265-Millionen-Deal MobilCom-Kurs steigt nach Einstieg von US-Investor

Der US-Finanzinvestor TGP steigt für 265 Millionen Euro als Hauptaktionär beim Mobilfunkunternehmen Mobilcom ein - diese Nachricht hat den Kurs der MobilCom-Aktie deutlich nach oben getrieben. Dabei gilt die US-Firma in der Branche als äußerst aggressiv.


Mobilcom-Chef Grenz im April auf der Hauptversammlung: Auftrieb für Fusionspläne
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Mobilcom-Chef Grenz im April auf der Hauptversammlung: Auftrieb für Fusionspläne

Hamburg - Die Mobilcom-Aktie gewann bis zum späten Nachmittag 13,5 Prozent auf 17,34 Euro. Das Papier der Internettochter Freenet legte ebenfalls stark um 12,98 Prozent zu. Beide Aktien führten die Gewinnerliste im Technologieindex TecDax an.

Der bisherige Mobilcom-Großaktionär France Telecom hatte mitgeteilt, er verkaufe das Gros seiner Beteiligung an TPG. Der US-Finanzinvestor zahlt 265 Millionen Euro für 27,3 Prozent an Mobilcom Chart zeigen. Die France Telecom Chart zeigen hält nun nur noch ein Prozent an der Firma, mit der sie im März 2000 den deutschen UMTS-Markt aufrollen wollte.

Das Management des Büdelsdorfer Unternehmens hob hervor, dass TPG die geplante Verschmelzung der mobilcom AG mit der freenet.de AG sehr positiv bewerte. Dies erklärt auch das Kursplus der Freenet-Aktie. Der Freenet-Vorstand hat mehrfach Bedenken gegen die Eingliederung der Festnetz- und Internet-Tochter geäußert, die Mobilcom-Vorstandschef Thorsten Grenz vorantreibt.

TPG: Bis hierhin und nicht weiter

Der US-Investor dämpfte Spekulationen über eine Übernahme von Mobilcom. TPG wolle die Beteiligung an Mobilcom nicht über 27,3 Prozent hinaus erhöhen. "Es gibt keine solchen Pläne" sagte ein Sprecher. Nach deutschem Übernahmerecht müsste der Fonds den Aktionären von Mobilcom eine Übernahmeofferte unterbreiten, wenn er seine Beteiligung auf 30 Prozent oder mehr aufstocken würde.

Die TPG ist einer der weltweit führenden Finanzinvestoren. Sie verwaltet laut Mobilcom rund 15 Milliarden US-Dollar Eigenkapital. Zu den europäischen Investments gehörten Firmen wie Debenhams, Grohe, Isola, Ducati, Spirit Group und Eutelsat. Das Engagement bei Grohe gilt als umstritten, weil an den deutschen Standorten Arbeitsplatzverluste drohen.



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