Handyhalterungen fürs Fahrrad im Test Auf Touren kommen

Mit dem Smartphone am Lenker steigt die Wahrscheinlichkeit, dass man das Ziel seiner Radtour auch wirklich erreicht. Wir haben fünf Halterungen getestet, die das Handy dabei sicher arretieren sollen.
Foto: DER SPIEGEL

Urlaub in der Heimat liegt - nicht in jedem Fall gewollt - im Trend. Für viele ist eine der schönsten Möglichkeiten, die nähere und weitere Umgebung zu erkunden, eine Tour oder sogar eine Reise mit dem Fahrrad. Dabei dient meist das Smartphone als Wegweiser - etwa mit Apps wie Komoot oder Google Maps. Aber niemand möchte sein Telefon an jeder Weggabelung aus der Tasche fummeln. Wenn es sicher am Lenker befestigt ist, haben Sie Landschaft und Route fest im Blick - und erkennen auf dem Display auch gleich, wenn der Chef versucht, Sie im Urlaub anzurufen. Wir haben fünf Halterungen ausprobiert und erklären, welchen davon Sie vertrauen können.

Die Produkte im Überblick

  • FYLINA Handyhalterung Fahrrad (22 Euro) - durch Drehen eines Zahnrads wird das Smartphone hier an allen vier Ecken fest in die Halterung geklemmt. Am Lenker wird dieses Modell ebenfalls mit einer flexiblen Klemmhalterung befestigt.

  • HASAGEI Handyhalterung Fahrrad (17,98 Euro) - in der Mitte der Haltefläche ist eine rautenförmige Taste. Wird das Smartphone darauf gedrückt, schließt sich die Klemmvorrichtung automatisch. Durch Zusammendrücken der beiden seitlich herausragenden Stifte lässt sich das Handy befreien.

  • IceFox Handyhalterung Fahrrad (10,99 Euro) - bei dem günstigsten Modell im Test sind die meisten Teile aus Kunststoff gefertigt. So ist diese Halterung besonders leicht, aber möglicherweise etwas weniger langlebig als die anderen Testkandidaten.

  • Impact Pro Mount 360° (24,95 Euro) - bei der Montage sowie beim Einsetzen und Herausnehmen des Handys wird hier etwas Kraft benötigt - dafür ist diese Halterung auch besonders stabil.

  • ZeaLife Sport Fahrrad Handyhalterung (13,99 Euro) - das Smartphone wird hier nur von zwei Federhalterungen und vier Gummis gehalten. Vor allem bei großen Handys kann das Rein- und Rausnehmen deshalb etwas mühsam sein.

So haben wir getestet

Flexibilität - Wie klein bzw. groß darf ein Handy sein, um sicher und bequem in der Halterung befestigt werden zu können?

Befestigung - Wie gut und wackelfrei lässt sich die Halterung an Lenkern mit unterschiedlichen Durchmessern befestigen? Bleibt das Handy auch bei holpriger Fahrt am Platz, oder verliert es die Position?

Handhabung - Wie leicht oder schwer kann das Handy in der Halterung  angebracht werden? Wie einfach oder kompliziert ist die Halterung am Lenker befestigt?

Verarbeitung - Machen die Geräte einen robusten Eindruck? Oder ist zu befürchten, dass sie das Smartphone schon nach wenigen Touren nicht mehr sicher halten?

FYLINA Handyhalterung Fahrrad

Foto: DER SPIEGEL

Bis zu 3,5 Zentimeter darf der Durchmesser des Lenkerrohrs sein, an dem die Klemmvorrichtung befestigt werden kann. Zangenartig umfasst die Halterung den Lenker, und wird durch einen Arretierhebel fixiert. Der muss mit etwas Kraft angezogen werden, damit das Smartphone auf holprigem Gelände nicht absackt. Der Vorteil: Die ganze Halterung lässt sich relativ einfach vom Lenker entfernen.

Für unterschiedlich dicke Smartphones liegen drei verschieden starke Polster bei, die auf die Grundhalterung geklebt werden. Plastikgreifer halten das Telefon an den vier Ecken in Position. Sie werden durch Drehen eines Zahnrads an die jeweilige Größe (5,5 x 11,6 Zentimeter bis 8,9 x 18 Zentimeter) angepasst. Ein Hebel auf der Rückseite erlaubt es, die Arretierung zu lösen und das Handy schnell aus der Halterung zu nehmen.

Ein Manko der Fylina-Halterung: Durch die Eckhalterungen aus Kunststoff wird bei vielen Telefonen der Kopfhöreranschluss verdeckt. Die Frontplatte lässt sich sowohl ins Hoch- als auch ins Querformat drehen und hält dank Rasterungen auch in einigen Zwischenpositionen sicher. Seitliches Neigen ist allerdings nicht möglich.

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Modell: FYLINA Handyhalterung Fahrrad
Ab 16,99 €
Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

HASAGEI Handyhalterung Fahrrad

Foto: DER SPIEGEL

Ein Smartphone darf maximal 8,8 x 18.9 Zentimeter messen, wenn es in dieser Halterung befestigt werden soll. Die untere Grenze liegt bei 6,1 x 12,6 Zentimetern. Für ein iPhone 4 ist die Halterung damit zu groß.

Die Befestigung für den Lenker wirkt etwas filigran - eine Schraube mit Rändelrad sorgt dennoch für guten Halt an Lenkern mit maximal 2,8 Zentimeter Durchmesser. Beim Anschrauben sollte man allerdings aufpassen, da die Mutter, die diese Schraube hält, leicht verloren gehen kann. In einigen Produktbewertungen ist zu lesen, dass der in der Kurzbeschreibung erläuterte Klemm-Mechanismus zu Defekten neigt - im Test funktionierte er allerdings einwandfrei: Ein Druck auf den rautenförmigen Schalter in der Mitte, und die vier Halterungen schnellen zusammen und umfassen das Handy sicher. Ein Kugelkopf mit einer weiteren Rändelschraube erlaubt es, die Position exakt den eigenen Vorstellungen anzupassen.

