MagSafe-Technik Magnetische Ladegeräte und Zubehör für iPhones im Test

Mit dem iPhone 12 hat Apple einen magnetischen Haltemechanismus für das kabellose Aufladen eingeführt. Das Magazin »Mac & i« hat dazu passende Powerbanks, Hüllen, Halterungen und anderes Zubehör getestet.
Von »Mac & i«-Redakteur Johannes Schuster
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Studio Proper, unsplash.com; Montage: Mac & i

Vor bald vier Jahren hat Apple mit den iPhones 8 und X das induktive Laden bei seinen Smartphones erstmals eingebaut. Das Verfahren ist kompatibel zum Industriestandard Qi – was von allen Seiten gelobt wurde. Mit den iPhones 12 mini bis 12 Pro Max weicht Apple wieder von der gemeinsamen Linie ab und ergänzt das System um eine zusätzliche magnetische Halterung. Das Unternehmen nennt die Technologie MagSafe, so wie die magnetischen Stecker früherer MacBook-­Netzteile.

Beim neuen MagSafe der iPhones sitzen sowohl im Handy als auch in Ladegeräten und kompatiblen Hüllen Mag­nete. Sie garantieren eine perfekte Ausrichtung und einen zuverlässigen Halt. So kann man das iPhone nicht versehentlich verschieben und damit die Ladung unterbrechen oder stark verlangsamen, wenn man zum Beispiel im Dunkeln auf dem Nachttisch herumtastet.

Zum Abziehen des MagSafe-Adapters benötigt man nur wenig Kraft, wenn man ihn seitlich wegschiebt, statt daran zu ziehen. Das gelingt auch mit einer Hand bequem. Trotz der Magnete ist es weiterhin möglich, ein iPhone 12 auf einer normalen Qi-Ladestation aufzuladen. Und ebenso kann man die iPhones 8 bis 11 sowie mit entsprechenden Cases bestückte AirPods mit den neuen MagSafe-Ladegeräten betanken.

kurz und knapp
  • MagSafe-Ladegeräte laden iPhones zuverlässiger und etwas schneller als Qi-Ladegeräte.

  • MagSafe ist kompatibel zu Qi, aber nicht umgekehrt.

  • Der magnetische Halt kann auch für Zubehör genutzt werden.

  • Offiziell von Apple zertifiziertes Zubehör ist sehr teuer, anderes funktioniert auch und kostet weniger.

Vielfältiges MagSafe

Zu MagSafe kompatible Hüllen müssen ebenfalls Magnete enthalten, um die Haltekraft zwischen Adapter und iPhone nicht abzuschwächen. In der Folge haften sie sogar ohne Smartphone an metallischen Flächen. Verwendet man eine normale Hülle, schwächt sich je nach deren Material und Dicke die Haltekraft ab, die Ladeleistung aber deutlich weniger. In der Lederhülle vom iPhone 11 Pro Max konnten wir beispielsweise ein 12 Pro problemlos mit Strom betanken, an Apples MagSafe-Adapter hielt es sich darin jedoch nicht mehr sicher fest.

Neben den um Magnete ergänzten Hüllen gibt es auch Accessoires, die lediglich die Haftkraft von MagSafe nutzen, sich aber um das Laden nicht scheren. Apple selbst stellt mit dem Leder Wallet einen Vertreter dieser neuen Zubehör-Art. Es gibt zudem MagSafe-Halterungen für das Auto.

Bei drahtlosen Ladegeräten mit MagSafe wird der Kontakt zum iPhone nicht nur durch die magnetische Anziehungskraft auf den richtigen Punkt gelenkt, sondern auch akustisch und mit einem kreisrunden Symbol am Display visualisiert – sofern das laufende iPhone den Sperrbildschirm zeigt und der Ton nicht ausgeschaltet ist. Die Apple-Cases teilen dem iPhone zusätzlich ihre Farbe mit, sodass beim Kontakt eine kleine Animation im passenden Ton erscheint. Durch eine Aussparung in der roten Apple-Lederhülle sieht man bei sonst abgedunkeltem Display die Ziffern der Uhrzeit rötlich eingefärbt.

