Rasensprenger im Test Regenmacher

Wenn trockene Sommer dem Rasen zu schaffen machen, helfen Rasensprenger, das satte Grün zu erhalten. Wir haben getestet, wie gute fünf verschiedene Modelle den künstlichen Regen erzeugen.
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Rainer Claaßen

Viele sonst beliebte Freizeitaktivitäten fallen derzeit aus - da wird der eigene Garten zur beliebten Alternative. "Raus ins Grüne" geht im Eigenheim ebenso gut wie hinter vielen Mehrfamilienhäusern. Vorausgesetzt, es ist überhaupt grün - denn schon wenige Tage ohne Regen sorgen im Sommer für braun-vertrockneten Rasen und verdorrte Pflanzen. Wer das nicht riskieren will, greift zum Sprenger. Aber zu welchem?

Die getesteten Geräte kosten zwischen 15 und 35 Euro und funktionieren alle nach dem gleichen Prinzip: Über den schon seit 1968 etablierten Gardena-Anschluss im 3/4-Zoll-Format wird ein Gartenschlauch an eine Aufnahme am Gerät gesteckt. Der Wasserdruck setzt ein Getriebe in Gang, das ein integriertes Rohr langsam in der Längsachse drehen lässt - die Drehrichtung wechselt regelmäßig. In dem Rohr sind nebeneinander Düsen eingelassen, durch die das Wasser gleichmäßig auf eine größere Fläche "regnet".  

Die Produkte im Überblick:

  • Gardena Viereckregner Aqua M (25,33 Euro): Der Name des Herstellers gilt als Synonym für Gartenwerkzeuge. Das Standardmodell bietet wenige Einstellmöglichkeiten, beregnet aber eine recht große Fläche, deren Länge sich flexibel einstellen lässt.

  • Gardena Viereckregner Aqua S (18,42 Euro): Beim Einstiegsmodell des Marktführers lässt sich nur der Winkel einstellen, in dem der Regner schwenkt. Eine seitliche Einengung der beregneten Fläche ist nicht möglich. Das Wasser sprüht durch Bohrungen in einem gebogenen Metallrohr.

  • Grüntek Regner Primavera (16,85 Euro): Auch hier fließt das Wasser durch ein Metallrohr, allerdings sind in dieses kleine Kunststoffdüsen eingelassen. Wie bei allen Testkandidaten ist in den Verschluss gegenüber der Schlauchkupplung ein kleiner Stößel zur Reinigung der Düsen integriert.

  • Grüntek Rasensprenger bis 462 m2 (31,98 Euro): Beim teureren Modell von Grüntek lassen sich an den beiden Enden jeweils drei Düsen ein- oder Ausschalten. So kann die beregnete Fläche breiter oder schmaler eingestellt werden.

  • Kärcher OS 5.320 SV (33,18 Euro): Das teuerste Modell im Testfeld bietet die meisten Einstellmöglichkeiten. Und macht, obwohl es hauptsächlich aus Kunststoff gefertigt ist, einen recht robusten Eindruck.

So haben wir getestet:

Einstellmöglichkeiten: Die Geräte bieten unterschiedliche Möglichkeiten, die zu beregnende Fläche einzustellen. Wir haben ausprobiert, wie flexibel diese Einstellungen sind - sowohl was den Schwenkwinkel anbelangt, als auch auf die seitliche Abstrahlung bezogen.

Beregnete Fläche: Wir haben gemessen, wie weit die Beregnung in verschiedene Richtungen reicht. Achtung: Je nach verfügbarem Wasserdruck können die Resultate hier stark abweichen.

Gleichmäßigkeit: Im Abstand von 0,5 Metern und 4 Metern haben wir Gläser aufgestellt, und die Regner 5 Minuten mit maximaler Leistung laufen lassen. Anschließend wurde gemessen, wie viel Wasser jeweils in den Gläsern gelandet war.

Handhabung: Natürlich haben wir auch das allgemeine Handling getestet.  

Gardena Viereckregner Aqua M

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Gardena Viereckregner Aqua M

Foto: Rainer Claaßen

Seinem Namen macht das Gerät nicht wirklich Ehre: Während die beregnete Fläche bei den anderen Modellen tatsächlich weitgehend eine Rechteckform erreichte, glich diese hier eher einem Oval. In Schwenkrichtung betrug dessen Länge etwa 15 Meter, quer zur Aufstellung knapp zehn Meter. Das Gerät lässt sich gut bedienen - die Schieber, mit denen sich der Abstrahlwinkel einstellen lässt, gleiten mit angenehmem Widerstand in die gewünschte Position.

Die Wasserausbeute war - bedingt durch die große Fläche - relativ gering: In vier Metern Abstand landeten innerhalb von 5 Minuten 1,6 Milliliter Wasser im Testbehälter. Im direkten Umfeld des Regners war die Ausbeute deutlich geringer - hier kamen nur 0,5 Milliliter an.

Gardena Viereckregner Aqua S

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Gardena Viereckregner Aqua S

Foto: Rainer Claaßen

Auch beim zweiten Testkandidaten von Gardena gibt es keine Möglichkeit, einzelne Düsen zu blockieren. Während sich der Winkel, in dem das Rohr hin und her schwenkt (das dauerte mit 44 Sekunden relativ lange) flexibel einstellen lässt, gibt es so keine Option, den beregneten Bereich in der anderen Richtung einzuengen.

