Absatzkrise bei US-Autobauern Chrysler macht Werke für einen Monat dicht

Die US-Autobauer verschärfen ihre Sparmaßnahmen: Der angeschlagene Konzern Chrysler hat angekündigt, alle Werke für einen Monat zu schließen. Damit sollen massive Einbrüche bei der Nachfrage aufgefangen werden. Die Opel-Mutter GM stoppt die Bauarbeiten an einer Fabrik für sparsame Motoren.


New York - Die ums Überleben kämpfenden US-Autobauer greifen zu immer drastischeren Sparmaßnahmen. Der drittgrößte US-Hersteller Chrysler hat angekündigt, wegen der dramatischen Absatzkrise seine Weihnachtspause in allen Werken von zwei auf vier Wochen zu verlängern. Die Bänder sollen von diesem Freitag an bis mindestens 19. Januar still stehen, kündigte der Konzern am Mittwochabend (Ortszeit) an.

Grund sei der Einbruch bei der Autonachfrage wegen fehlender Kredite für potenzielle Käufer als Ergebnis der Finanzkrise, hieß es in einer Erklärung.

Die ehemalige Daimler Chart zeigen-Tochter Chrysler gehört mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors Chart zeigenund Ford Chart zeigen zu den angeschlagenen "Großen Drei" der US-Autoindustrie.

Die Opel-Mutter General Motors (GM) stoppt nun sogar vorerst Bauarbeiten an einem neuen US-Werk für sparsame Motoren. Die geplante Fabrik ist ein Herzstück für die von GM angekündigte neue umweltfreundliche Modellpalette, zu der als Prestigeprojekt auch das Elektroauto Chevrolet Volt zählt.

Der Baustopp im neuen GM-Motorenwerk im US-Bundesstaat Michigan von sei nur vorübergehend, betonte eine Konzernsprecherin laut US-Medien. Der für das Jahr 2010 geplante Start der Produktion und des Volt-Elektroautos sei dadurch nicht gefährdet. In der Fabrik sollen später Motoren für sparsame Kleinwagen sowie Generatoren zur Stromerzeugung im Volt gebaut werden.

Ein Hilfspaket für die Autobranche war vergangene Woche am Senat gescheitert. US-Präsident George W. Bush hatte daraufhin am Freitag in Aussicht gestellt, Milliardenkredite für die Autobauer aus dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsfonds für die Finanzindustrie abzuzweigen. Eine Entscheidung steht aber noch aus.

amz/dpa/Reuters/AP



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