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adidas: Trost für die Briten

aus DER SPIEGEL 43/1992

100 Spezialisten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse filzten in den vergangenen Monaten die Bücher und Lager von adidas. Im Auftrag Stephen Rubins, des Hauptaktionärs im britischen Mischkonzern Pentland, untersuchten sie, ob der Preis von 621 Millionen Mark angemessen sei, den der Brite dem adidas-Hauptaktionär Bernard Tapie für dessen Anteile zahlen sollte. Die Prüfer fanden keine verborgenen Verlustquellen in Herzogenaurach; trotzdem platzte der Vertrag in der vergangenen Woche. Der Brite hatte versucht, durch Hinweis auf verschiedene Form-Verstöße, die zum Teil schon 1990 beim Verkauf von adidas-Aktien der Dassler-Familie an Tapie vor über zwei Jahren begangen worden waren, dem Franzosen Preiszugeständnisse abzuhandeln. Der brach die Gespräche schließlich verärgert ab. Rubin kann sich mit einem Währungsgewinn von 20 Millionen Pfund trösten. Er hatte früh seine Pfund in Mark getauscht, um den in deutscher Valuta festgesetzten adidas-Preis zahlen zu können. Er profitiert nun von der Mark-Aufwertung gegenüber dem Pfund.

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