10 Jahre NSU-Enttarnung Borniertheit, Rassismus, Vertuschung, Verdrängung Eine Kolumne von Samira El Ouassil Über ein Jahrzehnt konnte der NSU rassistische Morde begehen, weil Sicherheitsbehörden nicht sahen, dass sie es mit Rechtsextremisten zu tun hatten. Dieses institutionelle Problem besteht bis heute.
Diskriminierende Bezeichnung Wie der Begriff "Döner-Morde" entstand Sieben Jahre lang mordeten die Mitglieder des rechtsextremen "Nationalsozialistischen Untergrunds" in Deutschland. Die Polizei vermutete Killer aus dem türkischen Drogenmilieu hinter den Taten, die Rede war von "Döner-Morden". Wer hat den Begriff in die Welt gesetzt? Von Christian Fuchs Zur Merkliste hinzufügen
Sprachkritik "Döner-Morde" ist Unwort des Jahres Es war das Wort, das am häufigsten für den Negativpreis nominiert wurde: Eine Jury von Sprachkritikern hat "Döner-Morde" zum Unwort des Jahres 2011 gewählt. Der Begriff für die Attentate der Zwickauer Neonazi-Zelle verharmlose deren Verbrechen, befanden die Juroren. Zur Merkliste hinzufügen
Wehrsportgruppe Hoffmann NPD lädt rechtsextremen Redner aus Karl-Heinz Hoffmann, einst gefährlicher Rechtsextremist im Lande, sollte bei der NPD in Leipzig auftreten. Sein Vortrag wurde kurzfristig abgesagt. Trotzdem zeigt die Einladung einmal mehr, wie die Nationaldemokraten schon länger die Nähe zu militanten Bombenlegern suchen. Von Christian Fuchs Zur Merkliste hinzufügen
Geplante Untergrund-Aktionen Neonazi soll schon 1998 Waffen für Terror-Trio besorgt haben Im Fall der Zwickauer Terrorzelle hatten Sicherheitsbehörden bereits 1998 konkrete Hinweise darauf, dass sich das Trio im Untergrund bewaffnen wollte. Der Brandenburger Verfassungsschutz gab nach Informationen des SPIEGEL Meldungen weiter, nach denen ein sächsischer Neonazi dabei sei, Waffen für die drei zu besorgen. Zur Merkliste hinzufügen
S.P.O.N. - Fragen Sie Frau Sibylle Nazis? Verbot. Gefängnis. Sofort. Wie kann es sein, dass die Morde der Zwickauer Rechtsextremen so lange unbemerkt blieben? Und was kann man tun, damit sich so etwas nie wiederholt? Wer einmal kurz in seiner Empörung innehält und sich nicht von der nächsten Katastrophe ablenken lässt, weiß, dass wir Verbote brauchen. Zur Merkliste hinzufügen
Neonazi-Morde Verfassungsschutz-Chef klagt über Aktenvernichtung Jahrelang mordeten rechtsextreme Terroristen quer durch die Republik, ohne dass die Behörden ihnen auf die Spur kamen. Eine vollständige Aufarbeitung der Versäumnisse ist laut Verfassungsschutz-Chef Fromm nicht mehr möglich - offenbar auch, weil wichtige Akten vernichtet wurden. Zur Merkliste hinzufügen
Treffen im Schloss Bellevue Wulff empfängt Angehörige der Neonazi-Opfer Es ist ein Zeichen der Anteilnahme: Bundespräsident Wulff hat die Angehörigen der Opfer der Neonazi-Mordserie im Schloss Bellevue empfangen. Kanzlerin Merkel nannte die Zusammenkunft ein "Zeichen der Zuwendung und der Verbundenheit" - und verurteilte die rechte Gewalt erneut scharf. Zur Merkliste hinzufügen
Behörden und Neonazi-Morde Erdogan empfiehlt den Deutschen das türkische Vorbild Unter den Opfern der Zwickauer Nazi-Zelle sind acht türkische Männer. Nun fordert Premier Recep Tayyip Erdogan, die Verwicklung deutscher Behörden in die Affäre genau zu prüfen. Dabei könne man sich ruhig die Türkei als Beispiel nehmen. Zur Merkliste hinzufügen
Rechtsextremismus Parteien schließen Pakt gegen Neonazi-Terror So viel Einigkeit ist selten im Bundestag: In einer fraktionsübergreifenden Erklärung betonen Parlamentarier aller Parteien ihre Trauer um die Opfer der Terror-Zelle von Zwickau. Parlamentspräsident Lammert entschuldigte sich bei den Angehörigen. Zur Merkliste hinzufügen
