Kochen mit Kindern Bücher für kleine Kochmützen

In der Küche mithelfen zu dürfen, fühlt sich stark an, und über Tierhaltung und gesunde Ernährung kann man sich auch mal Gedanken machen. Fünf Titel mit tollen Rezepten und Unterhaltung für die ganze Familie.
Foto: Josep Rovirosa / imago images/Westend61

In Märchen geht es oft um Arm und Reich, Hunger und Reichtum. Essen spielt meist eine wichtige Rolle (»Der süße Brei«). Heute ist der Mangel selten ein Thema, und wenn, ist die Handlung in andere Regionen oder Epochen verlagert, wie zum Beispiel in dem Kinderroman »Mick Mangodieb«. Heute wird dagegen viel über gesunde und klimakorrekte Ernährung diskutiert. Wir sind alle gefordert, einen Weg zwischen Genuss und Gewissen zu finden. Dazu erscheinen am laufenden Band auch für Kinder Sachbücher über moderne Lebensmittelproduktion und Kochbücher zu den verschiedenen Ernährungsprinzipien.

Als Kind habe ich die Kinderkochsendung »Lirum Larum Löffelstiel« geliebt. Oh Mann, war ich neidisch auf die drei Kinder, die da im Fernsehen kochen durften. Das dazugehörige Kochbuch mit Spiralbindung war meine Bibel, doch leider gibt es das nicht mehr. Aber ein Kochbuch, heute? Willkommen in der Steinzeit. Im Netz findet sich doch jedes Gericht in 33 Varianten. Trotzdem hat ein Kochbuch Vorteile: Man kann sich darin Notizen machen, reinkleckern – und der Akku ist nie leer.

Die folgenden Bücher thematisieren das Thema Ernährung – und alles, was daran hängt – auf unterschiedliche Ar. Ihnen gemeinsam ist die Freude am Essen.

Fehlt noch was?

Ich habe gelesen, dass Kinder heutzutage seltener zum Einkaufen mitgenommen werden. Tatsächlich erzählte ein Freund, dass er gar keine Zutaten hatte, als er in der ersten eigenen Wohnung kochen wollte. Er hatte noch nie eingekauft. Mit diesem Buch kann Ihren Kindern das nicht passieren.

Was ist hier los? Kochen ist ja einfach. Aber einkaufen, das ist was für Schlaue. So wie Pit und Pelle. Die beiden gehen noch mal schnell fürs Abendbrot los. Es dauert dann aber doch etwas länger und die Sachen standen jetzt so nicht direkt auf dem Einkaufszettel. Puh. Die Eltern bleiben gelassen. Nur ein kleiner Seufzer entweicht ihnen.

Ein tolles Alltagsabenteuer mit vielen überraschenden Wendungen, genial illustriert von Susanne Göhlich. Sie macht jedes Buch besser.

Beste Lesezeit: Um die Abenteuerlust zu wecken.

Empfohlenes Alter: Ab fünf Jahren.

Was gibt’s heute?

Auch wenn die Kinder auf diesem Cover etwas trübsinnig um die Pfannkuchentorte stehen: Hinter diesem blässlichen Titelbild verbirgt sich ein schönes Kochbuch für jüngere Kinder. Es bietet eine einfache Einführung ins Kochen, inklusive Gerätschaften.

Was ist hier los? Sandwich, Pasta, Limo, Arme Ritter: Eine gute Rezepte-Auswahl, nicht zu kompliziert oder gefährlich und vor allem nicht zu gesund. Vieles eignet sich prima für eine Party. Statt Fotos illustrieren Zeichnungen die Gerichte und Arbeitsschritte. Die Bilder verbreiten eine entspannte Atmosphäre – und entspannt ist das Kochen mit Kindern bekanntermaßen nicht immer ...

Beste Lesezeit: Vor dem Einkaufen.

Empfohlenes Alter: Ab fünf Jahren.

Mit den Waffen des Gemüses

Das Schöne an Comics ist, dass alles möglich ist. Mal eben an der Wand hoch zur Nachbarin klettern und Gemüse mopsen? Kein Problem für Yasmina, die tolle Hauptfigur dieser kulinarischen Krimigeschichte. Statt in Text kann man sich in die dynamische Bildfolge vertiefen und die Bilder aufmerksam studieren. Klasse für alle, die nicht so gern lesen.

Was ist hier los? Yasmina lebt mit ihrem Vater über den Dächern der Stadt – fast. Denn über ihnen lebt noch eine geheimnisvolle Frau mit Dachgarten. Kochen ist Yasminas Leidenschaft, darum fällt sie auch nicht auf den merkwürdigen Fraß herein, den plötzlich alle Welt in sich hineinstopft. Dahinter steckt natürlich ein fieser Spekulant, der nicht mit Yasmina gerechnet hat.

Beste Lesezeit: Ein wenig Sushi wäre jetzt schön.

Empfohlenes Alter: Ab acht Jahren.

Sachliches Sachbuch

Nein, ich bin keine Vegetarierin und habe kein Interesse, Kindern in irgendeiner Weise die Freude an Fleischgerichten zu nehmen. Es schmeckt aber noch besser, wenn man bei allen Zutaten ein gutes Gefühl hat.

Das Buch ist grafisch gut strukturiert, mit schönen Illustrationen, die keineswegs Horrorbilder von traurigen Tieren zeichnen. Ab acht Jahren finde ich bei so einem komplexen Thema allerdings etwas sportlich und würde es eher für Jugendliche empfehlen.

Was ist hier los? In Text und Bild wird super erklärt, was den Fleischkonsum bedenklich macht, ohne den moralischen Zeigefinger hochzuheben. Der Tenor: Überall auf der Welt wird Fleisch gegessen, das ist nicht schlimm. Nur sollte man genauer hinschauen, was man isst, wie es den Tieren geht und welche Folgen unser Fleischkonsum für das Klima hat – und damit auch für uns Menschen.

Anhand anschaulicher Karten und Grafiken können sich Kinder und Jugendliche eine Meinung bilden und entscheiden, wie sie damit umgehen. Mit Schlagwortverzeichnis und Quellenangaben.

Beste Lesezeit: Jetzt mal ganz sachlich.

Empfohlenes Alter: Ab acht Jahren und für alle.

Weg mit den Vorurteilen

Wenn Kinder den fleischigen Speiseplan infrage stellen, kann man mit diesem Kochbuch die weiße Fahne hissen. Die Altersempfehlung von acht Jahren verstehe ich nicht, schließlich sind das keine Teenager. Außerdem sind die Rezepte schon etwas anspruchsvoller und eher für ältere Geschmäcker.

Was ist hier los? Tolles Einsteiger-Kochbuch mit ausführlichen Erklärungen zu Ernährung, Gewürzen und Gerätschaften sowie vielen Fotos der einzelnen Kochschritte. Moderne, frische Rezepte für eine ausgewogene vegetarische Ernährung. Ein Buch, das einen lange begleiten kann.

Beste Lesezeit: Lasst mich mal machen.

Empfohlenes Alter: Ab acht Jahren, gerne älter.

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