Schwimmhilfen im Test Weste oder Haiflosse – was hilft wirklich?

Anfängerkurse für Kinder sind derzeit kaum zu ergattern. Hilfsmittelhersteller versprechen Eltern Sicherheit und Unterstützung beim Eigenunterricht. Das taugen Schwimmflügel, -weste, -gürtel und Haiflosse.
Johanna testet die Schlori-Schwimmkissen und Emil führt mit Schwimmflügeln die wichtigste Position für Schwimmanfänger vor: »den Seestern«

Johanna testet die Schlori-Schwimmkissen und Emil führt mit Schwimmflügeln die wichtigste Position für Schwimmanfänger vor: »den Seestern«

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Ausgebucht. Und zwar nicht nur die Nachmittagskurse im nächstgelegenen Schwimmbad in den nächsten Wochen, sondern alle Kurse in allen Hamburger Schwimmbädern bis Mitte Dezember.

56 ausgebuchte Seepferdchen-Kurse listet der Hamburger Schwimmbadbetreiber Bäderland derzeit auf. Auf der Website der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) sieht es nicht besser aus. Schwimmkurse für Kinder sind im Moment in ganz Deutschland Mangelware.

»Wir hatten ja schon vor der Coronapandemie lange Wartelisten, dann waren die Schwimmbäder geschlossen«, klagte Manuel Friedrich, Präsident der DLRG Bayern im SPIEGEL-Videointerview.

Was also tun? Ganz klar: Dem Kind jetzt im Sommer selbst das Schwimmen beibringen – oder zumindest die Grundlagen dafür legen. Also ab ins Freibad!

Meine Tochter Lara ist fast vier Jahre alt, die kleine Tochter meiner Freundin genau ein Jahr älter. Wir haben ein gemeinsames Ziel, aber schon bevor wir ins Wasser steigen, beginnt die Diskussion: Hat Lara gar keine Schwimmflügel? Doch, hat sie. Aber sie hasst sie. Zu eng, zu unbequem, »total blöd«, wie sie es ausdrückt.

Neidisch schaue ich zu, wie die fast Fünfjährige meiner Freundin mit ihren Schwimmflügeln vergnügt planscht, während ich meine Tochter im Wasser permanent festhalten muss. Ich schaue mich im Becken um: Da sind Kinder mit Schwimmgürteln und Schwimmwesten, mit Schwimmreifen und Schwimmflügeln in allen Formen und Farben. Nur meine Tochter hat kein Equipment. Ich fühle mich schlecht und starte zu Hause eine Internetsuche. Mehr als eintausend Ergebnisse hat allein Amazon parat für den Suchbegriff »Schwimmhilfe für Kinder«. Welche soll ich nehmen?

Als ich im Büro von meiner Überforderung berichte, macht mich eine Kollegin auf einen Artikel aufmerksam, den sie gerade in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« gelesen hatte. Darin ist von Haiflossen aus Schaumstoff die Rede, mit denen angeblich immer mehr Kinder in England, den USA und Australien das Schwimmen lernen. Dort sei man uns Deutschen »ein paar Armlängen voraus«. Jetzt will ich es genauer wissen und vereinbare mit Katja Kabisch, Leiterin der Ausbildung im DLRG-Landesverband Hamburg e.V., einen Schwimmhilfen-Test.

Die Tester

Ella, 4, Emil, 4, und Johanna, 7. Alle drei haben mindestens einen Elternteil, der ehrenamtlich bei der DLRG als Schwimmausbilder arbeitet und Schwimmabzeichen abnehmen darf. Obwohl Ella erst vier Jahre alt ist und Seepferdchen-Kurse in der Regel erst für Kinder ab fünf Jahren gedacht sind, kann sie schon perfekt schwimmen und tauchen. Emil und Johanna sind sehr sicher im Wasser, üben das Schwimmen aber noch.

