwei oder drei) ist gering, aber die Geschichten aus dem dicken, interaktiven Abenteuerbuch ziehen alle gemeinsam in den Bann. Jeder würfelt an seinem Ort aus, welche Szene ein Mitspieler vorlesen soll. Dann muss man sich für eine Handlungsoption entscheiden; oft kommt es zum Würfelduell - es winken Geld, Ruhm, interessante Gegenstände und manchmal der Tod. Was passiert, entscheidet letztlich oft das Würfelglück, aber auch eine geschickte taktische Aufstellung und Weiterentwicklung der eigenen Charaktere spielt eine große Rolle.

Für jeden Helden in der eigenen Gruppe sowie die Gruppe selbst gibt es einen Zettel, auf dem Fähigkeiten und Ausrüstung vermerkt werden, natürlich mit Bleistift, denn alles ändert sich ständig - man ist also die ganze Zeit am Notieren, Radieren, Optimieren. Die ersten Helden segnen erfahrungsgemäß recht schnell das Zeitliche. Hochfliegende Gruppennamen wie "Die Unsterblichen" weichen bald solchen wie "Die Opfer" oder "Bitte lasst uns leben".

Das Ganze ist aber ein Heidenspaß - und eignet sich hervorragend für Familien, weil die anderen problemlos weiterspielen können, auch wenn einer mal ein paar Runden aussetzen möchte. Man kann jederzeit ein- und aussteigen oder auch die komplette Partie unterbrechen und muss dann nur notieren, wer wo auf dem Spielplan stand. Die Spieldauer ist frei wählbar, aber in der Regel spielt man Ultraquest viele, viele Stunden lang.

Hand drauf: Geschichtenfans und Gernewürfler, verspielte Vorleser und Glücksritter

Finger weg: Leute, die glauben, dass das Glück sie aus Prinzip meidet - und über nahezu jedes Würfelergebnis wehklagen; ergebnisorientierte Optimierer und Erbsenzähler

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Ultraquest: Gold, Ruhm! und Ehre!

Flying Games Spieleverlag; 49,95 Euro

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Nah und Fern: Auf elf Karten um die Welt

Das Ödland von Arzium birgt viele Geheimnisse und Herausforderungen. Man muss es durchqueren, um zur letzten Ruine zu kommen, wo sich ein sagenumwobenes Artefakt befindet, das Herzenswünsche erfüllen kann. "Nah und Fern" ist ein Kampagnenspiel, das die Idee des Spiels "Oben und unten" vertieft und weiterentwickelt (man muss letzteres aber nicht kennen, um ersteres genießen zu können). Gespielt wird nicht auf einem einzigen Spielplan, sondern der Reihe nach auf elf Karten, die den Atlas von Arzium bilden und die Schauplätze des Buchs der Begegnungen abbilden. In jeder Geschichte und an jedem Ort gilt es Entscheidungen zu treffen, die Auswirkungen auf das weitere Geschehen haben. Es ist dabei wie im richtigen Leben: Wer sich mit den falschen Leuten einlässt, wird sie schwer wieder los.

Foto: Maren Hoffmann

Zwischendurch geht es immer wieder in die Stadt, in der man Abenteurer anheuern, Packvögel zum Schatztransport kaufen und die Auseinandersetzung mit den Mitspielern suchen kann. Aber die Duelle laufen recht friedlich ab - niemand kommt wirklich zu Schaden. "Nah und Fern" ist kein kooperatives Spiel, aber auch nicht extrem konfrontativ. Das fördert den Familienfrieden, ohne Spannung zu nehmen; die erwächst eher aus den wirklich gut geschriebenen Geschichten und den eigenen Entscheidungsoptionen darin.

Der Verlag gibt eine Altersempfehlung von ab 14 Jahren an. Das ist aber sehr hoch gegriffen. Auch einige Jahre jüngere Kinder, die Spaß an Brettspielen und schon ein bisschen Erfahrung haben, können das Spiel gut bewältigen. Die Charaktere entwickeln sich von Partie zu Partie weiter, bekommen neue Aufgaben und neue Schlüsselwörter, die neue Inhalte freischalten. Charmant ist, dass das Spiel nicht nur den Kampagnenmodus des über etliche Spieleabende fortgeschriebenen Abenteuers bietet, sondern auch einen dynamischeren Kurzabenteuermodus für das schnelle Spiel zwischendurch sowie den Charaktermodus, der den Schwerpunkt noch mehr auf individuelle Entwicklung legt - jeder Spieler muss dabei acht Aufgaben lösen. Das erhöht den Wiederspielreiz und sorgt dafür, dass es wirklich viel Spiel fürs Geld gibt.

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Schwerkraft-Verlag NAH und FERN

Ab 74,99 €

Preisabfragezeitpunkt

27.11.2022 10.16 Uhr

Keine Gewähr

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Hand drauf: Familienrunden, die Spaß an gemeinsamen Abenteuern haben; Spielplan-Flaneure mit Sinn für Poesie und Freude an moralischen Entscheidungen

Finger weg: Kampflustige Brettspielrecken, die ohne mordlustige Orks nicht den richtigen Kick bekommen

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