Mini-Beamer im Test Können Heimkinofans hier strahlen?

Mini-Video-Projektoren gibt es heutzutage schon für unter 100 Euro. Taugen diese Billigheimer für Kleingarten, Camping oder EM-Party? Wir haben drei günstige Geräte getestet.

Drei Mini-Beamer im Test

Drei Mini-Beamer im Test

Foto: Andreas Brohme

Eins vorweg: Anspruchsvolle Heimkino-Fans werden den hier vorgestellten Geräten nichts abgewinnen können. Denn: Auch wenn die Produktbeschreibungen der Hersteller gern von "HD" künden, ein richtiges High-Definition-Bild oder gar 4K liefert keiner der getesteten Projektoren. Die Bild-Auflösung war bei allen Geräten 800 mal 480 Pixel.

Die hier empfohlenen Produkte wurden subjektiv, aber redaktionell unabhängig ausgewählt. Über die sogenannten Affiliate-Links im Text erhält der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler.

Aber um Hi-End geht es auch gar nicht – diese Mini-Beamer sind gedacht für den schnellen, mobilen Einsatz. Kompakt genug, um sie mitzunehmen, unkompliziert aufzubauen, einfach zu bedienen, mit Anschlussmöglichkeiten für allerlei Datenträger. Zum Testen habe ich zwei Geräte unter 100 Euro bestellt und ein etwas teureres – einen Winzling im Format einer externen Festplatte.

Diese Modelle haben wir getestet:

  • Crosstour P600 – mit nicht einmal 80 Euro der wohl günstigste LED-Projektor auf dem Markt. 

  • Vankyo Leisure 430 – nur 10 Euro teurer als der Crosstour, dafür etwas größer und schwerer, aber mit umfangreicherer Austattung.    

  • vamvo S1 Projector – sehr kleiner Mini-Beamer mit Akkubetrieb.

So haben wir getestet:

Abspielbare Medien: Alle Geräte wurden mit Videodateien verschiedener gängiger Formate durchgetestet, die auf USB-Sticks bzw. SD- oder Micro-SD-Karten gespeichert waren. Zusätzlich habe ich Filme von DVD und Blu-ray über einen per HDMI verbundenen Player zugespielt.   

Geringster Projektionsabstand: Es wurde ermittelt, ab welchem Abstand die Beamer ein scharfes Bild auf die Projektionsfläche werfen konnten. 

Projektionsgröße: Um festzustellen, wir groß das projizierte Bild jedes Beamers ist, habe ich die Fläche für jedes Gerät bei gleichem Abstand zur Wand (drei Meter) gemessen.

Akkulaufzeit: Ein Testgerät funktionierte mit Akkubetrieb. Die Laufzeit wurde ermittelt, indem das voll aufgeladene Gerät einen langen Film von einem eingesteckten USB-Stick abspielte, bis es sich selbsttätig abschaltete.

Crosstour P600 – Filmspaß zum kleinen Preis

Crosstour P600 - ausgepackt

Crosstour P600 - ausgepackt

Foto: Andreas Brohme

Ausgepackt: Zum Lieferumfang gehören neben dem Projektor eine Fernbedienung (ohne Batterien), Netzkabel, HDMI-Kabel, AV-Kabel, Handbuch in fünf Sprachen (ENG, DE, FR, IT, ES).

Installation: Das Einregeln eines scharfen Bildes mit den beiden Drehreglern war ein wenig fummelig, gelang aber nach etwas Herumprobieren. Der Mindestabstand zur Projektionsfläche für ein scharfes Bild betrug 105 Zentimeter (Diagonale 82 Zentimeter).

Umwelt / Energieverbrauch: Der Hersteller gibt eine Lebensdauer von 55.000 Stunden für das LED-Leuchtmittel an. Ich habe keine Angaben dazu gefunden, ob es sich austauschen lässt. Höchstwahrscheinlich also nicht. 

Handling: Das Bedienmenü der auf "Englisch" voreingestellten Geräte-Software ließ sich auf Deutsch umstellen und war gut verständlich. Das Handbuch wirkte schlampig übersetzt, war aber dennoch hilfreich.

Qualität: Das Gerät machte einen ordentlich verarbeiteten Eindruck: Alle Bedienelemente funktionierten einwandfrei, die Drehräder zur Einstellung von Schärfe und Trapezkorrektur waren angemessen leichtgängig.

