Praxistest USB-C-Ladekabel im Vergleich

Nicht nur iPhone-Ladekabel geben manchmal den Geist auf. Auch die Varianten mit den USB-C-Steckern sind nicht unsterblich. Welcher Ersatz sich zu kaufen lohnt – wir haben es ausprobiert. 
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Andreas Brohme

Die hier empfohlenen Produkte wurden subjektiv, aber redaktionell unabhängig ausgewählt. Über die sogenannten Affiliate-Links im Text erhält der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler.

Das Handy selbst ist »hui«, das Zubehör mitunter eher so »na ja« – das gilt leider für viele Mobilgeräte. Vor ein paar Wochen habe ich daher Alternativen zu Apples Lightning-Kabeln getestet. Jetzt sind »die anderen« dran. Die Auswahl an Ladekabeln, die den in der Android-Welt mittlerweile häufig verwendeten USB-C-Stecker tragen, ist groß. So teuer wie viele Lightning-Kabel sind sie meist nicht. Kurios: Sehr oft werden diese Kabel in Doppelpackungen angeboten. Das ist ja praktisch: So hat man eines für zu Hause und eines fürs Büro, das Auto oder unterwegs.

Ich wollte wissen: Wie stabil sind die Ersatzkabel? Taugen sie, um ein Smartphone schneller zu laden als mit dem Standardkabel? Und wie fix sind sie bei der Datenübertragung zum Rechner? Dazu habe ich fünf Modelle bestellt.

Die Produkte im Überblick:

  • UNBREAKcable USB-C-Kabel auf USB 3.0: robust wirkendes Kabel, das im Test eine hohe Datenübertragungsrate erreichte.

  • ATUMTEK USB-Typ-C-Kabel: es muss nicht immer schwarz oder weiß sein: leuchtend blaues Kabel, das nach Herstellerangaben extrem lange halten soll.

  • JSAUX USB-Typ-C-Kabel 5A: dünnes, aber steifes Kabel mit aufwendigem Knickschutz an beiden Steckern.

  • Anker Powerline+ 1,8 m USB-C auf USB-3.0-A-Kabel: günstiges Kabel mit guten Datenübertragungswerten und recht stabiler Anmutung.

  • Syncwire USB-C-Kabel auf USB-3.0-Ladekabel: dickes, aber sehr flexibles Kabel, gute Datenübertragungswerte im Test.

So haben wir getestet:

Wie hoch ist der Ladestrom, der durch das Kabel an die Mobilgeräte durchgeleitet wird? Gemessen habe ich das per »USB Power Monitor«-Messgerät am jeweils mitgelieferten Schnelllade-Netzteil eines Samsung Galaxy Note 9 (die Technik heißt hier »Adaptive Fast Charging«) und eines LG G8X ThinQ (»Fast Charge«) und stichprobenartig mit einem Apple-iPad-Netzteil (das eigentlich nicht für diese Geräte gedacht ist).

Die Daten-Übertragungsgeschwindigkeit wurde ermittelt, indem gemessen wurde, wie schnell ein Ordner mit Videodateien (insgesamt 4,8 Gigabyte) vom Mobilgerät auf die SSD meines Test-MacBooks kopiert wurde.

UNBREAKcable USB-C-Kabel auf USB 3.0

Foto: Andreas Brohme

Die Steckergehäuse des Unbreakcable bestehen aus Kunststoff – ob sie wirklich unzerbrechlich sind, wenn man zum Beispiel darauf tritt, ist zu bezweifeln. Das schwarze und recht dicke Kabel wirkt aber sonst sehr stabil und darum auch etwas steif.

Das Unbreakcable hatte bei der Datenübertragung vom Smartphone die Nase ganz weit vorn: In nur einer Minute und 18 Sekunden rauschten die Daten sehr schnell zum Rechner. Beim Laden konnte es nur dem LG-Testgerät einen höheren Ladestrom (1,67 Ampere) liefern, dem Samsung dagegen nur 1,50 Ampere.

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ATUMTEK USB-Typ-C-Kabel

Foto: Andreas Brohme

Dieses Kabel verliert man nicht so leicht: Leuchtend blau purzelt es aus der Pappschachtel. Das mit Nylon umflochtene Kabel ist das dünnste im Testfeld. Es wirkt auf den ersten Blick steif, lässt sich aber leicht aufrollen und macht einen widerstandsfähigen Eindruck. In den Buchsen mancher Handys und Ladegeräte wackeln die metallummantelten USB-A- und USB-C-Stecker ein wenig, haben aber genug Halt.