Auch hier kann bei einigen Smartphones der Kopfhöreranschluss verdeckt werden. Bedienelemente an den Längsseiten sind aber gut zu erreichen. Die Halterung ist nicht die robusteste im Test, mit fest angezogenen Befestigungen hielt sie das Smartphone aber sicher.

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Modell: HASAGEI Handyhalterung Fahrrad
Ab 17,98 €
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IceFox Handyhalterung Fahrrad

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Die Grundkonstruktion dieses Modells gleicht der von Hasegei - allerdings ohne den Schnappmechanismus. Um ein Handy einzulegen, müssen der Arretierschalter auf der Rückseite in die entsprechende Position geschoben, und die vier Krallen mit etwas Kraft auseinander gezogen werden. Das erschließt sich nicht auf Anhieb und erfordert etwas Geschick.

Hat man die Halterung mit einem Polster in der passenden Dicke beklebt, wird das Smartphone darin sicher gehalten. Ein Kugelkopf erlaubt eine flexible Positionierung des Telefons. Wer auf holprigen Strecken unterwegs ist, muss die Schraubverbindung sehr fest anziehen, damit die Position gehalten wird.

Auch hier verdecken die Haltekrallen bei manchen Telefonen den Kopfhöreranschluss. Ist die Halterung am Lenker installiert (maximaler Durchmesser: 3,5 Zentimeter) lässt sie sich nur mit etwas Aufwand wieder abnehmen - das Gewinde der Befestigungsschraube ist ziemlich lang. Insgesamt ein praktisches Produkt, es wirkt aber von allen Testkandidaten am filigransten.

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Modell: IceFox Handyhalterung Fahrrad
Ab 18,16 €
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Impact Pro Mount 360°

Manchmal sind konventionelle Lösungen durchaus konkurrenzfähig: Hier wird das Smartphone - ähnlich wie bei einem Schraubstock - in eine Metallhalterung geklemmt, und dort mit einer Schraube fixiert. Bis zu 10,5 Zentimeter breit darf das Gerät sein - der zusätzliche Schutz durch die Gummihalterung ist dann aber nicht mehr möglich. Dafür ist diese zu klein - zudem weicht sie nicht mit nach der Seite aus.

Hat das Handy an den Seiten Bedientasten, muss man aufpassen, sie nicht mit einzuklemmen. Und zu feste sollte man die Schraube hier nicht anziehen, damit das Smartphone durch die Spannung nicht verbogen wird. Sowohl die runde Klammer um den Lenker (maximaler Durchmesser: drei Zentimeter) als auch die Grundplatte der Halterung sind aus Metall gefertigt. So macht das Modell von Impact einen besonders robusten Eindruck.

Die Fixierung für den Kugelkopf, der die beiden Elemente miteinander verbindet, ist allerdings aus Kunststoff. Sie muss mit viel Kraft angezogen werden, um sicherzustellen, dass das Smartphone auch auf holprigen Strecken nicht aus der Position rutscht.

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Modell: Impact Pro Mount 360°
Ab 24,95 €
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ZeaLife Sport Fahrrad Handyhalterung

Foto: DER SPIEGEL

Ähnlich wie beim Modell von Fylina wird die Halterung auch hier mit einem zangenartigen Mechanismus am Lenker befestigt. Anders als dort erfolgt die Fixierung hier aber nur über eine Schraube ohne zusätzliche Klemmung. Wird die Schraube nicht ganz fest gezogen, kann die Halterung bei einer holprigen Fahrt nach unten sacken, und sich im ungünstigsten Fall sogar lösen - im Test ist es so weit nicht gekommen.

Zwei seitliche Halterungen klemmen das Handy (maximale Breite: 13 Zentimeter) mithilfe von Federn ein. Für zusätzliche Sicherheit sorgen Gummibänder, die über die Ecken des Handys gezogen werden können. Damit das klappt, darf dessen Diagonale nicht größer als 16 Zentimeter sein.

Die Frontplatte lässt sich rotieren, und rastet dabei in 16 Positionen ein. Ihr seitlicher Winkel kann aber nicht verändert werden - je nach Aufbau des Lenkers ist das Display so nicht optimal im Blickfeld. Das Neon-Design der Kunststoff-Fixierungen ist Geschmackssache. Es könnte aber die Gefahr verringern, dass man sein wertvolles Smartphone versehentlich am abgestellten Fahrrad vergisst.

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Modell: ZeaLife Sport Fahrrad Handyhalterung
Ab 19,90 €
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Fazit

Wer schon einmal eine Radtour in fremder Umgebung mit Navigations-App, aber ohne geeignete Halterung unternommen hat, wird wissen, wie mühsam das sein kann. Immer wieder anhalten, das Handy aus der Tasche fummeln, entsperren, feststellen, dass man schon zwei Kreuzungen zu weit gefahren ist...

Die hier empfohlenen Produkte wurden subjektiv, aber redaktionell unabhängig ausgewählt. Über die sogenannten Affiliate-Links im Text erhält der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler.

Mit jeder der getesteten Halterungen macht das - vorausgesetzt, sie passen zum Lenker und Smartphone und wurden mit der nötigen Sorgfalt angebracht - deutlich mehr Freude. Das Impact Pro Mount 360 wirkt besonders langlebig und robust. Wer vor allem in der Stadt unterwegs ist, wird die Modelle von Fylina und ZeaLife zu schätzen wissen, da sie sich relativ einfach komplett vom Lenker entfernen lassen.