Gesetz für 2021 Familien mit Kindern sollen entlastet werden

Das hat tatsächlich nichts mit Corona zu tun, sondern war lange geplant: Im kommenden Jahr soll es mehr Kindergeld und höhere Steuerfreibeträge geben. Noch ist der Geldsegen aber nicht beschlossen.
Wo die bunten Fahnen wehen: Für Kinder gibt's bald mehr Geld

Wo die bunten Fahnen wehen: Für Kinder gibt's bald mehr Geld

Foto: Jan Woitas/ dpa

Trotz großer Belastungen für die Staatskasse durch die Coronakrise sollen Familien und Steuerzahler im kommenden Jahr finanziell wie geplant entlastet werden. Der Bundestag hat an diesem Donnerstag zum ersten Mal über das sogenannte Familienentlastungsgesetz beraten. Es sieht eine Erhöhung des Kindergelds ab Januar um 15 auf je 219 für das erste und zweite Kind vor. Zudem sind höhere Freibeträge zur steuerlichen Entlastung geplant.

Man gebe erhebliche Steuereinnahmen an die Bürger zurück, trotz der Corona-Situation, sagte die CDU-Politikerin Antje Tillmann in der Debatte. Die Opposition kritisierte die Entlastungen als zu gering. Die Kindergelderhöhung sei ein Tropfen auf den heißen Stein, sagte die Linkenabgeordnete Katrin Werner.

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag zum Beginn der Legislaturperiode eine Erhöhung des Kindergeldes von insgesamt 25 Euro vereinbart. Die erste Anhebung um 10 Euro gab es im Juli 2019, zum 1. Januar 2021 kommen nun noch einmal 15 Euro hinzu. Für das dritte Kind steigt das Kindergeld damit auf 225 und für das vierte und jede weitere Kind auf 250 Euro.

Kinderloser Single hat hundert Euro mehr im Jahr

Parallel dazu werden dem Gesetzentwurf zufolge Familien mit höheren Einkommen, die nicht vom Kindergeld profitieren, steuerlich entlastet. Der sogenannte Kinderfreibetrag steigt um mehr als 500 Euro auf insgesamt 8388 Euro. Dieser Teil des Einkommens wird nicht besteuert. Steigen soll außerdem der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer von 9408 Euro auf 9696 Euro, wovon wiederum alle Einkommen profitieren. Dabei handelt es sich ebenfalls um einen Teil des Einkommens, auf den keine Steuern fällig werden.

Der Bund der Steuerzahler hatte die Pläne gelobt. Diese wirkten sich Anfang 2021 positiv auf das Portemonnaie der Bürger aus. Ein kinderloser Single mit 40.000 Euro Jahreseinkommen käme laut Steuerzahlerbund auf eine Steuerersparnis von rund hundert Euro im Jahr. Eine Familie mit einem Alleinverdiener mit 60.000 Euro und zwei Kindern hätte aufs Jahr gerechnet 360 Euro mehr Kindergeld und eine Steuerersparnis von 156 Euro.

Nach den Beratungen im Bundestag müssen die Änderungen noch durch den Bundesrat.

mamk/dpa-afx
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