Saugwischer im Test Gleichzeitig saugen und wischen - kann das gelingen?

Kann Putzen Spaß machen? Eigentlich nicht. Doch es gibt Hoffnung: Neue Saugwischer versprechen komfortables Wischen. Wir haben vier Modelle getestet.
Der FC 7 Cordless von Kärcher saugt und wischt zugleich

Der FC 7 Cordless von Kärcher saugt und wischt zugleich

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Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Putzen ist lästig, kostet viel Zeit, beansprucht den Rücken, und der Wasserverbrauch ist oft hoch. Mehrere Hersteller versprechen nun Besserung: Trockener und feuchter Alltagsschmutz soll in nur einem Arbeitsschritt beseitigt werden können.

Gleichzeitig saugen und wischen? Im besten Fall auch noch kabel- und möglichst geräuschlos? Neue Saugwischer von Kärcher, Leifheit, Philips und Vileda sollen die Arbeit in jeder Hinsicht erleichtern. Wir haben die uns zur Verfügung gestellten Modelle auf ihre Alltagstauglichkeit getestet.

Folgende Modelle haben wir getestet:

Kärcher FC 7 Cordless (Preis: 509,99 Euro)
Der FC7 Cordless ist das neueste Modell von Kärcher. Dank einer besonderen Aufhängung der Walzen kann auch randnah gereinigt werden.

Leifheit Regulus Aqua PowerVac (Preis: 299,00 Euro)
Der Regulus Aqua PowerVac ist schon für 299 Euro zu haben. Eine Selbstreinigungsfunktion gehört ebenso zum Repertoire wie ein übergroßer Schmutzwassertank.

Philips SpeedPro Max Aqua (Preis: 549,99 Euro)
Der SpeedPro Max Aqua ist das teuerste Produkt unserer Testreihe. Kann das Philips-Produkt den hohen Erwartungen gerecht werden?

Vileda JetClean (Preis: 249,99 Euro)
Der JetClean ist die günstigste Variante – und wird mithilfe eines sieben Meter langen Stromkabels durch die Wohnung gezogen. Erleichtert das Modell von Vileda die Arbeit trotzdem?

So haben wir getestet

Handhabung – Wie handlich und wie schwer ist der Saugwischer? Wie laut ist er in Betrieb?

Qualität der Reinigung – Wie hoch ist die Saugleistung? Wie schnell werden schmutzige Flächen gereinigt?

Ausdauer – Wie lange hält der Akku? Wie lange dauert es, ihn wieder aufzuladen?

Ausstattung Was ist im Lieferumfang enthalten?

Kärcher FC 7 Cordless

Der Kärcher FC 7 Cordless samt Parkstation und den Walzen

Der Kärcher FC 7 Cordless samt Parkstation und den Walzen

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Der FC 7 Cordless ist das zweitteuerste Produkt unserer Testreihe. Für einen Listenpreis von 510 Euro bekommt man neben dem Saugwischer eine Reinigungs- und Parkstation, eine Flasche Reinigungskonzentrat, ein Ladegerät sowie vier Ersatzrollen. Die Ladezeit beträgt vier Stunden.

Die Bauform ist schlanker als bei der Konkurrenz, weshalb es dem FC 7 Cordless problemlos gelingt, unter Betten und Sofas zu reinigen. Auch die Ränder werden dank einer speziellen Anfertigung erreicht: Bei den meisten Geräten dieser Art sind die Walzen an der Seite aufgehängt, so bleibt beim Wischen ein schmaler Streifen am Rand. Kärcher hat sich daher für eine Aufhängung in der Mitte entschieden, um auch randnah reinigen zu können. Stattdessen bleibt dann ein schmaler Streifen in der Mitte. Das Unternehmen empfiehlt deshalb, beim Vor- und Zurückziehen in leicht versetzten Bahnen zu arbeiten. Auch das gelingt ohne echten Mehraufwand, weil der Kärcher sich so geschmeidig und leicht über den Boden ziehen lässt wie kein anderes Testgerät.

