A380 Fledermäuse behindern Landebahn-Ausbau

Die umstrittene Verlängerung der Landebahn des Hamburger Airbus-Werks könnte nun eine Fledermauskolonie endgültig verhindern. Weil der Baumbestand auf dem Baugelände den Tieren als Sommerquartier dient, darf er nicht abgeholzt werden, entschied das Hamburger Oberverwaltungsgericht.


Hamburg - Die Richter entsprachen mit ihrem Urteil der Klage zweier Naturschutzverbände. Die Zerstörung solcher Verstecke sei grundsätzlich nicht zulässig und könne deshalb nur unter engen Voraussetzungen gestattet werden, so das Gericht. Es sei aber im Planfeststellungsverfahren "nicht hinreichend geklärt worden", ob diese Voraussetzungen vorliegen.

Fledermäuse beim Überwintern: Verstecke dürfen grundsätzlich nicht zerstört werden
DDP

Fledermäuse beim Überwintern: Verstecke dürfen grundsätzlich nicht zerstört werden

Airbus will seine Werkslandebahn um 589 Meter verlängern, damit auch die schwere Frachtversion des Riesenairbus A380 hier starten und landen kann. Nach Angaben der Hamburger Wirtschaftsbehörde steht das umstrittene Wäldchen der freien Sicht vom Tower auf die gesamte Landbahn im Weg.

Ein Sprecher der Behörde demonstrierte trotz der Gerichtsentscheidung Gelassenheit: "Das Urteil führt nicht dazu, dass die Verlängerung der Landebahn gefährdet ist", erklärte Sprecher Christian Saadhoff. Es müsse lediglich die Begründung im Planfeststellungsbeschluss geändert werden. Vorbereitende Arbeiten zur Verlängerung der Landebahn haben laut Saadhoff noch nicht begonnen.

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A380 in Hamburg: Besuch vom Riesenvogel

Die oppositionelle SPD machte dem Hamburger CDU-Senat wegen der Gerichtsentscheidung dennoch schwere Vorwürfe: "Es muss Schluss mit dem Dilettantismus sein. Eine Fortsetzung des bisherigen Planungschaos in Wirtschafts- und Baubehörde gefährdet das Gesamtprojekt", erklärte SPD-Wirtschaftsexperte Ingo Egloff.

Hamburger Verwaltungsgerichte hatten schon mehrfach gegen die geplante Verlängerung entschieden, das letzte Mal im Jahr 2004. Anwohner im nahe gelegenen Neuenfelde fechten seit Jahren einen Streit mit Airbus und dem Hamburger Senat wegen der geplanten Baumaßnahmen aus. Sie erreichten unter anderem, dass eine Verlängerung der Landebahn in Richtung ihres Dorfes vorerst eingestellt wurde. Zuletzt hatte es einen Streit mit Grundstückbesitzern gegeben, die erst nach langem Hin und Her ihre Liegenschaften für das Projekt verkauften.



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