Ella beim Test des Schwimmgürtels, hinter ihr schwimmt Johanna mit Haiflosse vorbei

Ella beim Test des Schwimmgürtels, hinter ihr schwimmt Johanna mit Haiflosse vorbei

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Diese Schwimmhilfen haben die drei getestet

  • Beco Sealife Schwimmweste Easy Fit

  • Swimtrainer »Classic« orange mit Schwimmbrett

  • Beco Schwimmgürtel 5 Pads

  • Flipper Schwimmflügel SwimSafe

  • Haiflosse SwimFin

  • Schlori Schwimmkissen

So haben wir getestet

Wir treffen uns an einem Mittwochnachmittag im Familienbad Rahlstedt in Hamburg. Die DLRG bietet dort einen Seepferdchen-Kurs an. Ella, Emil und Johanna teilen sich das Kursbecken mit den Kindern aus dem regulären Schwimmkurs. Es sind mehrere Schwimmausbilder und Ausbildungsassistenten der DLRG dabei, die den Test im Wasser und am Beckenrand überwachen. Die Kinder können selbst entscheiden, welche Schwimmhilfen sie testen wollen.

Beco Sealife Schwimmweste Easy Fit

Die Schwimmweste wird über den Kopf gezogen und an der Seite mit einem Verschluss gesichert

Die Schwimmweste wird über den Kopf gezogen und an der Seite mit einem Verschluss gesichert

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Laut Hersteller ist diese Schwimmweste besonders geeignet zum Schwimmen lernen, »da die natürlichen Bewegungsabläufe nicht behindert werden«. Das scheint zunächst einleuchtend: Anders als bei Schwimmflügeln, mit denen Kinder ja kaum die Arme bewegen können, können sie diese hiermit frei bewegen – zumindest theoretisch. Denn im Wasser zeigt sich: Die Weste rutscht Emil sofort hoch und klemmt ihm unter dem Kinn.

Emil testet mit der Hilfe von Katja Kabisch die Schwimmweste

Emil testet mit der Hilfe von Katja Kabisch die Schwimmweste

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Alles festzurren hilft nichts, die Weste rutscht immer wieder hoch. So treibt er wie ein Korken im Wasser und kommt gar nicht in die Schwimmposition. Er verliert deshalb schnell die Lust. Und auch DLRG-Ausbildungsleiterin Katja Kabisch ist wenig begeistert: »Die Weste verfälscht das Wassergefühl«.

Kabisch zählt die Grundfertigkeiten auf, die Kinder erlernen müssen, bevor es ans Schwimmen geht: im Wasser ausatmen, Schweben und Treiben, Gleiten und Tauchen und ins Wasser springen. »Das Ausatmen ins Wasser fällt mit der Weste schwer«, sagt sie. »Und Tauchen ist damit gar nicht möglich«. Zum Schwimmenlernen ist die Weste damit ihrer Einschätzung nach völlig ungeeignet.

Laut Hersteller gedacht für: Zwei bis sechs Jahre, 15 bis 30 Kilogramm

+ Sehr einfach in wenigen Sekunden anzuziehen, mit Sicherheitsverschluss.

- Verrutscht leicht. Nicht zum Schwimmenlernen geeignet.

Swimtrainer Classic mit Schwimmbrett

Swimtrainer-Schwimmreifen gibt es in drei Größen. Dieser hier ist für Vier- bis Sechsjährige gedacht.

Swimtrainer-Schwimmreifen gibt es in drei Größen. Dieser hier ist für Vier- bis Sechsjährige gedacht.

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Babys habe ich schon häufiger in den Swimtrainer-Schwimmreifen herumpaddeln sehen. Tatsächlich gibt es sie in drei Größen und Farben: Rot für Babys, Orange für Zwei- bis Sechsjährige und Gelb für Vier- bis Achtjährige.

Der Hersteller verspricht »eine optimale Schwimmlage im Wasser«. Die Schwimmreifen sind hinten offen, haben innen aufblasbare Polster und Schulterträger. Dadurch soll verhindert werden, dass die Kinder durch die Reifen durchrutschen oder nach vorn kippen.

Emil mit dem Swimtrainer-Schwimmreif

Emil mit dem Swimtrainer-Schwimmreif

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Erfunden wurde die Reifen von Fred Warmuth, einem Sportlehrer aus Augsburg. Seine Tochter und ihre Familie haben daraus die internationale Marke »Freds Swim Academy« gemacht. Das Besondere: Sie bieten zu den Reifen passende Onlineschwimmkurse an, mit denen Eltern ihren Kindern Schritt für Schritt das Schwimmen beibringen sollen.