Apple bietet für das neue MagSafe öffentlich noch keine Lizenzierung an, zum Testzeitpunkt konnte sich lediglich Belkin damit schmücken und seine Geräte im Apple-Store verkaufen. Andere Hersteller offerieren aber Produkte, die auch ohne Apples Segen reibungslos funktionieren. Wir haben einige von ihnen ebenfalls getestet.

Das beste Netzteil

Während die iPhones 8 bis 11 per Qi drahtlos mit höchstens 7,5 Watt laden, steigert MagSafe beim iPhone 12, 12 Pro und 12 Pro Max laut Apple die Leistung auf maximal 15 Watt – beim iPhone 12 mini sind es maximal 12 Watt. Der Hersteller empfiehlt das neue 20-Watt-Ladegerät vom iPad Air 4 (separat 25 Euro) oder das 30-Watt-Netzteil vom MacBook Air (55 Euro), jeweils mit USB-C. Nur sie erreichen die vollen 15 Watt. Selbst wenn man ein leistungsstärkeres USB-C-Netzteil wie das mit 61 Watt vom MacBook Pro einsetzt, liefert MagSafe nur bis zu 12 Watt.

Im Test schaffte das iPad-Air-Netzteil es tatsächlich 16 Minuten schneller als das dreimal so starke vom MacBook Pro, ein iPhone 12 zu 50 Prozent via MagSafe aufzuladen (78 zu 94 Minuten). Da vom Akku die höchsten Ströme aber nur in der ersten Phase des Auftankens abgerufen und mit der bei Induktion zwangsläufig einhergehenden Erwärmung weiter gedrosselt werden, relativiert sich der Unterschied beim weiteren Laden. Bei 100 Prozent angekommen war das kleinere Netzteil nur noch zehn Minuten früher fertig (196 zu 206 Minuten).

Ladeadapter anderer Hersteller bringen teilweise eigene Netzteile mit und erzielten im Test bessere Werte bei der Ladezeit. Aber auch mit dem Apple-Netzteil waren sie schneller als das Original.

Bei unseren Messungen mit dem iPhone 12 und einem handelsüblichen USB-C-Mess-Stick von DeLock konnten wir beim Apple-Adapter nie mehr als 9 Volt und 1 Ampere messen, was gerade einmal 9 Watt ergibt. Bei Satechi waren es zum Beispiel mit dem gleichen Netzteil bis zu 9,9 Watt und mit dem USB-C-zu-Lightning-Kabel 18,9 Watt. Bei den von Apple beworbenen 15 Watt scheint es sich eher um einen theoretischen Wert zu handeln, weshalb wir uns im Weiteren nur auf von uns selbst gemessene Zeiten beziehen.

Ladegeräte

  • Apple MagSafe Ladegerät

Das MagSafe-Ladegerät von Apple setzt den Standard für alle Adap­ter. Es ist voll kompatibel zu allen Funktionen, dabei klein und leicht. Am ladenden iPhone kann man in den Einstellungen unter Allgemein/Info/Apple MagSafe Charger Seriennummer und Firmware-Version auslesen. Dies dürfte bei Produktfälschungen nicht klappen. Die Magnetkraft ist so dosiert, dass es perfekt andockt und sich leicht zur Seite lösen lässt. Dank der etwas überstehenden Silikon-Oberfläche zerkratzt dabei die gläserne Rückseite des iPhones nicht. Der Preis von 45 Euro erscheint uns trotzdem nicht gerechtfertigt, zumal man noch ein Netzteil hinzukaufen muss.

