Inflationszahlen im Juni 9-Euro-Ticket und Tankrabatt bremsen Inflation – aber Lebensmittel werden teurer

Im Juni ist die Inflationsrate überraschend gefallen, wohl hauptsächlich durch das 9-Euro-Ticket und den Tankrabatt. Doch der Effekt droht nach Ablauf der Subventionen zu verpuffen.
Fahrkartenautomat am Münchner Hauptbahnhof: Im Juni war die Inflation etwas gebremst

Fahrkartenautomat am Münchner Hauptbahnhof: Im Juni war die Inflation etwas gebremst

Foto: Lennart Preiss / dpa

Gute Nachrichten fürs Portemonnaie: Im vergangenen Monat konnte die zuvor stark ansteigende Inflation nach Angaben des Statistischen Bundesamtes etwas gedämpft werden. So stiegen die Verbraucherpreise im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um nur 7,6 Prozent, im Mai hatte die Inflationsrate noch bei 7,9 Prozent gelegen. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung von Ende Juni.

Gedämpft wurde der Anstieg der Verbraucherpreise offenbar von dem zu Monatsbeginn eingeführten Tankrabatt und dem 9-Euro-Ticket. Die Bundesregierung versucht, die Menschen unter anderem mit diesen auf drei Monate befristeten Maßnahmen zu entlasten. Nach Auslaufen der Subventionen dürfte demnach auch ihr Effekt auf die Inflation nachlassen, wie Experten und Expertinnen warnen. So könnte die Rate der Verteuerung im September nach oben schnellen. In der Bundesregierung gibt es wohl auch deshalb die Überlegung, das 9-Euro-Ticket in Form eines »Klimatickets« fortzuführen.

Lebensmittel werden weiter teurer

Bereits jetzt zeigt sich jedoch eine weitere Verteuerung bei Lebensmitteln und Konsumgütern: Der Preisauftrieb bei Nahrungsmitteln beschleunigte sich im Juni auf 12,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Mai waren die Preise noch um 11,1 Prozent und im April um 8,6 Prozent gestiegen.

Wegen der schwankenden Rohölpreise lassen sich dem Statistischen Bundesamt zufolge die Auswirkungen des Tankrabatts nicht exakt beziffern. Noch am Dienstag war der Rohölpreis deutlich gefallen, die Talfahrt setzte sich am Mittwoch allerdings zunächst nicht fort. Insgesamt kostete Energie im Juni 38,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Sprit verteuerte sich um 33,2 Prozent, der Preisauftrieb schwächte sich damit etwas ab. Im Mai waren die Kraftstoffpreise noch um 41,0 Prozent gestiegen. Leichtes Heizöl kostete im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viel (plus 108,5 Prozent). Auch Erdgas (plus 60,7 Prozent) und Strom (plus 22,0 Prozent) verteuerten sich deutlich.

Um die Inflation zu bekämpfen, plant die Europäische Zentralbank (EZB), in der nächsten Woche erstmals seit 2011 den Leitzins anzuheben.

jlk/dpa
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