Geschenktipps Die besten Gadgets für Hobby-Fotografen

Wer gern fotografiert, merkt schnell, dass kleine Helferchen große Unterschiede bewirken können. Unser Fotoexperte sagt, auf welches Zubehör er nicht mehr verzichten möchte.
Digitaler Bilderrahmen: Den Eltern aus der Ferne Familienfotos in Wohnzimmer beamen

Digitaler Bilderrahmen: Den Eltern aus der Ferne Familienfotos in Wohnzimmer beamen

Foto:

Rainer Claaßen

Auch wenn sich jeder, der fotografiert oder Videos dreht, sicher über eine neue Kamera freut – die Modelle, mit denen man da heute eine echte Freude bereiten kann, sprengen wohl meist das Budget für Weihnachtsgeschenke. Einsteigermodelle gibt es kaum noch – der Markt bewegt sich immer mehr in Richtung hochpreisiger Kameras, die oft selbst Profiansprüche erfüllen.

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Wenn man aktuell von einem Kameratrend sprechen kann, dann ist es der zu Vollformat-Sensoren in Gehäusen ohne Klappspiegel – der belichtete Bereich des Sensors ist bei denen ungefähr so groß wie das Negativ eines Kleinbildfilmes. Die Ära der Spiegelreflextechnik hingegen scheint sich dem Ende entgegenzuneigen.

Von den zuletzt vorgestellten Modellen in diesem Sektor spricht mich persönlich die S5 von Panasonic am meisten an: Neben dem gut strukturierten Menü und vielen sinnvollen Funktionen für Foto- und Videoaufnahmen, überzeugt sie mit ihrem sehr kompakten und dennoch robusten Gehäuse.

Je besser die Kameras werden, umso mehr Gestaltungsspielraum ergibt sich für den Anwender. Um den zu nutzen, kann das passende Zubehör eine entscheidende Rolle spielen. Auf die fünf hier vorgestellten Helfer möchte ich nur noch ungern verzichten – unabhängig von der eingesetzten Kameratechnik eignen sie sich auch als Geschenk für Foto- und Videofreunde.

Hama Universal Charger »Delta Ovum LCD« (ab 11,31 Euro)

Foto: Rainer Claaßen

Während sich manch einer beim Verreisen Gedanken darüber macht, ob der Herd wirklich ausgeschaltet ist, frage ich mich oft, ob ich auch alle benötigten Ladegeräte dabei habe. Inzwischen lassen sich Kameraakkus meist auch über die USB-C-Schnittstelle im Gehäuse laden – als Apple-Nutzer hat man aber auch solch ein Kabel nicht immer dabei.

Dieses Gerät von Hama kommt praktisch mit jedem Kameraakku zurecht – dafür braucht es nur etwas Geschick beim Anpassen der Kontakte in der Ladeschale an den jeweiligen Stromspeicher. Dank LCD-Display ist auch zu sehen, wie weit der Akku schon geladen ist – etwas mehr als drei Anzeigestufen wären hier allerdings noch etwas nützlicher. Und auch AA- und AAA-Akkus lassen sich in dem Gerät füllen, dass sich nicht nur am Stromnetz, sondern auch an Zigarettenanzündern in Pkw betreiben lässt. Über die USB-Schnittstelle kann parallel zu darin eingelegten Akkus ein weiteres Gerät geladen werden.

Reflektor »Neewer 5 in 1« (ab 17,99 Euro)

Foto: Rainer Claaßen

Auch wenn moderne Kameras einen gewaltigen Kontrastumfang bewältigen – etwas zusätzliche Aufhellung sorgt in vielen Situationen für attraktivere Bilder. Mit diesem Reflektor lenken Sie Licht zum Motiv. Dafür hat er wahlweise eine weiße, eine silberne und eine goldene Fläche. Die vierte Oberfläche ist schwarz – damit lässt sich gezielt Schatten generieren.

Aufgespannt wird die Reflektorhülle auf einen Ring, in den halbtransparente Gaze gespannt ist – der lässt sich zum Beispiel auch dazu nutzen, um dem Licht eines Aufsteckblitzgeräts etwas Härte zu nehmen.

Die Verarbeitung und die verwendeten Reißverschlüsse sind für Profis vielleicht nicht robust genug – wer sorgfältig mit dem Reflektor umgeht, kann daran aber lange Freude haben. Dank Faltmechanismus ist der Reflektor in wenigen Sekunden auch wieder in seiner Hülle verstaut – ich finde den Durchmesser von 50 Zentimetern recht alltagstauglich, es gibt den Reflektor in fünf Größen zwischen 30 und 80 Zentimetern.