  • Apple MagSafe Duo Ladegerät

Zum einen bietet das MagSafe-Duo-Ladegerät eine magnetische Ladefläche für das iPhone 12, auf der wir es mit durchschnittlicher Geschwindigkeit auftanken konnten. Zum anderen enthält es eine Ladestation für die Apple Watch. Diese lässt sich um 90 Grad hochklappen, sodass man auch Uhren mit starren Armbändern laden kann. Dreht man die ladende Watch auf die Seite, wird sie zum Wecker. In den Einstellungen des ladenden iPhones lassen sich auch beim Duo Charger Seriennummer und Firmware-Version auslesen. Nach Gebrauch klappt man ihn zusammen wie einen Reisewecker. Seinen Strom bekommt er über ein mitgeliefertes USB-C-zu-Lightning-Kabel, ein Netzteil fehlt. Trotzdem ruft Apple fast 150 Euro auf.

  • Belkin Boost Charge Pro

Mit seinem 15 Zentimeter in die Höhe ragenden Ausleger bringt der Boost Charge Pro ein iPhone 12 in eine gut ablesbare Position – die man zwar beim Laden nicht braucht, die aber beim Filmegucken und Videofonieren hilft. Wegen dieser Konstruktion rutschen Geräte ohne Magnete von der Ladefläche. Dafür betankt der recht teure Adapter von Belkin auf seiner unteren Ebene auch AirPods und bringt ein eigenes 40-Watt-Netzteil mit. Das fällt recht klobig aus und kann nicht anderweitig als USB-Ladegerät verwendet werden.

  • Choetech 2-in-1 Magnetic Wireless Charging Stand

Wie der Boost Charge Pro von Belkin trägt der 2-in-1 Mag­netic Wireless Charging Stand (Modell T575-F) von Choetech seine Ladefläche vertikal auf einem Ausleger. Hier ist sie jedoch durch ein Kugelgelenk justierbar, allerdings nicht ansatzweise horizontal (0 bis 30 Grad) und damit nicht flach genug für normale Qi-Geräte. Auf der unteren Fläche können sich AirPods ihren Strom holen. Zum Lieferumfang zählt ein universell einsetzbares USB-C-Netzteil mit 30 Watt und Power Delivery sowie ein USB-C-Kabel. Damit erzielte der Adapter die kürzeste Ladezeit im Test.

  • Choetech MagLeap

Der MagLeap (Modell T517) von Choetech ist einen Hauch dicker und größer als Apples Original, lud im Test aber fast genau so schnell. Dabei kostet er weniger als die Hälfte und bringt ein USB-C-Netzteil (20 Watt und Power Delivery) gleich mit. Das fest integrierte Kabel misst 40 Zentimeter mehr. Die Animation beim Andocken funktionierte ebenfalls, auch die Haftkraft ist vergleichbar. Freilich fühlt sich die weiße Oberfläche deutlich härter an als bei Apple.

  • Satechi 2-in-1 Magnetic Wireless Charging Stand

Der 2-in-1 Stand von Satechi hält wie der von Choetech ein iPhone 12 senkrecht mit neigbarem Winkel und eignet sich demzufolge auch nicht für andere Geräte, die keine Magnete haben. Außerdem hat er ebenfalls eine USB-C-Buchse samt USB-C-Kabel, aber kein Netzteil. Auf der unteren Fläche werden AirPods geladen. Eine LED informiert über aktives Auftanken. Bei den beiden Lade-Adaptern von Satechi zeigte das iPhone keine Animation nach dem Andocken, sondern erwachte aus dem Ruhezustand und spielte einen Ton ab.

  • Satechi Magnetic Wireless Charging Cable

Das Magnetic Wireless Charging Cable ist etwas größer und dicker als das Apple-Pendant und bringt ebenfalls kein eigenes Netzteil mit. Mit dem von Apple empfohlenen Exemplar vom iPad Air 4 lud er das iPhone 12 erstaunlicherweise 26 Minuten schneller als das Original. Das Andocken löste einen Ton und das Aufwachen des iPhones aus, aber nicht die Kreis-Animation.

