Wäschetrockner im Test In trockenen Tüchern

Im Test der Stiftung Warentest zeigt sich, dass gute Wäschetrockner teuer sein können, es aber nicht sein müssen. Bei der Kaufentscheidung sollte man aber andere Dinge als nur den Preis berücksichtigen.
Eine Nutzerin aus der Sicht eines Wäschetrockners

Eine Nutzerin aus der Sicht eines Wäschetrockners

Foto: Getty Images/iStockphoto

Im Test von aktuellen Wäschetrocknern  ziehen die Experten der Stiftung Warentest ein klares Fazit: »Wer nicht aufs Geld achten muss, nimmt einfach die Miele.« Konkret meinen die Tester den Miele TEB 155 WP, der ihren Prüfungen zufolge fast alles richtig macht: Er trocknet die Wäsche gut, ist einfach zu bedienen und umweltfreundlich. Nur bei der Anzeige der Restlaufzeit gönnt er sich Ungenauigkeiten.

Aber diese Eigenschaft hat er mit den übrigen Testkandidaten gemein. Die Angabe, wie lange die Geräte noch brauchen werden, bis die Wäsche den gewünschten Trocknungsgrad erreicht hat, ähnelt bei allen dem sogenannten Fortschrittsbalken von Windows: Viel mehr als ein Hinweis darauf, dass da gerade etwas passiert, ist sie nicht. Viele Modelle sind viel schneller fertig, als die Anzeige verspricht. Im Test lagen bis zu 80 Minuten dazwischen, und das ist schlecht. Denn je länger die trockene Wäsche in der Trommel liegt, desto mehr verknittert sie.

Umgekehrt brauchten manche Maschinen auch länger als angegeben. Die KD-GHB7S7 GW2-DE von Sharp etwa bis zu 47 Minuten. Doch die landete im Test ohnehin auf dem letzten Platz, auch wegen ihres hohen Stromverbrauchs.

Dabei sei der gegenüber Geräten von 2016 noch vergleichsweise gering. Damals hat sich der Stromzähler beim Wäschetrocknen laut Stiftung Warentest »bis zu viermal schneller als 2020« gedreht. Das ist erst mal gut, und dennoch sollte man den Stromverbrauch bei der Kaufentscheidung unbedingt berücksichtigen. Über einen Nutzungszeitraum von zehn Jahren liegen die Energiekosten der getesteten Maschinen zwischen 500 und 700 Euro, mehr als die meisten Geräte in der Anschaffung kosten.

Das Kältemittel macht den Unterschied

Mindestens ebenso wichtig sollte die Frage sein, welches Kältemittel die Geräte in ihrem Kondensator benutzen, um der Luft in der Trommel die Feuchtigkeit zu entziehen. Ältere Geräte verwenden hierfür als R134a bezeichneten fluorierten Kohlenwasserstoff. Der ist auch einer der Gründe, weshalb solche Maschinen ordnungsgemäß entsorgt werden sollten.

Im Testfeld wird nur die Samsung DV71M5020 KW/EG noch mit diesem Kältemittel betrieben. Sollten die 320 Gramm R134a aus einer dieser Maschinen in die Umwelt entweichen, entspräche das der Klimabelastung einer 2700 Kilometer langen Fahrt mit einem Mittelklassewagen, haben die Tester berechnet. Das in den aktuellen Modellen stattdessen genutzte Propangas (R290) habe hingegen nur den Treibhauseffekt einer 2,7 Kilometer langen Autofahrt.

Will man seine Wäsche günstig und trotzdem umweltschonend trocknen, muss man den Testergebnissen zufolge dennoch nicht unbedingt tief ins Portemonnaie greifen. Denn knapp hinter der Miele TEB 155 WP (baugleich mit TSB 143 WP) mit dem Testergebnis »Gut« (Schulnote 1,8) landet der Beko DE744RX1 mit einem Preis von 500 Euro und der Wertung »Gut« (Schulnote 2,2) auf dem zweiten Platz. Im Mittelfeld gibt es nur das Qualitätsurteil »Befriedigend«, beispielsweise für den Siemens WT45V80.

Lesen Sie hier den kompletten Test der Stiftung Warentest  inklusive Testtabelle und stöbern Sie zusätzlich in der umfangreichen Testdatenbank.