Da hier - anders als beim "kleinen" Gardena-Modell - auch die Ecken des Vierecks viel Wasser abbekamen, war die Ausbeute in den Testbehältern noch etwas geringer: 1,1 Milliliter kamen in vier Metern Abstand an, 0,6 Milliliter in der Distanz von 50 Zentimetern.

Im Test konnte der Aqua S eine Fläche von etwa 15 x 10 Metern gut wässern - die lässt sich durch Einstellen des Winkels auf 7,5 x 10 Meter reduzieren. Ist die zu bewässernde Fläche noch kleiner, muss gegebenenfalls der Wasserdruck am Hahn reguliert werden - am Gerät gibt es dafür keine Option.

Grüntek Regner Primavera

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Grüntek Regner Primavera

Foto: Rainer Claaßen

Die Grundkonstruktion dieses Modells gleicht der des Aqua M von Gardena - auch hier sprüht das Wasser aus einem gebogenen Rohr. Allerdings ist bei diesem Modell die Wasserausbeute in den Ecken der beregneten Fläche (ca. 15 x 10 m) deutlich größer. Auch hier gibt es keine Option, einzelne Düsen abzuschalten. Knapp eine halbe Minute dauerte es bei beiden Grüntek-Modellen, bis das Rohr einmal hin- und hergeschwenkt war.

Dieses Modell lieferte eine recht gleichmäßige Wasserverteilung: Das Glas in der Nähe des Regners enthielt nach fünf Minuten Laufzeit 1,2 Milliliter, das in vier Metern Abstand 2,1. Die beiden Regler, mit denen sich der Sprühwinkel einstellen lässt rasten mit deutlich hörbarem Klicken in einigen Zwischenpositionen ein.

Grüntek Rasensprenger bis 462 m2

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Grüntek Rasensprenger bis 462 m²

Foto: Rainer Claaßen

Wie schon in der Einleitung gesagt: Wie groß die gewässerte Fläche tatsächlich ist, hängt stark vom Wasserdruck ab, mit dem die Geräte betrieben werden. Wir bezweifeln allerdings, dass selbst bei sehr hohem Druck der in der Produktbezeichnung genannte Wert erreicht wird. Im Test lag die bewässerte Fläche bei knapp 130 Quadratmetern (16 x 8 m) - und damit noch etwas unter dem günstigeren Modell von Grüntek.

Dafür lassen sich hier aber auf beiden Seiten die letzten drei der insgesamt 20 Düsen per Tastendruck ein- oder ausschalten. So kann die Breite der bewässerten Fläche deutlich eingeengt werden.

Ein Regler direkt am Einlass soll den Wasserdruck steuern - das Drehen dieses Knopfes zeigte aber im Test keine nennenswerte Wirkung. Klasse allerdings: Im weiter entfernten Wasserglas kam hier mit 3,5 Millilitern eine vergleichsweise große Wassermenge an. Das nähere Glas enthielt nach fünf Minuten Regen nur 1,1 Milliliter.

Kärcher OS 5.320 SV

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Kärcher OS 5.320 SV

Foto: Rainer Claaßen

Das teuerste Modell im Test bietet auch mit Abstand die meisten Möglichkeiten: Mit einem Regler am Einlassventil lässt sich die durchgelassene Wassermenge präzise steuern - bis hin zum kompletten Abschalten. Die Steuerung des Winkels erfolgt, wie bei allen anderen Testkandidaten, über zwei drehbare Regler. An beiden Seiten des Ausstrahlrohrs lassen sich je drei der insgesamt zehn Düsenpaare mithilfe von leichtgängigen Tasten an- und abschalten - so eignet sich dieses Gerät auch für schmale Flächen.

Die maximal abgedeckte Fläche ist mit 14 x 8 Metern (112 Quadratmeter) vergleichsweise klein, entsprechend hoch ist in diesem Bereich die Wasserausbeute: 2,6 und 3,9 Milliliter fanden sich in den beiden Testbehältern im Abstand von 0,5 und vier Metern. Die Düsen zerstäuben die Wasserstrahlen relativ fein, sodass Windböen das Wasser recht weit ablenken können.

Fazit

Das Grundprinzip der Viereckregner ist bei allen getesteten Modellen gleich - und jedes davon macht seine Arbeit gut. Erfahrungsberichte zeigen allerdings, dass die Mechanik dieser Geräte störanfällig ist. Sie sollten deshalb nach der Anwendung von Restwasser geleert und trocken gelagert werden.

Schon mit dem günstigsten Modell im Test - dem Grüntek Regner Primavera lässt sich eine Fläche von etwa 150 Quadratmetern gleichmäßig wässern. Wer die Breite der beregneten Fläche einstellen möchte, greift zum teureren Modell dieses Herstellers - oder gleich zum Kärcher-Regner, der die meisten Einstellmöglichkeiten bietet. Die sind zwar bei den beiden Gardena-Modellen nicht besonders vielfältig, diese wirken dafür aber beim Handling besonders zuverlässig.

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