Preis: 79,99 Euro

Alltagstauglichkeit: Der kompakte Crosstour-Beamer (Maße: 20,5 x 8,2 x 15,5 Zentimeter, Gewicht: 951 Gramm) überzeugte durch viele Anschlussmöglichkeiten (2 x HDMI in, VGA in, USB in, AV in, Micro-SD-Karte, Audio out). Das Gerät gab fast alle Videoformate wieder. Mit manchen .mov-Dateien hatte er Probleme, auch der Ton einiger DVDs wurde nicht wiedergegeben. Die Bilddiagonale bei drei Meter Projektionsabstand betrug 2,50 Meter. Im Vergleich zu den beiden anderen Projektoren hatte er das Bild mit der geringsten Helligkeit, war aber recht leise (37 Dezibel).

Was wir uns noch wünschen würden: Für ein mobiles Gerät sollte der Hersteller eine Tragetasche mitliefern.

Fazit: sehr günstiger Beamer mit ordentlicher Bildqualität. 

Pro:

  • sehr günstig

  • Betriebsgeräusch recht leise

Contra:

  • keine Tasche

  • geringste Bildhelligkeit im Test

  • gab Ton mancher DVDs nicht wieder

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Crosstour Tech

Beamer, Mini Video Crosstour Full HD Unterstützt Heimkino Projector LED Handy Tragbar Projektor Kompatibel mit Chromecast/Android/TV Box/Tablet

Ab 74,99 €
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 Vankyo Leisure 430 – Minikino mit guter Ausstattung

Vankyo Leisure 430 - ausgepackt

Vankyo Leisure 430 - ausgepackt

Foto: Andreas Brohme

Ausgepackt: Im Karton fanden sich der Projektor, die Fernbedienung (ohne Batterien), Netzkabel, HDMI-Kabel, AV-Kabel, gepolsterte Tragetasche, Handbuch in sechs Sprachen (ENG, DE, FR, ES, IT, JAP).

Installation: Die Bildeinstellung mittels zweier größerer Räder war etwas komfortabler als beim Crosstour-Beamer. Der Mindestabstand zur Projektionsfläche für ein scharfes Bild: 115 Zentimeter (Diagonale: 85 Zentimeter).

Umwelt / Energieverbrauch: Hersteller Vankyo nennt eine vorausssichtliche Lebensdauer von 50.000 Stunden für die LED.

Handling: Das Bedienmenü des Vankyo war am übersichtlichsten und reagierte am schnellsten. 

Qualität: Der Leisure 430 wirkte gut verarbeitet und stabil, mit 1285 Gramm war er aber auch der schwerste Beamer im Test. 

Preis: 89,99 Euro

Alltagstauglichkeit: Mit 23 x 9 x 18,5 Zentimeter war der Vankyo eine halbe Nummer größer als der kleine Crosstour-Beamer. Seine Projektionsfläche bei drei Metern Abstand war mit 2,33 Meter kleiner, dafür war das Bild aber heller und schärfer. Deshalb musste die interne Kühlung auch etwas intensiver arbeiten und erzeugte das lauteste Betriebsgeräusch der Testgeräte: Mit 42 Dezibel wurde das aber noch nicht einmal bei dialoglastigen Filmszenen als störend empfunden. Der Vankyo hatte alle gängigen Anschlüsse: HDMI in, VGA in, USB in, SD-Karte, Audio out, AV in und kam mit allen Videoformaten problemlos zurecht. Die eingebauten Lautsprecher dieses Beamers klangen voller und nicht so blechern wie bei den anderen Geräten.

Was wir uns noch wünschen würden: eine Fernbedienung, bei der die Batterien gewaltfrei ein- und aussteckbar sind.

Fazit: Besseres Bild, besserer Ton, bessere Ausstattung: Für nur zehn Euro Aufpreis bekommt man mit dem Vankyo ein bisschen mehr Mini-Beamer als beim Crosstour.

Pro

  • hellstes und schärfstes Bild im Test

  • stabil verarbeitet

  • gute Ausstattung

  • sehr günstig

Contra

  • lautestes Betriebsgeräusch im Test

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vankyo

VANKYO Leisure 430 Mini Beamer, Super Heimkino Beamer, support 1080P Full HD mit 60000 Stunden LED, kompatibel mit TV Stick, HDMI, SD, AV, VGA, USB, PS4, X-Box, iOS/Android Smartphone Projektor

Ab 109,99 €
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vamvo S1 Projector – die Größe zählt vielleicht doch nicht

vamvo S1 - ausgepackt

vamvo S1 - ausgepackt

Foto: Andreas Brohme

Ausgepackt: Lieferumfang: Projektor, ausklappbares Stativ, Fernbedienung, Netzkabel, Handbuch in fünf Sprachen (ENG, DE, FR, IT, ES).