Ermittlungspannen bei Neonazi-Mordserie Die Schuld der Behörden Die Sicherheitsbehörden haben im Fall der Zwickauer Terrorzelle versagt. Das musste der Chef des Verfassungsschutzes, Heinz Fromm, jetzt vor Parlamentariern eingestehen. Bei der Aufklärung der Verbrechensserie gibt es eine erneute Wende: Der Mord an der Polizistin in Heilbronn war offenbar keine Zufallstat. Von Annett Meiritz, Yassin Musharbash und Severin Weiland Zur Merkliste hinzufügen
Muslime zur Neonazi-Mordserie "Unser Vertrauen in den Staat ist gestört" Mitten in Deutschland tötet eine Neonazi-Bande mindestens zehn Menschen - und zerstört das Vertrauen vieler Einwanderer in die Behörden. Laut dem islamischen Dachverband Ditib sind die Ermittlungspannen "unverständlich und schockierend". Nun fordert er einen Neustart bei der Integration. Zur Merkliste hinzufügen
Neonazi-Mordserie Gabriel fordert Untersuchungsausschuss Ein Untersuchungsausschuss wird wahrscheinlicher: Nach Grünen und Linkspartei fordert nun auch Sigmar Gabriel eine genauere Aufklärung der Hintergründe der Neonazi-Mordserie. Für den SPD-Vorsitzenden käme sogar die Kronzeugenregelung für die inhaftierte Beate Zschäpe in Frage. Zur Merkliste hinzufügen
Neonazi-Terror Justizministerin will Familien der Mordopfer entschädigen Es soll ein Zeichen der Solidarität mit den Familien sein: Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat eine Entschädigung für die Angehörigen der Opfer der Neonazi-Morde angekündigt. Zur Merkliste hinzufügen
Reaktion auf Neonazi-Morde Innenminister will Bundesanwaltschaft stärken Jahrelang konnten die Zwickauer Neonazis morden - ungehindert von den Ermittlungsbehörden. Nun will Bundesinnenminister Friedrich Konsequenzen ziehen: Im SPIEGEL kündigt der CSU-Mann an, der Bundesanwaltschaft mehr Kompetenzen zu geben. Den Datenschutz will Friedrich dagegen lockern. Zur Merkliste hinzufügen
NSU-Ermittlungen Verfassungsschutz führte drei V-Leute im Umfeld des Terror-Trios Neue Erkenntnisse bei den Ermittlungen zur Zwickauer Terrorzelle: Nach SPIEGEL-Informationen hatte der Verfassungsschutz mindestens drei V-Leute in die Umgebung des Neonazi-Trios eingeschleust. Auch der Kreis der Unterstützer war offenbar größer als zunächst angenommen. Zur Merkliste hinzufügen
Rechtsextreme Musik Hymne auf die Mörder Die Band heißt Gigi & Die Braunen Stadtmusikanten, sie ist rechtsextrem - und bejubelte schon 2010 in einem Lied den "Döner-Killer". Hatte der Texter also Insider-Wissen? Experten halten das für unwahrscheinlich, empfehlen den Ermittlern aber eine genaue Untersuchung. Von Hendrik Ternieden und Benjamin Schulz Zur Merkliste hinzufügen
Unterstützer der Neonazi-Mörder Spurensuche in der braunen Truppe Im Fall der Zwickauer Terrorzelle rücken immer mehr ehemalige Kameraden ins Visier der Ermittler. Wer hat dem "Nationalsozialistischen Untergrund" geholfen und wie genau? Kenner der rechten Szene behaupten, viele Aktivisten hätten gewusst, dass das Trio in Zwickau lebte - auch Mitglieder der NPD. Von Julia Jüttner Zur Merkliste hinzufügen
Verfassungsschutz-Debatte Kontrolle ist besser! Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger will die Verfassungsschutzbehörden der Bundesländer zusammenlegen. Aber das ist eine Scheinlösung: Wer die Nachrichtendienste besser machen will, muss sie als erstes intensiver kontrollieren - und das ist Aufgabe der Parlamente. Von Yassin Musharbash Zur Merkliste hinzufügen
Reaktion auf Neonazi-Terror Zu viel Hirn, zu wenig Herz Die deutsche Politik reagiert schnell und routiniert auf den Terror der Zwickauer Neonazi-Zelle. Aber es fehlt das Gespür für das richtige Wort im richtigen Moment. Vor allem Kanzlerin Merkel hat die wahre Dimension dieser Gräueltaten offenbar noch gar nicht erkannt. Von Christoph Schwennicke Zur Merkliste hinzufügen