Abwanderung beim Festnetz Gewinn der Telekom schrumpft

Die Deutsche Telekom hat zum zweiten Mal innerhalb eines halben Jahres ihre Gewinnprognosen abgesenkt. Das Ergebnis für 2007 werde voraussichtlich um bis zu 1,2 Milliarden Euro geringer ausfallen als ursprünglich berechnet.

Bonn - Der Konkurrenzkampf auf dem Heimatmarkt macht der Deutschen Telekom zunehmend zu schaffen. Bereits zum zweiten Mal musste der Bonner Konzern seine Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr herunterschrauben: Das Minus könnte bis zu 1,2 Milliarden Euro betragen.

Neben den "extrem harten Wettbewerbsbedingungen im Inland" führe auch die jüngste Entwicklung der Wechselkurse dazu, dass der bereinigte Gewinn vor Steuern und Abschreibungen nur noch rund 19 Milliarden Euro betrage. Zuvor waren 19,7 bis 20,2 Milliarden Euro geplant.

Im Festnetzbereich verlor die Telekom im vergangenen Jahr fast 2,1 Millionen Kunden, wie Konzernchef René Obermann sagte. Die Wechselkurse wirkten sich vor allem im Mobilfunkgeschäft negativ aus; der erwartete Gewinn vor Steuern und Abschreibungen werde deshalb in diesem Geschäftsfeld um 200 Millionen Euro sinken. Zudem erwartet die Telekom, dass die Preise im Mobilfunkgeschäft - die 2006 dem Statistischen Bundesamts zufolge um elf Prozent gefallen sind - weiter sinken werden.

Das Hauptthema für sein Unternehmen sei der Verlust der Festnetzanschlüsse, sagte Obermann. "Das Umfeld wird sehr, sehr wettbewerbsintensiv, es bleibt damit schwierig für uns." Der Konzern rechnet für das vergangene Jahr mit einem Umsatz von 61,3 Milliarden Euro, was sich am unteren Rand der Erwartungen bewegt. Die endgültigen Zahlen will die Telekom am 1. März bekanntgeben.

Obermann kündigte an, nun vor allem den Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes voranzutreiben. Das Ziel bleibe, in diesem Jahr VDSL in 50 deutschen Städten anbieten zu können. Wichtig sei aber, dort auch die Kunden "sehr gut versorgen" zu können, damit nicht ein Großteil der Anfragen enttäuscht werden müsse. Im Breitbandgeschäft will die Telekom demnach ihre Umsätze stabilisieren oder weiter ausbauen.

"2007 müssen wir mehr investieren als geplant", sagte Obermann. Die Konzernführung wisse aber, was zu tun sei, um das Geschäft in Deutschland zu beleben. So werde auch an der Preispolitik und an der Vermarktungsstrategie weiter gearbeitet, außerdem müsse "letzter Schliff" an die Produktstabilität gelegt werden. Die Telekom strebt trotz des erneuten Rückschlags im Geschäftsjahr 2007 einen Umsatzanstieg an, sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick. Das Plus soll im kleinen einstelligen Bereich liegen und im Wesentlichen durch das Auslandsgeschäft getragen werden.

Obermann hatte im November die Konzernführung von Kai-Uwe-Ricke übernommen. Eine im vergangenen Herbst gestartete Preisoffensive verläuft nach den Angaben der Telekom erfolgreich. Bis zum Sonntag entschieden sich mehr als vier Millionen Kunden für einen der neuen Tarife.

mbe/AFP

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