Installation:  Der winzige vamvo-Beamer war in der Lage, ein scharfes Bild schon bei 17 Zentimetern Abstand zur Projektionsfläche zu liefern. Sinnvoll ist das freilich nicht: Es hatte dann nur die Größe eines Smartphone-Displays. Das kleine Gerät wurde mit einem robusten, anschraubbaren Mini-Stativ geliefert.

Umwelt / Energieverbrauch: Der einzige Beamer im Test mit der älteren DLP-Technologie soll bis zu 20.000 Betriebsstunden erreichen. Der vamvo-Beamer kann mit Akkubetrieb laufen. So schaffte er im Test eine Laufzeit von 116 Minuten.

Handling: Die Einstellung des projizierten Bildes erforderte etwas Übung, da der Fokus-Regler winzig war. Eine Trapezkorrektur bot der Beamer nicht. Um ein rechtwinkliges Bild zu erhalten, musste er also gerade auf die Projektionsfläche gerichtet werden. Die durch eine kleine Klappe geschützten Anschlussbuchsen lagen etwas zu eng: Beim Einstecken eines Audiosteckers und eines USB-Sticks wurde der Platz knapp.

Qualität: Das Gehäuse des vamvo war aus verwindungssteifem Kunststoff gefertigt.

Preis: 229,99 Euro

Alltagstauglichkeit: Der kleinste Testkandidat (8,3 x 2,4 x 14,8 Zentimeter, Gewicht: 268 Gramm) war auch der leiseste - das Betriebsgeräusch lag bei 30 Dezibel. Er hatte mit HDMI in, USB in, mico-SD-Karte, Audio out alle wichtigen Anschlüsse an Bord und kam mit allen Videoformaten im Test zurecht. Obwohl der Hersteller eine Bilddiagonale von 80 Zoll (gut 2 Meter) als optimal benennt, konnte der vamvo in Sachen Bildqualität auch bei 2,50 Meter (bei 3 Metern Projektionsabstand) gut mithalten: Er hatte das zweithellste Bild nach dem Vankyo. Besonderheit: Als einziger Beamer im Test konnte der vamvo auch Filme direkt von einem iPhone oder Android-Smartphone streamen. Die Installation der dafür nötigen EZCast-Software war allerdings aufwendig. 

Was wir uns noch wünschen würden: mehr Platz für die Stecker

Fazit: Der kleinste Beamer im Test bot die größte Show. Erstaunlich, was für ein Bild aus dieser winzigen Kiste kam. 

Pro

  • sehr kompakt

  • sehr leise

  • Akkubetrieb

 Contra

  • keine Tasche mitgeliefert

  • enges Buchsen-Steckfeld

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Va-S1

Mini Beamer, Vamvo Beamer Native 480P unterstützt 1080P, DLP Projektor Tragbar Eingebaute Batterie 360 ° Stativ Stereo-Lautsprecher kompatibel mit HDMI/ USB/ TF/ Micro SD, Video Beamer für Freien

Ab 199,99 €
Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

Testfazit

Natürlich bekommt man für einen Mini-Projektor in der Preisspanne von unter 100 bis 200 Euro kein Edel-Gerät mit Heimkino-Bildqualität. Aber für viele Anlässe wie abendliche Gartenpartys, verregnete Tage im Campingmobil oder die Fotoshow nach dem Urlaub sind sie gut geeignet und machen Spaß – ob nun ganz schlicht mit dem Crosstour oder mit etwas besserer Qualität wie dem Vankyo. Wer zusätzlich den Show-Effekt (und die Netzstromfreiheit) des winzigen vamvo-Beamers haben möchte, muss allerdings draufzahlen. Superhell konnte keiner der Beamer: Für eine Gartenparty rund um die 15 oder 18 Uhr übertragenen EM-Gruppenspiele im Sommer muss also eine andere Lösung gefunden werden.

Ein wichtiger Hinweis: Die eingebauten Lautsprecher der Beamer können, bedingt durch die kleinen Gehäuse, keinen großen Sound erzeugen und bestenfalls als Notlösung gesehen werden. Alle Geräte hatten deshalb Audio-Ausgänge, um externe Lautsprecher anzuschließen, was ich sehr empfehle.