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18. Januar 2001, 12:33 Uhr

Advance Bank

Vorstand muss gehen

Die Verluste bei der Advance Bank haben offenbar zu ersten personellen Konsequenzen geführt. Der Vorstand Michael Stojan soll in die Provinz versetzt werden.

Michael Stojan: Abschiebung nach Niedersachsen?

Michael Stojan: Abschiebung nach Niedersachsen?

Duisburg - Michael Stojan, einer der drei Vorstände der Advance Bank, wird die Direktbank verlassen. Er werde für die Leitung des Privatkundengeschäfts des Mutterhauses Dresdner Bank in Niedersachsen und Bremen vorgeschlagen, sagte ein Sprecher des Unternehmens der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Eine Entscheidung solle am 20. Februar in der Aufsichtsratssitzung der Dresdner Bank fallen.

Stojan ist seit 1998 bei der Advance Bank und im Vorstand unter anderem für Rechnungswesen, Controlling und Geschäftsabwicklung zuständig. Gründe für das Ausscheiden des Managers nannte der Sprecher nicht. Auch zu der Frage, ob ein Nachfolger ernannt werden solle, wollte er sich nicht äußern. Es sei von Anfang an vorgesehen gewesen, dass Stojan zur Dresdner Bank zurückkehren werde.

Hintergrund der Personalie ist offenbar die finanzielle Situation der Direktbank. Vorstandssprecher Martin Blessing musste im Dezember einräumen, dass der Verlust im Jahr 2000 wegen einmaliger Ausgaben im Beratungsbereich möglicherweise noch einmal höher ausfallen könne als 1999, als der Fehlbetrag 97,3 Millionen Mark betrug.

Zuvor war das Unternehmen von einem deutlich besseren Ergebnis ausgegangen. Stojan hatte noch im April erklärt, der Verlust werde sich 2000 um rund zehn Millionen Mark verringern. Ziel sei es, 2001 die Gewinnzone zu erreichen und ab 2002 konstant schwarze Zahlen schreiben.

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