  • Ultron/RealPower PC-MagSet

Ultron hat mit seinem RealPower PC-MagSet eine exakt gleich große Kopie von Apples MagSafe-Ladeadapter erstellt, die man auf den ersten Blick nur an dem rückseitigen Aufdruck und dem deutlich längeren Kabel unterscheiden kann. Beim zweiten Hinschauen erkennt man aber, dass die weiße Oberfläche aus hartem Plastik besteht, das noch nicht einmal vollständig und mittig verklebt wurde. Dafür kostet er deutlich inklusive eigenem USB-C-Netzteil mit 20 Watt Leistung und Power Delivery, das sich auch für andere Geräte eignet, weniger als das Original. Bei den Ladezeiten unterscheidet sich das PC-MagSet nicht viel vovon Apples Ladeadapter. Außerdem kann man es problemlos in Zubehör wie die diversen Ständer von Elago einpassen.

Powerbanks

  • Anker PowerCore Magnetic 5K

Ankers PowerCore Magnetic 5K ist eine Powerbank mit einer Kapazität von 5000 Milliamperestunden (mAh), die magnetisch am iPhone 12 (mit 2815 mAh) haftet und dies im Test nur bis zu 97 Prozent aufladen konnte – dann reichte die Kraft nicht mehr. Hierfür benötigte die Powerbank fast vier Stunden.

Ebenso lange brauchte sie bei eigener Stromversorgung über ein separat erhältliches USB-C-Netzteil zum vollständigen Laden. Immerhin kann sie in der Zeit auch den eigenen Akku füllen. So lässt sie sich etwa über Nacht als Ladepad nutzen und tagsüber als mobiler Stromspender.

Durch die magnetische Verbindung zum iPhone spart man sich Kabelsalat sowie ein zweites Netzteil für das Smartphone. Verwendet man für das iPhone eine Hülle ohne MagSafe-Magneten, rutscht der PowerCore sofort ab. Ein zweites Gerät kann man parallel über die USB-C-Buchse laden, vier LEDs zeigen den Füllstand.

  • Xtorm Wireless Power Bank FS400

Die Wireless Power Bank von Xtorm besitzt ebenfalls eine Kapazität von 5000 mAh und konnte damit das iPhone 12 in knapp vier Stunden zu 98 Prozent laden. Hing sie am (separat erhältlichen) Netzteil, dauerte die Komplettbetankung etwas mehr als vier Stunden. Dazu verwendeten wir ein USB-C-zu-C-Kabel eines anderen Herstellers, denn Xtorm legt nur eine kurze Strippe von USB-C-zu-A bei.

An der USB-C-Buchse der Powerbank lassen sich gleichzeitig auch andere Geräte aufladen. Wie bei Anker reichte die ansonsten gute Haftkraft nicht durch eine normale Hülle hindurch, das Laden wurde jedoch nicht verhindert. Weicher Kunststoff ummantelt die FS400 komplett, vier LEDs geben Auskunft über den Ladezustand.

Magnetisches Zubehör

  • Satechi Magnetic Sticker for iPhone 11/12

Für Fans von MagSafe, die noch ein iPhone aus der Generation 11 haben oder eine Standard-Hülle für ihr iPhone 12 nutzen wollen, bietet Satechi eine clevere Lösung: Ein zwei Millimeter dicker Sticker mit eigenen Magneten wird außen auf die Hülle oder das iPhone 11/11 Pro/11 Pro Max geklebt. Er sorgt für ausreichende Haftung an MagSafe-Ladeadaptern. Damit der Sticker genau an der richtigen Stelle landet, legt der Hersteller selbstklebende Montageschablonen (auch für iPhone 12/12 mini/12 Pro/12 Pro Max) bei, die man anschließend entfernt. Geladen wird allerdings mit der bei Apple normalen Qi-Leistung von 7,5 Watt. Die Oberfläche besteht aus schwarzem Kunstleder.

  • Belkin MagSafe Car Vent Mount Pro

Die Haftkraft der Magnete im iPhone 12 macht sich Belkins MagSafe Car Vent Mount Pro zunutze. Bequem mit einer Hand kann man das Smartphone andocken oder seitlich abziehen. Das Gleiche gilt für ein iPhone mit einer MagSafe-Hülle. Ein Standard-Case verringert hingegen die Anziehungskraft so sehr, dass das Telefon sofort abrutscht. Dies gilt auch bei sehr starken Erschütterungen während der Autofahrt. Die Halterung selbst wird am Lüftungsgitter festgesteckt, bietet ein Kugelgelenk zur Ausrichtung und eine Klemmnut für das Ladekabel. Letzteres muss man immer manuell in die Lightning-Buchse einstecken, was den Gebrauchswert des nicht eben billigen Zubehörs einschränkt.