Die drei Testkinder haben auf den Schwimmreif zunächst wenig Lust. Ella und Emil erklären sich dann doch zum Test bereit. Die Erwachsenen müssen mehrmals in der Gebrauchsanweisung nachlesen, wie der Reif angelegt werden soll. So intuitiv wie bei der Schwimmweste ist das Anlegen nicht.

Im Wasser paddelt Ella dann fröhlich damit herum, aber die Träger verrutschen schnell. Der Hersteller verweist nach dem Test auf Fotos in der Anleitung, die offenbar von den Erwachsenen nicht genau genug studiert worden seien. Ella seien die Träger verrutscht, weil der Swimtrainer nicht korrekt angelegt war. Bei anderen Tests habe der Swimtrainer hervorragend abgeschlossen und werde unter anderem vom ehemaligen Schwimmass Franziska van Almsick empfohlen.

DLRG-Schwimmlehrerin Katja Kabisch ist dennoch skeptisch: Sollten die Kinder in dem festgeschnallten Schwimmreif doch einmal umkippen und kopfunter im Wasser landen, kämen sie von allein nicht mehr hoch.

Auch das kurze Video, mit dem der Hersteller die Onlineschwimmkurse bewirbt, überzeugt sie nicht. Der dort gezeigte weite Beinschlag sei eine mittlerweile veraltete Technik, sagt sie. Immerhin: Das kleine Schwimmbrett findet sie klasse.

Laut Hersteller geeignet für: Zwei bis sechs Jahre, 15 bis 30 Kilogramm

+ Das Schwimmbrett hat für Kinder genau die richtige Größe.

- Eher umständlich anzuziehen, Träger verrutschen.

Beco Schwimmgürtel 5 Pads

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Der Schwimmgürtel besteht aus fünf einzelnen Schaumstoffblöcken, die wie eine Kette aufgefädelt sind und ein Puzzlebild ergeben. Den Kindern gefällt er gut, alle drei wollen ihn testen, aber der Auftrieb des Gürtels ist für alle viel zu stark – sie kommen gar nicht in Schwimmposition.

Katja Kabisch entfernt kurzerhand drei der fünf Schaumstoffteile. Mit den verbliebenen zwei klappt das Schwimmen dann prima. Der Hersteller selbst hat das Entfernen einzelner Teile nicht vorgesehen. Das spätere Wiederauffädeln der entfernten Schaumstoffteile ist dann auch schwierig – wir schaffen es schließlich mit dem Stiel einer Fliegenklatsche, den wir als überdimensionierte Nadel benutzen.

Positiv findet Kabisch, dass die Schaumstoffteile sowohl auf dem Rücken als auch auf dem Bauch getragen werden können. Aber wie bei der Schwimmweste verrutscht auch der Gürtel leicht und das Ausatmen im Wasser oder gar Tauchen lassen sich hiermit nicht üben.

Laut Hersteller geeignet für: Zwei bis sechs Jahre, 15 bis 30 Kilogramm

+ Kann individuell angepasst und auf dem Bauch oder dem Rücken getragen werden, kindersicherer Verschluss.

- Verrutscht schnell. Einmal abgenommene Schaumstoffteile sind schwer wieder aufzufädeln.

Flipper Schwimmflügel SwimSafe

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Anders als herkömmliche Schwimmflügel, die nur mit Luft aufgeblasen werden, haben die Flipper-SwimSafe-Schwimmflügel einen Kern aus PE-Schaum, um den herum sich eine Luftkammer befindet. Diese wird wie gewohnt am Arm aufgeblasen.

Emil erklärt die Schwimmflügel zu seinem Favoriten. Von allen Schwimmhilfen des Tests trägt er sie am längsten und schafft damit auch den »Seestern«, die laut Katja Kabisch wichtigste Übung für Schwimmanfänger: Dabei treiben die Kinder mit ausgestreckten Armen und Beinen auf dem Rücken. »Das ist das Erste, was Kinder lernen sollten«, sagt Kabisch. »In dieser Position können sich Kinder an der Wasseroberfläche halten, auch wenn sie noch nicht schwimmen können.«

Auch meine Tochter Lara, die ja bisher alle Schwimmflügel konsequent verweigert hat, ist mit den Flipper-Schwimmflügeln ganz zufrieden. Kabisch rät dennoch vom Kauf ab: »Sie vermitteln eine falsche Sicherheit.«