Monitor Lilliput A7S 7 Zoll 4K (ab 165 Euro)

Foto: Rainer Claaßen

Auch wenn die aktuellen Kamera-Kontrollbildschirme meist angenehm groß sind – eine verlässliche Beurteilung der Schärfe darauf ist oft kaum möglich. Der Lilliput-Bildschirm liegt deshalb immer in meinem Fotorucksack. Mit dem HDMI-Anschluss der Kamera verbunden, zeigt er das Motiv in 4K-Auflösung mit einer Diagonale von 18 Zentimetern an.

Die abnehmbare Blende erlaubt den Einsatz auch bei Sonnenlicht. Praktisch ist auch die zuschaltbare Kantenanhebung, die das Fokussieren zusätzlich erleichtert. Nur an der Menügestaltung sollte der Hersteller noch etwas arbeiten. Für den Betrieb wird noch ein Standardnetzteil mit zwölf Volt Spannung benötigt – oder Sie verwenden einen Akku mit NP-Anschluss – den sollten Sie bei Nichtverwendung allerdings abnehmen: Das Gerät zieht auch dann etwas Strom, wenn es nicht im Einsatz ist.

Für den relativ günstigen Preis ist der Monitor eine große Hilfe. Ein Kugelgelenk, mit dem sich der Bildschirm auf einem Blitzschuh befestigen lässt, gehört zum Lieferumfang.

Nixplay Bilderrahmen (ab 180 Euro)

Foto:

Rainer Claaßen

Wer heutzutage Bilder mit anderen teilen möchte, nutzt dafür in der Regel das Smartphone. Aber was macht man mit den Menschen, die keines haben – wie zum Beispiel viele Senioren? Meiner Mutter schicke ich Fotos seit einiger Zeit auf den Nixplay-Bilderrahmen, der gleich neben ihrem Fernsehgerät steht. Das ist für mich kaum komplizierter als der Einsatz von Messengerdiensten. Und für sie wirkt es fast wie ein Wunder – immer wieder fragt sie mich, ob die Fotos, die sie gerade sieht tatsächlich erst wenige Minuten alt sind.

Damit das funktioniert, muss man ein Konto bei dem Hersteller einrichten, und dieses mit dem Rahmen verbinden. Ist der dann in einem WLAN angemeldet, lassen sich verschiedene Wege nutzen, um Bilder darauf anzeigen zu lassen. Mit der passenden App geht das direkt vom Smartphone. Aber auch über den Internet-Browser oder diverse Cloud-Dienste lassen sich Fotos auf das Gerät schicken – sogar per E-Mail ist das möglich. So können mehrere Absender den gleichen Rahmen mit Bildern bestücken.

Die Wiedergabequalität ist hervorragend. Sogar Videos lassen sich über den Rahmen abspielen. Wer mehr als fünf Playlists anlegen möchte, braucht ein Abo – für die meisten Anwender dürfte das Gerät aber auch ohne diese Option ausreichend sein.

Rollei Lumen Flex Leuchte (ab 145 Euro)

Foto: Rainer Claaßen

Diese Leuchte ist nicht gerade günstig – aber dafür bietet sie auch viel: Die 240 LED-Elemente sind auf einem flexiblen Träger angebracht, sodass sich die Leuchte einrollen oder auch falten lässt – auch während des Betriebs. Sie wiegt nicht einmal 300 Gramm und liefert trotzdem eine ordentliche Lichtausbeute – viele von mir getestete LED-Leuchten übertrifft sie deutlich – ein mittelgroßes Zimmer damit auszuleuchten, ist kein Problem.

Helligkeit und Farbtemperatur (3000 bis 5500 Kelvin) lassen sich am Steuergerät präzise einstellen. Alternativ geht das auch per Smartphone. Die Lumen-App von Rollei ist zunächst etwas verwirrend, da sie auch Steuerelemente für mehrfarbige Lampen anzeigt. Hat man aber verstanden, wie die Flex-Leuchte damit angesteuert wird, lassen sich auch Effekte wie pulsierendes Licht oder Stroboskop-Blitze aktivieren. Gut: Die Lampe flackert nicht, sodass damit auch Zeitlupenaufnahmen störungsfrei gedreht werden können.

Alternativ zu dem kleinen Modell mit einer Kantenlänge von 33,5 x 37,5 Zentimetern gibt es noch hellere und größere Varianten mit gleicher Breite und einer Länge von 66,5 Zentimetern (194 Euro) und 95 Zentimetern (243 Euro).

Grundsätzlich kann man Fotografen aber auch ganz kostenlos eine große Freude machen, einfach, indem man sich etwas Zeit nimmt, um deren Aufnahmen zu würdigen. Und wenn man ihnen dann auch noch zuhört, wenn sie von ihrem Hobby schwärmen und erklären, wie sie jene Aufnahmen gemacht haben, kann man sich ihrer Dankbarkeit sicher sein.

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