Sauberkeit unplugged Akku-Handstaubsauger im Test

Es muss nicht gleich ein teurer Dyson sein. Auf dem Markt der akkubetriebenen Handstaubsauger hat sich viel getan. Wir haben drei Modelle getestet – das günstigste kostet nicht einmal 90 Euro.
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Andreas Brohme

Die hier empfohlenen Produkte wurden subjektiv, aber redaktionell unabhängig ausgewählt. Über die sogenannten Affiliate-Links im Text erhält der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler.

Staubsaugen muss keine schweißtreibende Arbeit sein. Die dicken Brocken, die man am Kabel hinter sich durch die Wohnung zerrt, haben leichte, oft schick designte Konkurrenz bekommen. Ohne Kabel, ohne Beutel, viel schlanker und einfach zu reinigen. Wer nicht gleich zum Saugroboter greifen will, für den können sie eine Alternative sein. Aber sind sie auch wirklich alltagstauglich, wie lange halten die Akkus durch und wie gut lassen sie sich reinigen? Wir haben es ausprobiert.

Kurzvorstellung der getesteten Produkte:

  • Honiture 2 in1 (auch unter dem Namen Vazillio erhältlich) (ca. 85 Euro) -  einer der günstigsten Akkusauger auf dem Markt.

  • Proscenic P8 Max (ca. 170 Euro) – leichter Sauger mit austauschbarem Akku.

  • Philips SpeedPro FC6723 – (ca. 240 Euro) – teuerster und robustester Sauger im Test.

So haben wir getestet 

Praxistest: Alle Akku-Staubsauger wurden für mehrere Reinigungsgänge in denselben Räumen getestet. Es wurde geprüft, wie gründlich sie Staub und eine Mischung aus Konfetti, Nudeln, Linsen, Haaren und Garnresten aufsaugten. Dabei wurde die höchste der wählbaren Saugstufen ausgewählt.

Lautstärke: Mit einer Smartphone-App wurde das Betriebsgeräusch in Dezibel dB(A) aus einem Meter Entfernung ermittelt.

Akkulaufzeit: Jeder Sauger wurde mit voll aufgeladenem Akku in der stärksten Saugstufe betrieben. Gemessen wurde mit einer Stoppuhr, wann die Geräte sich selbsttätig abschalteten.

Honiture 2 in 1/Vazillio

Foto: Andreas Brohme

Ausgepackt
Im sehr kleinen glanzbeschichteten Karton entdeckten wir: Sauger, Netzteil, Verbindungsrohr, Verlängerungsrohr, drei Bürstenaufsätze, Aufhängevorrichtung inkl. Schrauben und Wanddübeln, Reinigungspinsel, Handbuch. Maße: 113 x 21 x 11 Zentimeter. Gewicht: 1,7 Kilogramm

Angemacht
Im Handbuch steht zwar rein gar nichts zur Inbetriebnahme, aber die Installation ist auch ohne Anleitung sehr simpel: Der Honiture-/Vazillio-Sauger war im Test mit wenigen Handgriffen zusammengesteckt und dank vorgeladenem Akku auch gleich betriebsbereit.

Umwelt/Energieverbrauch
Das Betriebsgeräusch beim Saugen in der höheren der zwei Saugstufen liegt bei 81 dB(A) - damit ist er genauso laut wie mein alter netzgebundener Bosch mit 1400 Watt (81 dB(A)). Mit der Akkulaufzeit von 26 Minuten ist er der Sauger mit dem besten Durchhaltevermögen. Der Akku ist nicht austauschbar.

Handling
Dank des niedrigen Gewichts ist der Honiture-/Vazillio-Sauger am leichtesten zu bewegen. Auch Überkopf-Saugarbeiten unter der Decke gehen locker von der Hand.

Qualität
Der Sauger ist aus leichtem Kunststoff. Während die Bodendüse sehr haltbar wirkt, ist die Entnahme des Schmutzbehälters so hakelig, dass eine lange Lebenszeit nur bei umsichtiger Behandlung zu erwarten ist. 

Alltagstauglichkeit
"Laues Lüftchen" war der erste Eindruck beim Hand-an-der-Düse-Test. Er täuschte: Der Honiture/Vazillio saugt Staub, Wollmäuse und die Testmischung aus Konfetti, Nudeln, Linsen, Haaren und Nähgarn von glatten Böden schnell und restlos weg. Für Teppiche und Teppichböden empfiehlt er sich nur eingeschränkt: Alle Krümel saugte er auf, aber Haare und Garn bekam er wegen der fehlenden Rotationsbürste nicht in den Griff.

Was wir uns noch wünschen würden
Bessere Verarbeitung des Staubbehälters.
Fazit
Sehr günstiger Sauger, der nicht zu stark beansprucht werden sollte.
Pro - sehr leicht und handlich - beste Akkulaufzeit im Test
Contra - Verarbeitung - kommt nicht gut mit Haaren und Fusseln auf Teppichen zurecht

Proscenic P8 Max

Foto: Andreas Brohme

Ausgepackt
Der mittelgroße Karton beinhaltet: Sauger, Ladegerät, Bodenrohr, drei Saugaufsätze, eine Teppichbodenrolle, Wandbefestigung inkl. Schrauben und Wanddübeln, Handbuch. Maße des Geräts: 116 x 23 x 13 Zentimeter. Gewicht: 2 Kilogramm.

