Achtes Minus in Folge Dow Jones fängt sich nach wilder Achterbahnfahrt

Der US-Leitindex Dow Jones schloss zwar zum achten Mal in Folge mit einem Minus - aber das betrug nur 1,2 Prozent. Nach extremen Kursschwankungen machte er schwere Verluste vom Börsenbeginn wett. Der Dax beendete eine der wohl turbulentesten Börsenwochen mit sieben Prozent Tagesverlust.


New York - Erst stürzte er in wenigen Minuten um 700 Punkte, erholte sich schnell, stand kurzzeitig im Plus, kippte wieder ins tiefe Minus, zog an, um kurz vor Handelsschluss wieder zu kippen: Zum Ende einer der verlustreichsten Wochen an der Wall Street hat der Dow Jones Chart zeigenzum achten Mal in Folge mit Verlusten geschlossen.

Händler in New York: Hoffen auf das Treffen der G7
AFP

Händler in New York: Hoffen auf das Treffen der G7

Der Leitindex ging mit einem Minus von 1, 2 Prozent aus dem Handel und schloss auf 8474 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index verlor ein Prozent auf 900 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Chart zeigen legte dagegen 0,3 Prozent zu und schloss mit 1650 Punkten.

Nach wie vor drückten vor allem Ängste vor einem von der Kreditkrise ausgelösten globalen Wirtschaftsabschwung auf die Stimmung der Anleger.

Dabei hatten Kursgewinne kurz vor Börsenschluss noch für Hoffnung gesorgt und zeitweilig einen Aufschlag von bis zu drei Prozent beschert: In Erwartung eines entschlossenen Vorgehens der G-7-Staaten machten die US-Börsen dabei Verluste von zeitweise knapp sieben Prozent wieder wett. "Wir steigen hier ein, weil wir darüber spekulieren, was die G7 über das Wochenende beschließen wird", sagte ein Händler. Die Börsianer erwarteten ein klares Signal der Industrieländer zur Auflockerung der Kreditklemme.

Wochenminus von 18 Prozent

Doch die wilde Achterbahnfahrt des Börsenindexes der wichtigsten Industrienation blieb den ganzen Tag über unkalkulierbar. Immerhin markierte der Schlusskurs dann den geringsten Tagesverlust am Ende einer der schwärzesten Wochen der Wall-Street-Geschichte: An den sieben vorherigen Handelstagen hatte der Leitindex bereits 2271 Punkte verloren - im Wochenverlauf verlor der Dow 18 Prozent, der S&P ebenfalls 18 Prozent und der Nasdaq 15,3 Prozent.

Der Tag hatte mit einem massiven Ausverkauf in Tokio begonnen, wo der Nikkei Chart zeigen den drittschlimmsten Verlust seiner Geschichte verbuchte. Mehrere Börsen setzten wegen dramatischer Einbrüche den Handel aus.

Auch der deutsche Handel begann mit wilden Kursausschlägen, die sich nach kurzer Beruhigung am Nachmittag fortsetzten, als die Börse in New York öffnete. Die rasante Talfahrt, bei der der deutsche Leitindex zeitweise um bis zu 11,8 Prozent ins Minus rutschte, endete schließlich bei 4544,31 Punkten und minus sieben Prozent - der tiefste Stand des Dax Chart zeigen seit dem Sommer 2005.

Der MDax Chart zeigen gab um 6,76 Prozent auf 5325,60 Punkte nach, der TecDax Chart zeigen verlor 4,81 Prozent auf 516,75 Zähler. Tatsächlich aber dürfte die gesamte Woche mit einem Minus von insgesamt rund 22 Prozent als schwarzes Kapitel in die Geschichte des Dax eingehen.

Ölpreis auf Rekordtief

Die Kurseinbrüche an den Weltbörsen trieben den Goldpreis kräftig in die Höhe. Eine Feinunze (etwa 31 Gramm) kostete in der Spitze zeitweise mehr als 930 Dollar. Der Ölpreis hingegen fiel mit etwa 78 Dollar pro Barrel auf den tiefsten Stand seit 13 Monaten. Im Handelsverlauf in New York kostete ein Barrel (159 Liter) Leichtöl mit Liefertermin im November zeitweise nur noch 77,28 Dollar. Das war der tiefste Stand seit dem 11. September 2007. Auch der Euro sank erneut. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3579 (Donnerstag: 1,3682) Dollar fest.

amz/sam/dpa-AFX/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.