Fenstersauger im Test Die Besserwischer

Fenster zu reinigen, kann lästig sein und bringt nicht immer den gewünschten Effekt. Fenstersauger von Kärcher, Bosch, AEG und Leifheit sollen bessere Ergebnisse bringen. Ob das stimmt, haben wir getestet.
Die getesteten Fenstersauger von Bosch, Kärcher, Leifheit und AEG

Die getesteten Fenstersauger von Bosch, Kärcher, Leifheit und AEG

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Der Sommer steht vor der Tür. Trotz des bislang durchwachsenen Frühlings ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Wolken der Sonne Platz machen. Erst dann wird einem bewusst, wie lange die letzte Fensterreinigung zurückliegt. Beläge in Form von Streifen, Flecken, Schlieren, Tropfen oder einem Schleier? Wir alle kennen sie, und dennoch zögern wir nur allzu gern, sie zu entfernen. Neue Fenstersauger von Kärcher, Bosch, AEG und Leifheit sollen die Arbeit erleichtern.

Folgende vier Modelle haben wir getestet:

Kärcher WV 6 Premium (Preis: 109,99 Euro)
Der WV 6 Premium ist das neueste Modell von Kärcher. Neben dem Sauger und einer Sprühflasche werden Wischtücher für Innen- und Außenbereich, Schmutzkratzer und ein Netzadapter mitgeliefert.

Bosch GlassVac (Preis: 79,99 Euro)
Boschs erster Akku-Fenstersauger kommt mit einer Sprühflasche, einem Ladegerät sowie einem zusätzlichen Aufsatz für den Sauger.

AEG Electrolux WX7 (Preis: 69,95 Euro)
Neben dem Sauger liefert AEG einen kleineren Aufsatz, eine Sprühflasche sowie ein Ladekabel mit.

Leifheit Nemo (Preis: 84,99 Euro)
Der Nemo wurde speziell für kleinere Flächen und für den Einsatz im Bad entwickelt. Das Set enthält den Sauger, einen zweiten Aufsatz sowie einen Wandhalter.

So haben wir getestet

Handhabung – Wie handlich und wie schwer ist der Fenstersauger? Und wie laut ist er im Betrieb?

Qualität der Reinigung – Hinterlässt das Produkt Schlieren oder Streifen? Wie lange dauert es, bis die Fenster sauber sind?

Ausdauer – Wie lange hält der Akku? Wie lange dauert es, ihn wieder aufzuladen?

Ausstattung Was ist im Lieferumfang enthalten?

Kärcher WV 6 Premium

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Der WV 6 Premium  ist das teuerste Modell unserer Testreihe. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen daran. Tatsächlich weiß der Fenstersauger der Firma Kärcher in vielerlei Hinsicht zu überzeugen: Die Handhabung ist sehr angenehm, der extragroße Tank (150 Milliliter) lässt sich problemlos ab- und wieder anmontieren. Es fühlt sich trotz seiner Größe (Höhe: 31 Zentimeter) und 800 Gramm Gewicht relativ leicht an und ist überraschend leise – 65 Dezibel (dB).

Auch der Lieferumfang ist ein Pluspunkt. Eine Sprühflasche für Reinigungsflüssigkeit ist ebenso im Preis enthalten wie ein Schmutzkratzer und verschiedene Wischtücher für den Innen- und Außenbereich.

Doch der wohl größte Vorteil des WV 6 Premium ist die Akkulaufzeit. Bis zu 100 Minuten kann er ohne Unterbrechung genutzt werden. Um die Arbeit zusätzlich zu erleichtern, können Nutzer auf dem Gerät minutengenau ablesen, wie lange der Akku noch hält (siehe Bild). Einziger Haken: Die Ladezeit beträgt fast drei Stunden.

Doch kommen wir zur Reinigungsqualität: Auch hier stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die 28 Zentimeter breite Absauglippe zieht die Flüssigkeit problemlos ab und sorgt für ein schlierenfreies Ergebnis. Die Reinigung eines 190 Zentimeter hohen und 45 Zentimeter breiten Fensters dauerte im Test nicht länger als zwei Minuten.

👍 makellose Reinigung
👍 Akkulaufzeit (bis zu 100 Minuten)
👍 Mitgeliefertes Zubehör

👎 relativ teuer
👎 Ladezeit

Bosch GlassVac

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Das Produkt von Bosch ist 30 Euro günstiger als der Kärcher. Der GlassVac ist außerdem etwas kleiner (Höhe: 22 Zentimeter) und leichter (710 Gramm), weist im Vergleich zum WV 6 Premium allerdings auch Schwächen auf. So beträgt die Akkulaufzeit lediglich 30 Minuten. Eine LED zeigt an, wie lange der Akku noch hält. Allerdings weniger genau als beim Kärcher.

Im Lieferumfang sind neben dem Fenstersauger eine Sprühflasche, ein zusätzlicher Aufsatz (13 Zentimeter breit) sowie ein Ladegerät enthalten.

