Für Smartphones und Co. Die besten kabellosen Ladegeräte im Vergleichstest

Handys, Smartwatches und Kopfhörer ohne Kabel aufzuladen, ist bequem und praktisch, die Auswahl passender Ladestationen groß. Doch sind die teuersten nicht unbedingt die besten, wie der Vergleichstest zeigt.
Von »TechStage«-Autor Matthias Sternkopf
Einige der getesteten Ladegeräte

Einige der getesteten Ladegeräte

Foto: Techstage

Viele Android-Smartphones, die aktuellen iPhones, einige Smartwatches, Kopfhörer und sogar manche PC-Mäuse unterstützen mittlerweile den Qi-Standard, der das kabellose Aufladen ihrer Akkus ermöglicht. Das ist bequem und praktisch, schließlich entfällt das nervige Einstöpseln eines Kabels. Stattdessen legt man die Geräte einfach auf eine Qi-kompatible Ladestation. Egal auf Schreib- oder Nachttisch: Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, will man diese Technik nicht mehr missen.

Nachteile

Ein großer Nachteil der Qi-Ladetechnik ist ihr geringerer Wirkungsgrad gegenüber kabelgebundenen Ladegeräten. Schneller geht es nur, wenn man sich vom Standard löst. Smartphone-Hersteller wie Oppo und Realme erreichen mit hauseigenen Varianten der kabellosen Ladetechnik weit schnellere Ladevorgänge als Qi-Geräte.

Zudem können Schutzhüllen den Wirkungsgrad mindern, weil sie den Abstand zwischen Ladestation und Smartphone vergrößern. Im schlimmsten Fall kann ein Smartphone die Energieaufnahme in einem solchen Fall sogar ganz verweigern. Das gilt auch für Haltegriffe wie die beliebten Popsockets und bei aufgeklebten Metallplatten zur Befestigung im Auto.

Kaufkriterien

Zunächst sollte man sich darüber im Klaren sein, ob das Smartphone beim Laden stehen oder liegen soll. Die stehenden Varianten haben den Vorteil, dass man beim Aufladen den Bildschirm ablesen kann. Meist können solche Qi-Stationen Smartphones auch im Landscape-Modus, also horizontal liegend, aufladen. Das bietet sich etwa zum Schauen von Videos an. Die flach liegenden Varianten sind dafür platzsparender. Es gibt aber auch liegende Qi-Ladegeräte, die man auf Wunsch aufstellen kann.

Wer mehr als ein Qi-taugliches Gerät hat, der findet Ladesysteme, die mehrere Geräte gleichzeitig aufladen können, beispielsweise iPhone, AirPods.

Dann gibt es noch Faktoren, die zunächst nicht so offensichtlich sind, aber im Alltag nerven können. So haben manche Qi-Ladegeräte helle Status-LEDs, die im Schlafzimmer stören. Andere entpuppen sich als Staubmagneten. Und einige wenige manchen im Betrieb unangenehm fiepende Geräusche.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Geschwindigkeit, mit der das Induktionsfeld des Lade-Pads Smartphones auflädt. Dafür geben die Hersteller meist die maximale Leistung ihrer Ladegeräte in Watt an. Aber Achtung: Unser Test zeigt, dass dies häufig Augenwischerei ist und auf die tatsächliche Ladegeschwindigkeit nicht unbedingt Auswirkungen hat. So oder so muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Stromübertragung per Kabel schneller und effizienter ist als ohne.

Zu guter Letzt ist der Preis der Qi-Ladestation ein wichtiger Faktor bei der Kaufentscheidung. Hier zeigt unser Test, dass teuer nicht unbedingt besser sein muss. So ist einer der schnellsten und flexibelsten Qi-Lader einer der günstigsten. Im Gegenzug landet das teuerste Qi-Ladegerät auf einem der hinteren Plätze.

Testaufbau

Das wichtigste Kriterium eines Qi-Ladegeräts ist zunächst, wie schnell es ein Smartphone tatsächlich auflädt. Dafür legen wir je ein Google Pixel 4, ein Samsung Galaxy S20 Ultra und ein iPhone XR für je 30 Minuten auf die Qi-Ladestationen. Seit 2021 nutzen wir für die Tests anstelle des iPhone XR ein iPhone 12 mini, das kabellose Ladeleistungen von maximal 12 Watt  unterstützt. Die Akkustandanzeige liegt dabei stets zwischen 30 und 70 Prozent.

Die Ladezeit von 30 Minuten kann nicht 1:1 auf die Gesamtladezeit eines Smartphones hochgerechnet werden. Dennoch gibt sie einen brauchbaren Anhaltspunkt für die Bewertung der Leistungsfähigkeit der Qi-Ladegeräte. Wichtig ist unter anderem die Marke des Telefons. So gibt es zum Beispiel eine speziell auf das Huawei P40 zugeschnittene Qi-Ladestation, die es kabellos mit einer Leistung von 40 Watt aufladen soll.

Zusätzlich messen wir die Leistungsaufnahme in Watt sowohl im Stand-by als auch während des Ladens. Die genauen Werte finden sich in dieser Tabelle auf »techstage.de« .

Im Test hat sich gezeigt, dass es für eine schnelle Energieübertragung wichtig ist, das Smartphone perfekt auf der Qi-Ladestation zu positionieren. Bereits eine Abweichung von wenigen Millimetern kann die Ladegeschwindigkeit negativ beeinflussen. Bei Qi-Ladegeräten mit mehreren Spulen relativiert sich das ein wenig.

Die Testergebnisse im Überblick:

Fazit

Das mit 170 Euro teuerste Qi-Ladegerät Pitaka 6-in-1 Omni Air landet im Vergleichstest auf den ersten Platz. Das liegt an seiner guten Verarbeitung, der hohen Flexibilität und den sehr hohen Ladegeschwindigkeiten.

Trotzdem steht der Preis eines Qi-Ladegeräts nicht unbedingt in direktem Zusammenhang mit dessen Leistungsübertragung. So lädt etwa der Spigen Steadiboost Flex das Pixel 4 besonders schnell, ist aber preislich im unteren Segment zu finden. Besonders überraschend ist, wie schnell der Varta Fast Wireless Charger das Galaxy S20 Ultra auflädt, obwohl er der günstigste Qi-Lader des Vergleichstests ist. Auf der anderen Seite ist das Belkin Boostup Wireless Charging Dock eines der teuersten Geräte, liefert dafür aber keine besonders hohe Leistung.

Auf die Watt-Angaben der Hersteller sollte man nicht allzu viel geben. So ist auf dem Papier der Xiaomi 20W Wireless Charger der stärkste im Testfeld, kann aber das Google Pixel 4, das Samsung Galaxy S20 Ultra und das iPhone XR nicht schneller laden als der Belkin Boostup Wireless Charging Stand mit 5 Watt.

Üblicherweise müssen sich Käufer vorab entscheiden, ob der Qi-Lader das Smartphone liegend oder stehen laden soll. Nicht so beim Spigen Steadiboost Flex und dem Varta Fast Wireless Charge, die beide Positionen beherrschen.

Bezüglich der Optik und Verarbeitung sticht die Nomad Base Station positiv hervor. Wenn das Qi-Ladegerät nachts neben dem Bett laden soll, stört eine dauerhaft leuchtende LED wie beim Kingston HyperX Chargeplay Base. Auch erweisen sich Geräte wie der Huawei Wireless Charger Supercharge und der Celluarline Wireless Fast Charger Dual als schmutzempfindlich.