Absage Zentralbank beerdigt Idee des Ein-Euro-Scheins

Vor allem Italien hatte sie vertreten, aber auch anderswo in der EU hatte die Idee viele Fans: Münzgeld-Verächter allerorten hatten wiederholt die Einführung von Ein- und Zwei-Euro-Scheinen verlangt. Die Zentralbank EZB hat sich nun gegen die Schein-Reform entschieden.


Nur eine Vision: Dieser Entwurf für einen Ein-Euro-Schein gewann einen Wettbewerb der italienischen Seite www.banconote.it
DPA

Nur eine Vision: Dieser Entwurf für einen Ein-Euro-Schein gewann einen Wettbewerb der italienischen Seite www.banconote.it

Frankfurt am Main - Auch künftig wird demnach der Fünf-Euro-Schein die kleinste Euro-Banknote bleiben. Geldscheine zu ein und zwei Euro wären mit zu großen Nachteilen verbunden, erklärte die Zentralbank heute in Frankfurt am Main.

Für die kleinen Geldscheine hatten sich vor allem südeuropäische Länder eingesetzt, deren Bevölkerung vor der Einführung des Euro nicht an den Umgang mit einer Vielzahl von Münzen gewöhnt war. Neben Italien gehörten die griechische Regierung und der luxemburgische Premier Jean-Claude Juncker zu den Unterstützern der Idee. Die EZB hatte im Herbst 2003 dann eine Machbarkeitsstudie zum Thema in Auftrag gegeben.

Gebäudefrage noch offen

Ergebnis: Die Nachfrage unter den Bürgern des Euro-Gebietes nach kleinen Geldscheinen sei insgesamt aber zu gering, so die Notenbanker. Für die hauptsächlich betroffenen Branchen, den Einzelhandel und die Automatenindustrie, sei der Aufwand zu hoch. Und schließlich sei der Druck solcher Noten zu teuer, teilte die EZB weiter mit.

Der EZB-Rat verschob außerdem die Entscheidung, nach welchem Architekten-Entwurf sein neues Gebäude im Frankfurter Osten gebaut werden soll, auf Anfang nächsten Jahres. In der engeren Auswahl sind drei in einem Architektenwettbewerb prämierte Modelle.

Die EZB müsse noch weiter beraten, wie ihre speziellen Anforderungen am besten erfüllt werden können. Ursprünglich sollte schon im September geklärt werden, ob der erste Preisträger, das Wiener Architektenbüro Coop Himmelb(l)au, mit dem endgültigen Bauplan beauftragt werden sollte oder die anderen beiden prämierten Gruppen.



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