A380-Visite Frankfurt staunt über den Superairbus

Schon in den frühen Morgenstunden haben sich Flugzeugfans am Frankfurter Flughafen versammelt, um Zeuge der ersten A380-Landung auf einem internationalen Flughafen zu werden. Doch nicht jeder freut sich über den Besuch des Riesenvogels.

Frankfurt am Main - "Ich bin begeisterter Flugzeug-Fan", sagt der 15-jährige Niklas Ahman. Schon gegen halb vier Uhr ist er heute aufgestanden, um sich von Stuttgart aus mit zwei Freunden auf den Weg zum Flughafengelände nach Frankfurt zu machen. Sein Ziel: einen Blick auf den A380 zu werfen, denn das größte Passagierflugzeug der Welt landete dort am Morgen erstmals auf einem internationalen Airport.

Gegen 9 Uhr setzte die rund 500 Tonnen schwere Testmaschine mit der Nummer 4 auf der Landebahn auf vor den Augen von rund 10.000 Schaulustigen. Dicht gedrängt standen die "Plane Spotter" auf dem ehemaligen US-Militärgelände im Süden des Flughafens, von dem zur Zeit der Luftbrücke 1948 die amerikanischen "Rosinenbomber" in das von Sowjettruppen abgesperrte Berlin gestartet waren.

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A380 in Frankfurt: Zehntausende bestaunen den Riesenvogel

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Ursprünglich sollte der A380 mit der Seriennummer 1 den eineinhalbstündigen Flug von Toulouse nach Frankfurt absolvieren. Nach Aussage von Airbus-Chef Gustav Humbert wurden in einem Triebwerk aber erhöhte Temperaturen gemessen, weshalb man der Nummer 4 den Vorzug gab. Dies sei normal für ein neues Flugzeug, sagte Humbert. "Wir sind sehr zufrieden mit den Flugtestergebnissen und liegen gut im Zeitplan."

"Ich hätte mehr Leute erwartet", sagt Lutz Walter und nestelt an seiner Videokamera herum. Die Fläche auf der ehemaligen Air Base ist nicht gefüllt, sie bietet Platz für 100.000 Menschen. Die frühe Anfahrt hat sich nach Einschätzung des 54-Jährigen dennoch gelohnt. "Hauptsache, ich war beim A380 dabei", sagt Walter.

Einige Zuschauer stehen auf mitgebrachten Leitern, andere strecken ihre Fotoapparate über die Köpfe des Vordermanns, um den fliegenden Giganten aufs Bild zu bekommen. Fast träge zieht die der A380 an den Menschen vorbei und kommt rund zehn Minuten später kaum noch sichtbar am rund zwei Kilometer entfernten Terminal zwei zum Stehen.

Dort wird die Maschine nun getestet. Bis zum Rückflug nach Toulouse am Sonntag sollte das Be- und Entladen, das Enteisen und die Zusammenarbeit der Bord- und Bodensysteme getestet werden. Das Management der Flughafenfirma Fraport   verweist mit Stolz darauf, dass Frankfurt hierfür ausgesucht wurde. "Dass der A380 sein Debüt hier und nicht etwa in Paris gibt, verdanken wir unserer minutiösen Vorbereitung auf den Riesenvogel", sagt Fraport-Chef Wilhelm Bender.

Doch die Gastfreundschaft der Frankfurter hat auch Grenzen. Gegen die Landung hatte es in den vergangenen Wochen erhebliche Proteste von Umweltschützern und Nachbargemeinden gegeben. Für eine A380-Wartungshalle sind rund 20 Hektar Wald gerodet worden. Die Umweltorganisation BUND-Hessen hat die Maschine überdies als Spritfresser kritisiert. Das größte Passagierflugzeug der Welt werde auf 100 Kilometern 1700 Liter Kerosin verbrauchen, wenn er über 555 Plätze verfüge, sagte BUND-Referent Thomas Norgall in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Fraport nutzt den Rummel und wirbt bei den Zuschauern für den umstrittenen Flughafenausbau. "Ich bin dafür" steht auf T-Shirts, die für acht Euro angeboten werden. Eine A380-Uhr gibt es zu demselben Preis. "Davon verkaufen wir allerdings mehr als von den T-Shirts", berichtet eine Verkäuferin.

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