Theoretisch kann der FC 7 Cordless 45 Minuten lang ohne Unterbrechung genutzt werden. Allerdings ist der integrierte Schmutzwassertank (200 ml) relativ schnell voll, weshalb immer wieder Pausen eingelegt werden müssen. Immerhin werden die Käufer:innen dank eines akustischen und visuellen Signals auf einen vollen Schmutzwasserbehälter hingewiesen. Auch die Reinigungsqualität ist bemerkenswert: Flecken jeglicher Art (z.B. Ketchup) werden problemlos und schnell beseitigt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Lautstärke. Mit nur 71 Dezibel (dB) ist die Geräuschkulisse beim 4,3 Kilogramm schweren und 121 Zentimeter hohen Testgerät vergleichsweise angenehm. Wie die meisten der neuen Modelle verfügt der FC 7 Cordless über eine Selbstreinigungsfunktion (Dauer: zwei Minuten), die Walzen können bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.

Leifheit Regulus Aqua PowerVac

Der Aqua PowerVac von Leifheit: Mit bis zu 83 dB sehr laut

Der Aqua PowerVac von Leifheit: Mit bis zu 83 dB sehr laut

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Während der Geräuschpegel zu den Stärken des Kärchers zählt, gehört er beim zweiten Testgerät, dem Regulus Aqua PowerVac, zu den Schwächen. 83 dB sind während eines längeren Reinigungsvorgangs auf Dauer lästig. Überzeugender ist die Reinigungsdauer: Bis zu 25 Minuten kann das Produkt von Leifheit mit einer Akkuladung genutzt werden. Viele Unterbrechungen sind dabei nicht nötig, weil der Schmutzwassertank mit 400 Millilitern doppelt so groß ist wie beim FC 7 Cordless.

Mit nur 3,3 Kilogramm ist der gut in der Hand liegende Regulus Aqua PowerVac das leichteste Produkt unserer Testreihe. Im Vergleich zum Kärcher fühlt sich das Produkt weniger hochwertig an, das schlägt sich auch im Preis nieder. Im 299 Euro teuren Set (UVP) sind neben dem Saugwischer auch eine Reinigungs- und Parkstation, ein Ladegerät sowie ein Ersatzfilter für den Schmutzwassertank enthalten.

Die Bedienung gestaltet sich einfach und verständlich. Am Handgriff befindet sich ein Schalter, der länger gedrückt werden muss, um die Wischrolle anzufeuchten. Zwei weitere Knöpfe steuern die normale Wischfunktion, ein weiterer eine extra starke. Auch die Entleerung des Schmutzwassertanks nimmt kaum Zeit in Anspruch. Zu den Vorteilen des Geräts zählt die Selbstreinigungsfunktion, die allerdings – wie die Reinigung selbst – unangenehm laut werden kann.

Bei der Reinigung enttäuscht der Regulus Aqua PowerVac nicht. Auch hartnäckige Flecken werden auf Hartboden problemlos entfernt. Allerdings bleiben an Rändern Flecken, unter tiefe Sofas und Betten gelangt er ebenfalls nicht.

Philips SpeedPro Max Aqua

Der SpeedPro Max Aqua von Philips wird mit viel Zubehör geliefert

Der SpeedPro Max Aqua von Philips wird mit viel Zubehör geliefert

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

Das teuerste Produkt unserer Testreihe ist der SpeedPro Max Aqua von Philips. Im Set ist – dem Preis entsprechend – viel Zubehör enthalten. Für 550 Euro Listenpreis liefert Philips einen normalen Saugaufsatz, einen zweiten Saugaufsatz mit Wassertank, eine Fugendüse, eine Milbenbürste (z.B. für Sofas), einen Ersatzfilter, ein magnetisches Ladekabel und eine Wandhalterung mit.

Die Handhabung ist einfach und angenehm, das 2,7 Kilogramm leichte Gerät verfügt über drei Saugstufen und einen großen Staubbehälter (600 ml). Die maximale Reinigungsdauer beträgt je nach Modus etwa 28 bis 80 Minuten. Wie der FC 7 Cordless von Kärcher erreicht auch der SpeedPro Max Aqua dank seines schlanken Designs fast jede Ecke (s. Bild).