Das Atumtek-Kabel arbeitet nach dem veralteten Standard USB 2.0. Deswegen lag es bei der Datenübertragung weit hinten: Drei Minuten und 52 Sekunden brauchte es für das Kopieren der 4,8 Gigabyte großen Testdateien auf mein MacBook. Wie die meisten anderen Kabel auch, lieferte es am Standard-Ladegerät des LG-Testhandys 1,68 Ampere, das Samsung musste sich mit 1,52 Ampere zufriedengeben – hier war das vom Hersteller mitgelieferte Kabel besser.

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JSAUX USB-Typ-C-Kabel 5A

Foto: Andreas Brohme

Dünner, aber trotzdem sperriger als die meisten Vergleichskabel, kommt das Modell von JSAux daher. Auffällig sind die lang ausgeführten Knickschutz-Manschetten an den Steckern, die den Eindruck guter Haltbarkeit vermittelten. Leider sitzen die etwas knapp bemessenen USB-A-Stecker (immerhin aus Aluminium) in den Buchsen von Ladegerät und Testcomputer nicht besonders fest.

Wer ein Samsung Galaxy Note 9 etwas schneller laden möchte als mit dem mitgelieferten Kabel, mag hier zugreifen: Das JSAux lieferte 1,77 Ampere – der beste Wert im Test. Schlusslicht dagegen war das Kabel bei der Datenübertragung: Das Datenpaket brauchte vier Minuten und neun Sekunden von Smartphone zu Rechner, was an der hier verwendeten veralteten USB 2.0-Technik liegt.

Anker Powerline+ 1,8 m USB-C auf USB-3.0-A-Kabel

Foto: Andreas Brohme

Vertraut man den Produktrezensionen bei Amazon, sind Kabel von Anker besonders langlebig. Das Testkabel macht tatsächlich einen robusten Eindruck und wirkt sehr elastisch, obwohl es zu den dicksten Testkandidaten gehört. Die USB-Stecker sitzen perfekt in allen getesteten Buchsen, die Steckergehäuse sind allerdings aus Kunststoff, der USB-C-Stecker zudem recht dick, sodass er durch die Aussparung mancher Handyhüllen nicht passen wird (worauf der Hersteller in seiner Produktbeschreibung auch hinweist).

Beim LG-Handy unterstützte das Anker-Kabel Schnellladen mit 1,67 Ampere, beim Samsung konnte es den höheren Ladestrom nicht durchleiten (nur 1,5 Ampere). Dritter Platz für die Datenübertragung: Das Anker brauchte zwei Minuten und 33 Sekunden.

Syncwire USB-C-Kabel auf USB 3.0 Ladekabel

Foto: Andreas Brohme

Ein dickes, aber glattes und sehr flexibles Kabel mit Metallsteckern: Das Syncwire-Kabel macht auf Anhieb einen sehr guten Eindruck, dabei gehört es zu den günstigeren Modellen. Am LG-Ladegerät lieferte es zuverlässig 1,67 Ampere (und damit minimal mehr als das Werkskabel), am Samsung dagegen nur 1,49 Ampere – obwohl es laut Hersteller damit voll kompatibel sein soll.

Das 4,8 GB große Datenpaket kopierte es in einer Minute und 23 Sekunden vom Handy auf den Rechner – der zweitbeste Wert im Test.

Fazit

Die Unterschiede bei den USB-C-Ladekabeln waren fein, auch bei den Preisen. Wer Wert auf besonders stabile Stecker legt, sollte die Modelle mit Metallummantelung von Atumtek oder Syncwire vorziehen. Wer seine Daten-Backups mit einem Kabel zum Rechner überspielt, spart mit den Kabeln von Unbreakcable und Syncwire nicht nur Sekunden, sondern Minuten. In Sachen Schnellladen war keines der Kabel den herstellerspezifischen Strippen nennenswert überlegen.

Die Schnelllade-Technologien der verschiedenen Hersteller sind übrigens nicht wirklich untereinander kompatibel. »Mehr Saft draufgeben lädt schneller« gilt absolut nicht. Ich habe zum Spaß alle Testhandys mit einem Apple iPad-Ladegerät (Zwölf Watt) verbunden. Sie wurden dann auch geladen, aber mit nur 1,39 Ampere deutlich langsamer als mit den mitgelieferten Standard-Ladesteckern. Beachten Sie beim Kauf eines neuen Kabels oder Ladegeräts also, dass es auch kompatibel mit Ihrem Smartphone ist – die Anbieter machen dazu oft detaillierte Angaben.

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