Angemacht
Der Akku war schon vorgeladen. Nach dem sehr simplen Zusammenstecken der Einzelteile war der Proscenic-Sauger in Minuten betriebsbereit.

Umwelt/Energieverbrauch
Akkulaufzeit bei starker Saugstufe: 17 Minuten, 22 Sekunden. Lobenswert: Der D8 Max ist der einzige Sauger, dessen Akku ohne Werkzeug entnehmbar ist. Ein Austauschakku kostet 37 Euro. Mit 86 dB(A) ist er der lauteste Kandidat.

Handling
Der Sauger ist sehr leicht und lang genug für einen Mann von 1,84 Meter. Die sehr bewegliche Saugdüse mit LED-Licht und rotierender Rolle ließ sich sehr einfach manövrieren.

Qualität
Das Gerät ist aus leichtem Kunststoff gefertigt, das Saugrohr aus Alu. Der Staubbehälter lässt sich sehr leicht entfernen und öffnen und macht einen stabilen Eindruck.  

Alltagstauglichkeit
Der Proscenic geht mit einem ziemlichen Heulen ans Werk und saugte im Test problemlos und schnell jeden Dreck weg, den ich ihm vor die Düse warf. Die rotierende Bürste nahm auch Haare und Garn auf, selbst auf Teppichen. Die Bürste ist leicht entnehmbar für den Fall, dass sich längere Haare darin verfangen. Da der P8 Max etwas schwerer ist als der Honiture/Vazillio, erfordert Überkopf-Saugen etwas mehr Kraft. Dank einer LED-Lampe im Saugkopf konnte ich auch beim Saugen unter Sofas oder Schränken immer sehen, wo es langgeht.

Was wir uns noch wünschen würden
Einen Schalldämpfer.

Fazit
Der Proscenic P8 Max überzeugt mit starker Saugkraft und ordentlicher Verarbeitung.
Pro - einfache Entnahme des Staubbehälters - austauschbarer Akku - auch für Teppiche geeignet
Contra - Akkulaufzeit etwas kurz - etwas laut

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Hersteller: proscenic
Ab 194,99 €
Produktbesprechungen erfolgen rein redaktionell und unabhängig. Über die sogenannten Affiliate-Links oben erhalten wir beim Kauf in der Regel eine Provision vom Händler. Mehr Informationen dazu hier

Philips SpeedPro FC6723

Foto: Andreas Brohme

Ausgepackt'
In dem monströsen Glanz-Karton (dreimal so groß wie der Honiture/Vazillio) stecken (jeweils in Folien gewickelt: Sauger, Verlängerungsrohr, Bodenaufsatz, Netzteil, Wandhalterung inkl. Schrauben und Wanddübeln, Schnellstart-Anleitung mit Grafiken statt Text und zwei Handbücher mit Sicherheitshinweisen und Fehlerhinweisen. Maße des Geräts: 126 x 26 x 12 Zentimeter, Gewicht: 2,4 Kilogramm.

Angemacht
Das Zusammenbauen des Geräts ist simpel, der Akku des Philips-Saugers musst vor dem ersten Betrieb aufgeladen werden.

Umwelt/Energieverbrauch
Der Philips ist der leiseste der drei Kandidaten - auf der stärkeren der beiden Saugstufen erzeugt er einen Geräuschpegel von 73 dB (A). Viel leiser als ein herkömmlicher Staubsauger mit Kabel ist er damit nicht. Akkulaufzeit bei Saugstufe 2 (von 2): 22 Minuten. Für einen Akkuwechsel muss das Gerät zu Philips geschickt werden.

Handling
Auch wenn der Philips der schwerste der drei Test-Sauger war, ließ er sich sehr bequem bedienen. 

Qualität
Das Gehäuse und die Verbindungen der einzelnen Komponenten sagen: Dies ist ein teureres Gerät. Der Philips macht einen robusteren Eindruck als die Mitbewerber.

Alltagstauglichkeit
Der größte und schwerste Sauger im Test überzeugt durch die stärkste Saugkraft und das niedrigste Betriebsgeräusch. Auf Teppich saugt er noch gründlicher als der Proscenic, durch die breite Saugdüse war ich auch schneller fertig mit dem Testparcours. Das Saugen von Jalousien mit der recht praktischen, ausklappbaren Bürste, vorne am Rohr, ist etwas schwieriger als mit den anderen Saugern, da der Philips etwas mehr auf die Waage bringt. Das Entleeren und Reinigen des Staubbehälters geht sehr leicht von der Hand.

Was wir uns noch wünschen würden
Einen Akku, den man selbst austauschen kann.

Fazit
Der Philips ist zwar der teuerste, aber auch der leiseste, stabilste und stärkste Sauger im Test.
Pro - robuste Verarbeitung - beste Saugleistung im Test - helles LED-Licht an der Saugdüse
Contra - etwas schwer

Gesamtfazit
Schon der günstigste Sauger von Honiture 2 in 1/Vazillio macht einen guten Job, ist aber nicht gut für Teppiche geeignet. Etwas robuster und leistungsfähiger ist der Proscenic, aber auch lauter. Wer einen wirklich stabilen und leistungsfähigen Sauger sucht, fährt mit dem Philips am besten – er ist aber auch das teuerste Gerät im Test.