24-Milliarden-Sparprogramm Wie Rürup das Gesundheitswesen entlasten will

Die Rürup-Kommission hat ein kurzfristiges Einsparungspotenzial von 24 Milliarden Euro bei den gesetzlichen Krankenkassen ermittelt. Am System will die Expertenrunde allerdings vorerst nichts ändern.


Kommissions-Chef Rürup, Kommissionsmitglieder: Sparpaket soll 2,4 Prozentpunkte bringen
DPA

Kommissions-Chef Rürup, Kommissionsmitglieder: Sparpaket soll 2,4 Prozentpunkte bringen

Berlin - Durch die Einsparungen könne der Beitragssatz von derzeit durchschnittlich 14,5 Prozent zum 1. Januar 2004 um 2,4 Prozentpunkte gesenkt werden, sagte Kommissionschef Bert Rürup am Mittwoch in Berlin.

Für die kurzfristigen Einsparungen sollen die Bürger bei Arztbesuchen 15 Euro Gebühr bezahlen. Allerdings gibt es Ausnahmen bei Unfällen und für Kinder. Die Absicherung des Krankengeldes soll den Versicherten künftig selbst überlassen sein. Außerdem sind für Arzneimittel höhere Eigenbeteiligungen vorgesehen. Leistungen bei Schwangerschaft und Mutterschutz sowie das Sterbegeld sollen aus dem allgemeinen Steueraufkommen finanziert werden.

Auf ein gemeinsames Modell für die langfristige Reform der Kassenfinanzierung will die Kommission verzichten und der Politik die Entscheidung über Alternativvorschläge überlassen. Eine solche Reform der Finanzierung ist aber nach Auffassung von Rürup innerhalb der nächsten zehn Jahre unumgänglich.

Die Kommission will dazu bis Ende Mai zwei ausformulierte Modelle präsentieren. Nach dem einen Plan würden künftig alle Erwerbstätigen in die gesetzliche Krankenversicherung einbezogen und Beiträge auch auf Nebeneinkünfte fällig. Nach dem zweiten Modell würde statt der bisherigen prozentualen Beiträge vom Erwerbseinkommen eine Kopfprämie pro Bürger fällig. Zwischen diesen beiden Vorschlägen müsse die Politik eine Werteentscheidung fällen, sagte Rürup.



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