Absprache bei Bierpreisen EU will Beck's, Heineken & Co bestrafen

Genugtuung für Biertrinker: Weil vier Brauereien sich abgesprochen haben sollen, wie teuer sie ihre Getränke verkaufen, will die EU sie zu einer Kartellstrafe verdonnern.


Brüssel/Amsterdam - Nach Angaben aus EU-Kommissionskreisen sollen außer Beck's auch der weltgrößte Bierbrauer InBev aus Belgien, die niederländischen Konzerne Heineken Chart zeigen und Grolsch sowie eine weitere Brauerei namens Bavaria bestraft werden. Die Kommission werde bei ihrer Sitzung morgen über die Höhe der Strafen entscheiden.

Einem Bericht des niederländischen Fernsehsenders NOS zufolge wirft die EU den Brauereien vor, durch Absprachen die Bierpreise künstlich hoch gehalten zu haben. Auch Marktanteile und Lieferbedingungen an Bars und Gaststätten seien abgestimmt worden, zitiert der Sender einen noch unveröffentlichten Bericht. Eine Heineken-Sprecherin bestätigte, der Konzern rechne mit einer Strafe. Es handle sich um einen seit längerem anhängigen Fall. InBev und Grolsch lehnten eine Stellungnahme ebenso wie die EU-Kommission ab.

Die Wettbewerbshüter der Europäischen Union hatten drei der Brauer bereits 2005 mit dem Verdacht der Kartellbildung konfrontiert. Dabei ging es um Preisabsprachen im Zeitraum von 1996 bis 1999. Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat den Kampf gegen Preisabsprachen zu einer Priorität erklärt. Im Laufe des vergangenen Jahres hat sie wegen derartiger Vorwürfe Rekordstrafen verhängt, darunter zuletzt Auflagen von fast einer Milliarde Euro gegen mehrere Aufzugbauer.

ase/reuters



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