Der GlassVac ist relativ laut (71 dB), weiß aber im Reinigungsprozess zu überzeugen: Mithilfe der Sprühflasche können hartnäckige Flecken entfernt werden, das anschließende Absaugen funktioniert ähnlich unproblematisch wie beim WV 6 Premium. Anschließend kann das Schmutzwasser einfach abgegossen werden, indem der rote Gummiknopf am Gehäuse geöffnet wird. Die Aufnahmekapazität beträgt 100 Milliliter.

👍 Gute Reinigungsergebnisse
👍 Tank ist sehr einfach zu entleeren

👎 Relativ laut (71 dB)
👎 Akkulaufzeit (30 Minuten)

AEG Electrolux WX7-90B2B

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Der AEG WX7 besticht nicht durch Design, stattdessen aber umso mehr durch Leistung: Für nur 69,95 Euro bekommen Käuferinnen und Käufer den Fenstersauger, einen kleineren Aufsatz, eine Sprühflasche sowie ein Ladekabel geliefert. Der auf den ersten Blick bescheidene Inhalt hat es in sich: Der Tank des Saugers bietet mit 110 Millilitern ausreichend Platz, die Akkulaufzeit, die in Form von drei gelben Balken angezeigt wird, beträgt bis zu 90 Minuten. Zudem ist der WX7 leiser als die drei anderen Testgeräte (62 dB).

Auch die Reinigungsleistung ist ein Pluspunkt: Das Fenster kann binnen zwei Minuten streifenfrei gereinigt werden, an den Rändern entstehen weder Schlieren noch Streifen, kein Tropfen bleibt zurück. Laut Hersteller können dank des leistungsstarken Akkus bis zu 90 Fensterflächen ohne Unterbrechung geputzt werden. Kurz gesagt: Der AEG WX7 (750 Gramm) ist günstiger als die Konkurrenz, bietet aber mindestens gleichwertige Ergebnisse.

Neben dem getesteten Modell 90B2B bietet der Hersteller auch eine Variante mit dem Kürzel 60CE1 an, die nur 60 Minuten Akkulaufzeit hat und mit weniger Zubehör geliefert wird.

👍 relativ günstig
👍 sehr leise (62 dB)
👍 bis zu 90 Minuten Akkulaufzeit

👎 Lieferumfang

Leifheit Nemo

Der abgebildete Teleskopstiel (l.) muss beim Nemo separat bestellt werden.

Der abgebildete Teleskopstiel (l.) muss beim Nemo separat bestellt werden.

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Leifheit überzeugt vor allem in puncto Handlichkeit. Im Gegensatz zu den Produkten von Kärcher, Bosch und AEG lässt sich der Nemo zwar nicht abstellen, dafür eignet er sich sehr gut für kleine Flächen. Ob Herdplatte, Fliesen im Bad oder Fenster im Wohnzimmer: Der Nemo findet überall Anwendung. Mithilfe eines 110 Zentimeter langen Teleskopstiels sogar in Ecken, die eigentlich unerreichbar scheinen. Im Set enthalten ist das Hilfsmittel allerdings ebenso wenig wie eine Sprühflasche. Für 84,99 Euro bekommen Kundinnen und Kunden lediglich den Sauger, einen zweiten Aufsatz sowie einen Wandhalter.

Ein großer Nachteil ist die Lautstärke: Mit 75 dB ist der Nemo das lauteste Produkt dieser Testreihe. Der Leistung tut das allerdings keinen Abbruch: Wie bereits erwähnt liegt der Nemo gut in der Hand, das Entleeren des Tanks ist sehr einfach, der Akku hält immerhin 45 Minuten, und das Gehäuse ist spritzwassergeschützt. Die Fenster sind damit im Handumdrehen schlierenfrei gereinigt.

Neben der Lautstärke ist der Tank eine weitere Schwachstelle (60 Milliliter). Bei größeren Fenstern und einer längeren Reinigungszeit muss das Schmutzwasser deutlich öfter geleert werden als bei anderen Modellen.

👍 Tankentleerung ist sehr einfach
👍 Sehr gut für kleine Flächen
👍 Handlich

👎 Sehr laut
👎 Keine Sprühflasche im Lieferumfang
👎 Kleiner Tank

Fazit

Die Absaugfunktion von Fenstersaugern erleichtert das Reinigen von Fenstern und glatten Oberflächen enorm. Bei keinem der getesteten Modelle gab es Berührungspunkte mit Schmutzwasser, alle Geräte lieferten sehr gute Resultate. Unterschiede gab es in Handhabung, Preis, Lautstärke und Akkulaufzeit.

Vollends überzeugt hat der WV 6 Premium. Das Modell von Kärcher eignet sich vor allem bei großen Flächen. Die Akkulaufzeit ist bis zur letzten Minute auf dem Display ablesbar und sollte in aller Regel ausreichen, um sämtliche Fenster zu putzen. Der Preis-Leistungs-Sieger ist der WX7. Der Akkusauger von AEG ist deutlich günstiger, leise und reinigt große Flächen makellos. Für kleinere Flächen – insbesondere im Bad – empfiehlt sich der Nemo. Allerdings muss dem Käufer bewusst sein, dass das handliche Gerät mehr Lärm macht als die Konkurrenz.