Beim Sprung vom Beckenrand verliert Ella die Schwimmflügel

Beim Sprung vom Beckenrand verliert Ella die Schwimmflügel

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Ella führt vor, was sie meint: Als sie vom Beckenrand ins Wasser hüpft, rutschen ihr die Schwimmreifen beim Aufprall aufs Wasser vom Oberarm runter ans Handgelenk – sie hat plötzlich keinerlei Auftriebshilfe mehr. Weil die Vierjährige schon eine geübte Schwimmerin ist, kann sie darüber lachen. Andere Kinder, meine Tochter eingeschlossen, würden in dieser Situation wohl schnell in Panik geraten.

Laut Hersteller geeignet für: Kinder mit einem Armumfang von mindestens 13,5 Zentimeter, ein bis sechs Jahre

+ Lassen sich leicht anziehen und sind bequemer als herkömmliche Schwimmflügel.

- Schränken wie alle Schwimmflügel die Bewegungsfreiheit stark ein. Es besteht die Gefahr, dass sie bei einem Sprung ins Wasser vom Arm rutschen.

Haiflosse SwimFin

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Die Rückenflosse ist ein echter Hingucker und schon direkt nach dem Auspacken der Favorit von Ella, Emil und Johanna. Klar, wer würde sich nicht als Hai verkleiden wollen? Die rund 27 Zentimeter große Flosse aus EVA-Schaumstoff wird mit zwei verstellbaren Gurten mit Klettverschlüssen auf dem Rücken festgeschnallt, beim Schwimmen sieht es dann aus, als käme ein Hai herangeschwommen. Der Hersteller verspricht volle Bewegungsfreiheit und »eine angenehme Schwimmlage«.

Emil beim Umschnallen der Rückenflosse

Emil beim Umschnallen der Rückenflosse

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Tatsächlich liegen die Kinder mit der Flosse tief im Wasser und können problemlos den Kopf untertauchen – ein großer Vorteil gegenüber den Schwimmflügeln, der Schwimmweste und dem Schwimmgurt.

Johanna liebt die Rückenflosse – obwohl der Gurt die Haut scheuert

Johanna liebt die Rückenflosse – obwohl der Gurt die Haut scheuert

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Emil ist dennoch schnell enttäuscht – der Auftrieb der Rückenflosse ist ihm nicht stark genug. Johanna dagegen ist völlig begeistert von der Flosse. Sie schwimmt damit hin und her und mag sie gar nicht mehr ausziehen, obwohl der Gurt sie unter den Armen reibt. Tatsächlich ist der Gurt eher steif und der Stoff sehr viel rauer als der Stoff der Schlori-Schwimmkissen, die ebenfalls auf dem Rücken getragen werden. Trotzdem will Johanna, die zwischenzeitlich die Schwimmkissen favorisiert hat, am Ende doch wieder die Haiflosse haben.

Laut Hersteller geeignet für: Kinder ab zwei Jahren, 15 bis 30 Kilogramm

+ Lässt sich schnell und einfach anziehen, ermöglicht eine optimale Schwimmlage, viele gratis Erklärvideos auf der Hersteller-Website.

- Bänder reiben auf der Haut.

Schlori Schwimmkissen

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Eine Schwimmhilfe aus Stoff, ohne Ventil? Auf den ersten Blick scheint das irritierend. Aber es funktioniert: Im nassen Zustand lassen sich die zwei Baumwollkissen wie herkömmliche Schwimmflügel aufblasen – man pustet einfach in den nassen Stoff hinein. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig und tatsächlich auch anstrengender als das Aufpusten herkömmlicher Schwimmflügel.

»Schlori« steht für »Schwimmen lernen ohne Risiko«. Den Namen hat sich die Erfinderin Marga Jenner ausgedacht, sie war in den 1930er-Jahren Schwimmlehrerin in Berlin. Vertrieben werden die Schwimmkissen mittlerweile von ihren Nachfahren in der zweiten und dritten Generation.