Im Gegensatz zu den anderen Testprodukten handelt es sich hier allerdings nicht um einen klassischen Saugwischer. Vielmehr eignet er sich lediglich für festgetrocknete Flecken. Bei der Reinigung selbst wippt der SpeedPro Max Aqua immer auf und ab, dank einer speziellen »Aqua-Düse« wird immer zuerst gesaugt und anschließend gewischt. Mit der »360-Grad-LED-Saugdüse« erwischt man Grob- und Feinpartikel aus nahezu allen Winkeln – egal, ob man eine Vor-, Rück-, oder Seitwärtsbewegung vollzieht.

Der SpeedPro Max Aqua ist ein echter Zeitsparer, das Gerät hinterlässt nahezu keinen Schmutz, lässt sich bequem über den Boden ziehen und macht in der niedrigsten Saugstufe nur wenig Lärm (71 dB). Allerdings sollte man vor dem Kauf wissen, dass feuchter Schmutz wie Ketchup, Kaffee oder Milch von dem Produkt nicht aufgesaugt werden können.

Vileda JetClean

Der Vileda JetClean mit seinem sieben Meter langen Stromkabel

Der Vileda JetClean mit seinem sieben Meter langen Stromkabel

Foto: Bastian Midasch / DER SPIEGEL

»Der Zeitsparer: 3 in 1 Saugen + Wischen + Trocknen«: Das verspricht der Hersteller für den JetClean. Zu einem Listenpreis von 250 Euro bekommt man neben dem Saugwischer eine Park- und Reinigungsstation sowie einen Messbecher für den Tank.

Im Gegensatz zur Konkurrenz verfügt der für Hartböden geeignete Sauger über ein sieben Meter langes Stromkabel. Einerseits ein Nachteil, weil es die Arbeit in größeren Wohnungen erschwert und verlängert. Andererseits glänzt der JetClean durch eine enorme Saugkraft. Ein weiterer Vorteil: Zieht man den JetClean rückwärts über die soeben gereinigte Stelle, ist der Boden sofort trocken. Das verdankt das Gerät einer patentierten Gummilippe. Diese zieht die Restflüssigkeit vom Boden ab und sorgt so für ein gutes Trocknungsergebnis.

Doch wie auch der Regulus Aqua PowerVac ist der Vileda relativ laut (79 dB). Die Wischfunktion erfüllt ihren Zweck, allerdings etwas langsamer als beispielsweise der FC 7 Cordless. Bei hartnäckigen Flecken ist ein mehrfaches Auf- und Abwischen erforderlich. Die Selbstreinigungsfunktion ist ein Pluspunkt, muss aber in manchen Fällen zwei- oder dreimal durchgeführt werden, um einen sauberen Saugwischer zurückzulassen. Leider muss an den Fußleisten immer noch per Hand nachgearbeitet werden, weil durch die Form der Düse ein kleiner ungereinigter Rand zurückbleibt (ca. drei Zentimeter).

Das relativ schlanke Design ermöglicht es dem JetClean, auch unter manche Möbel zu gelangen. Allerdings ist das Design nicht mit dem des FC 7 Cordless oder dem des SpeedPro Max Aqua zu vergleichen.

Fazit

Ganz klar, wer auf eine angenehme und beschwerdefreie Reinigung setzt, macht mit dem Kauf des SpeedPro Max Aqua oder des FC 7 Cordless vieles richtig. Die Batterieleistung überzeugt, sie lassen sich geschmeidig und ohne großen Aufwand über den Boden ziehen, erreichen auch entlegene Winkel und reinigen zuverlässig. Allerdings sind die Produkte von Philips und Kärcher deutlich teurer als die der Konkurrenz.

Der JetClean ist lauter und lässt sich nur mithilfe eines langen Stromkabels durch die Wohnung manövrieren. Allerdings: Wem das egal ist, wird auch hier nicht enttäuscht. Der Preis ist verlockend niedrig (250 Euro), und auch die Reinigungsleistung ist gut, wenngleich ein mehrfaches Auf- und Abwischen erforderlich ist.

Ähnlich sieht es beim Regulus Aqua PowerVac aus. Das leichteste Gerät der Testreihe ist ebenfalls günstig (299 Euro) und dank des großen Schmutzwassertanks ein echter Zeitsparer.