Abzock-Vorwurf Kalifornien verklagt 39 Pharma-Firmen

Der US-Bundesstaat Kalifornien hat 39 amerikanische und ausländische Pharmafirmen verklagt, darunter sind auch Novartis und Boehringer. Sie sollen für Medikamente überhöhte Preise angesetzt haben.


Los Angeles - Durch die überhöhten Medikamentenpreise seien bei der staatlichen Sozialversicherung Medi-Cal Mehrkosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar angefallen, sagte der kalifornische Generalstaatsanwalt Bill Lockyer gestern bei einer Pressekonferenz. Durch Schuld der Pharmakonzerne seien die Steuerzahler "geschröpft" worden.

Die Klage wurde bei einem Gericht in Boston eingereicht. Rund ein Dutzend anderer US-Bundesstaaten hat bereits ähnliche Klagen vorgebracht.

Kalifornien wirft den Unternehmen vor, die Großhandelspreise von Medikamenten, die von der staatlichen Gesundheitskasse bezahlt werden, künstlich hoch angesetzt zu haben. In einem Fall habe Medi-Cal für eine einzige Flasche des Medikamentes Atenolol 804,70 Dollar gezahlt. Ärzte oder Kliniken könnten dieselbe Menge des Medikamentes aber für 33,85 Dollar beziehen. Kliniken und Mediziner hätten damit eine beträchtliche Gewinnspanne erreicht.

Die Liste der angeklagten Firmen umfasst amerikanische Konzerne wie Merck & Co., Amgen und Schering Plough, aber auch Boehringer (Deutschland) , Glaxo Wellcome (Großbritannien), Lipha (Frankreich), Teva (Italien) und Novartis (Schweiz).

Lockyer schätzte, auf jedes der Unternehmen könnten Strafzahlungen von 30 bis 40 Millionen Dollar zukommen. Mehrere der beklagten Konzerne bestätigten den Eingang der Klage. Sprecher von Bristol-Myers Squibb, GlaxoSmithKline und Novartis betonten, die Unternehmen hätten sich an gesetzliche Preisvorgaben gehalten.



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