Ella mit den Schlori-Schwimmkissen

Ella mit den Schlori-Schwimmkissen

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Befestigt werden die Schlori-Schwimmkissen mit einem Stoffgurt auf dem Rücken. Für Kinder, die sich erst ans Wasser gewöhnen sollen, werden sie in Brusthöhe gebunden, zum Schwimmenlernen in Bauchnabelhöhe. Der Effekt ähnelt dann dem der Haiflosse: Die Kinder werden in optimaler Schwimmlage oben gehalten. Johanna ist von den Schwimmkissen spontan sogar begeisterter als von der Flosse, weil sie bequemer zu tragen sind.

Manche DLRG-Schwimmlehrer setzen die Schlori-Schwimmkissen im Unterricht ein, so auch Manuel Friedrich, Präsident der DLRG Bayern. Der Vorteil: Je besser die kleinen Schwimmer werden, desto mehr Luft kann aus den Kissen abgelassen werden – dazu muss man einfach nur die Kissen kurz zusammendrücken.

Laut Hersteller geeignet für: Kinder ab zwei Jahren zur Wassergewöhnung und zum Schwimmenlernen ab vier Jahren, von 11 bis 60 Kilogramm

+ Ermöglicht eine optimale Schwimmlage, Auftrieb der Kissen stufenlos verstellbar.

- Das Aufblasen des nassen Stoffes ist zunächst gewöhnungsbedürftig, kein Sicherheitsverschluss

Fazit

Johanna muss nicht lange überlegen – ihr Favorit ist die Haiflosse. Die findet auch Ella am besten. Emil mag den Schwimmgürtel und die Schwimmflügel am liebsten. Und Schwimmausbilderin Katja Kabisch?

Testsieger von Ella ist die Rückenflosse

Testsieger von Ella ist die Rückenflosse

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Von den sechs getesteten Schwimmhilfen haben die Haiflosse und die Schlori-Schwimmkissen sie am ehesten überzeugt, Platz drei in ihrem Ranking geht an den Schwimmgürtel – aber eigentlich findet sie alle sechs überflüssig.

Zum Schwimmenlernen gehören laut DLRG drei Schritte

In dieser Phase geht es darum, dass die Kinder sich im Wasser wohlfühlen – unter der Dusche, in der Badewanne, im See oder Hallenbad. Hier spielt das Vertrauen zu der Bezugsperson des Kindes eine große Rolle. Beim gemeinsamen Plantschen und Spielen sind Auftriebsmittel wie Schwimmringe oder Schwimmflügel nicht notwendig – und auch nicht empfehlenswert, weil sie die neuen Bewegungen und das Gefühl zum Wasser verfälschen. Schwimmhilfen wie der Schwimmgurt, die Haiflosse, aber auch Schwimmbretter oder Poolnudeln überfordern Kinder in dieser Phase.

»Auftriebsmittel oder Schwimmhilfen sind zum Schwimmen lernen gar nicht notwendig«, sagt sie. »Die Eltern denken, damit könne ihren Kindern nichts passieren, aber das stimmt nicht. Kinder können auch mit Schwimmflügeln oder Schwimmwesten ertrinken. Viel besser ist es, ihnen so bald wie möglich den ›Seestern‹ beizubringen, damit sie im Notfall wissen, wie sie sich über Wasser halten können.«

Fazit von DLRG-Expertin Katja Kabisch: Eine Poolnudel tut es auch

Fazit von DLRG-Expertin Katja Kabisch: Eine Poolnudel tut es auch

Foto: Verena Töpper / DER SPIEGEL

Erst wenn die Kinder sich im Wasser wohlfühlen und die Grundfertigkeiten wie Schweben, Treiben und Gleiten bereits beherrschen, sei die Zuhilfenahme von Schwimmhilfen wie der Haiflosse oder den Schlori-Schwimmkissen sinnvoll, um den Bewegungsablauf des Schwimmens zu üben. Aber dafür reiche als Hilfe auch eine Poolnudel oder ein Schwimmbrett. »Um einem Kind das Schwimmen beizubringen, muss man nicht viel Geld ausgeben«, sagt Kabisch. Schwimmbretter gibt es schon ab zwölf Euro zu kaufen, Poolnudeln schon ab drei Euro.

Zum nächsten Freibadbesuch mit meiner Freundin und ihrer Tochter werde ich so eine mitnehmen.

Hintergrund: Produkttests im Ressort Tests

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