  • Apple iPhone Leather Wallet

Das iPhone Leather Wallet von Apple haftet am Rücken von iPhone 12 mini bis Pro Max und löst bei Andocken eine Animation plus Ton aus. Praktischerweise ertönt eine dezente Warnung, wenn die Hülle abgestreift wird – was beim Herausziehen aus der Hosentasche leicht passieren kann. In die Börse, die so breit wie ein iPhone 12 mini ist, passen ein Geldschein und drei (Kredit-)Karten. Durch eine Öffnung an der Unterseite kann man die unterste von ihnen mit einem Finger nach oben schieben. Erhältlich ist das Wallet aus hochwertig verarbeitetem Leder in vier Farben. Den Preis von 65 Euro finden wir entschieden zu hoch.

Erweiterungen für MagSafe

Elago bietet für Apples MagSafe Ladegerät clevere Erweiterungen an. Sie enthalten keine Magnete, sondern weiches Silikon mit einer Kabeldurchführung, in die der Adapter eingelegt wird. Bei dem Charging Pad (18,50 Euro) besteht der Nutzen einzig darin, das Rutschen der glatten Unterseite des Apple-Ladegerätes zu verhindern.

Der Grip Stand (20 Euro) dient zugleich als Griff für zwei Finger wie als Halterung, wenn das iPhone quer benutzt wird. Außerdem gibt es noch verschiedene Charging Stands: Der MS1 (25 Euro) besteht komplett aus Silikon und hält das iPhone drehbar in aufrechter Position. Er sieht ähnlich aus wie ein schräg angeschnittener Zuckerhut. Der MS2 (25 Euro) hat dieselbe Funktion, gleicht aber einer angeschnittenen Kugel. Beim MS3 (28,50 Euro) setzt Elago einen eleganten Aluminium-Bogen in V-Form als Träger für ein Silikon-­Inlay ein. Der ähnlich funktionierende MS4 (33 Euro) besitzt demgegenüber die Form eines unvollendeten Dreiecks.

Alle MagSafe-Pads und -Stands von Elago sind in verschiedenen Farben erhältlich und kompatibel zu den flachen Lade-Adaptern von Apple und Ultron.

Von links nach rechts: Charging Pad, Grip Stand, Charging Stand MS1, MS2, MS3 und MS4 von Elago

Von links nach rechts: Charging Pad, Grip Stand, Charging Stand MS1, MS2, MS3 und MS4 von Elago

Foto: Apple

Hüllen

  • Apple iPhone Clear Case mit MagSafe

Beim Clear Case handelt es sich um eine der günstigsten Apple-Hüllen mit MagSafe, sie kostet trotzdem stolze 55 Euro. Durch ihr transparentes Material kann das iPhone seine schöne Farbe zeigen, die andere Hüllen ja meist verdecken. Leider ist das Case recht rutschig und das iPhone kann man nur mit Mühe wieder von der starren zweiten Haut befreien. Die drei Schalter des Telefons lassen sich nur schwer bedienen, zudem kippelte das iPhone 12 in der Hülle leicht auf dem Tisch. Apple bietet auch Varianten für das iPhone 12 mini sowie das iPhone 12 Pro Max an.

  • Apple iPhone Silikon Case mit MagSafe

Ebenfalls 55 Euro kostet das Silikon Case mit MagSafe, welches die Farbe des iPhones fast vollständig verdeckt, aber in sechs Farben erhältlich ist. Es gibt drei Größen für die iPhones 12 mini, 12 und 12 Pro sowie 12 Pro Max. Durch ihr flexibles Material kann man die Hülle leicht auf- und abziehen. Zudem lassen sich die drei seitlichen Schalter des Telefons gut bedienen. Es liegt sicher in der Hand und kippelt nicht. Die unangenehme Eigenschaft von Silikon ist aber eine gewisse Klebrigkeit, die auch Staub anzieht.

  • Apple iPhone Leder Case mit MagSafe

Zahlt man zehn Euro mehr, bekommt man bei Apple das hoch­wertige Leder-Case, dessen Oberfläche weder klebt noch rutscht und angenehm griffig in der Hand liegt. Das Material ist nicht ganz so dick wie bei der Silikonhülle, wodurch sich das Gerät subjektiv schlanker anfühlt. Leider kippelt das iPhone 12 dadurch aber ganz leicht auf dem Tisch. Die seitlichen Tasten lassen sich sogar noch besser bedienen als ohne Hülle. Apple bietet drei Größen und fünf Farben an.

  • Apple iPhone Lederhülle mit MagSafe

Im Englischen nennt Apple seine Hülle »Sleeve« (übersetzt: Ärmel), denn sie umhüllt das iPhone fast komplett. Aussparungen gibt es nur für den oberen Lautsprecher und für die Stelle des Displays, die die Zeit anzeigt und dies sogar im Farbton der Hülle – ein Novum bei Apple. In ein Fach auf der Innenseite kann man ein bis zwei Kreditkarten oder Ähnliches stecken. Zum Lieferumfang zählt noch eine Armschlaufe aus Leder. Mit der Sleeve ist zwar unterwegs immer das ganze iPhone samt Display geschützt, aber zur Benutzung zieht man das blanke Gerät heraus. Wenn es dann aus der Hand fällt, gibt es keinen Schutz.

  • Nomad Rugged Case | MagSafe

Anders als beim Leder-Case von Apple reicht das Leder bei Nomads Rugged Case nicht bis an das Display heran, sondern ein Rahmen aus Polycarbonat schützt die Ränder. Die darin enthaltenen Knöpfe ließen sich im Test gut bedienen. Das echte Leder macht einen wertigen Eindruck und liegt angenehm in der Hand. Die eingebauten Magnete sorgen für eine gute Haftung an MagSafe-Ladeadaptern, allerdings erzeugen sie keine farblich angepasste Animation oder Töne beim Montieren. Das ist verschmerzbar, da man ja die Hülle nicht sehr häufig ab- und aufzieht. Nomad bietet drei Größen (12mini/12 und 12 Pro/12 Pro Max) und drei Farben (Rustic Brown/Black/Natural) an. Mit einem Preis von 50 Euro erscheint die Hülle nicht überteuert.

  • Nomad Rugged Folio | MagSafe

Ebenso wie Nomads Rugged Case enthält auch das Rugged Folio einen Rahmen aus Polycarbonat, der Stürze abfedert. Zusätzlich schützt ein Deckel das Display. Dieser hat auf der Innenseite drei separate Fächer für Kreditkarten (oder Geldscheine). Leider geht das iPhone nicht automatisch in den Ruhezustand, wenn man die aus wertigem Leder gefertigte Hülle zuklappt, da Apple die nötigen Sensoren beim iPhone 12 nicht implementiert hat. Die Knöpfe ließen sich gut bedienen, das Laden per MagSafe funktionierte einwandfrei. Nomad bietet wieder drei Größen für die iPhones 12 mini, 12 und 12 Pro sowie 12 Pro Max an, aber nur zwei Farben (Rustic Brown/Black).

Fazit

Das drahtlose Aufladen von iPhones wird durch MagSafe etwas schneller, zuverlässiger und smarter. Zu Letzterem tragen farblich angepasste Animationen und Hinweistöne ein wenig bei, sind aber vor allem nettes Beiwerk. Mehr praktischen Nutzen bietet die Haftkraft etwa bei Halterungen und Ständern. Davon werden wir in Zukunft sicher noch viel mehr sehen. Apple selbst langt bei den Aufpreisen für den Magnetkreis wieder mal kräftig hin. Zum Glück gibt es andere Hersteller, die kompatibles Zubehör auch günstig anbieten.