Ärzte-Streik Gewerkschaft will Lothar Späth als Schlichter

Im Streit über die Bezahlung von Ärzten an Unikliniken hat die Medizinergewerkschaft Marburger Bund den Ex-Spitzenpolitiker Lothar Späth als Schlichter ins Gespräch gebracht. Die Arbeitgeberseite will jedoch nichts davon wissen.


Heidelberg - Der frühere baden-württembergische Ministerpräsident und CDU-Politiker Lothar Späth sei "bei allen Lagern präsentierbar", sagte der Vorsitzende des Marburger Bunds, Frank Ulrich Montgomery, gestern Abend im "WDR". Es gebe ja manchmal kluge Schlichter, sagte der Gewerkschaftschef.

Lothar Späth: "Bei allen Lagern präsentierbar"
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Lothar Späth: "Bei allen Lagern präsentierbar"

Arbeitgeber-Vertreter Hartmut Möllring (CDU) lehnte den Vorschlag jedoch ab. Einen Schlichter werde er auf keinen Fall akzeptieren, sagte der Chef der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und niedersächsische Finanzminister. Das letzte Spitzengespräch zwischen den Tarifpartnern war am 11. Mai in Dresden gescheitert.

Unterdessen haben die Ärzte an den Universitätskliniken und Landeskrankenhäusern ihren Streik fortgesetzt. In Baden-Württemberg wollen am heutigen Vormittag Ulmer Hochschulmediziner in "Sklavengaleeren in Weiß" auf der Donau gegen eine "Bach-runter- Politik" anrudern. Ärzte aus Heidelberg und Freiburg wollen in weißen Kitteln und mit gepackten Koffern zum Frankfurter Flughafen fahren, um sich demonstrativ nach Flügen ins besser bezahlte Ausland umzusehen.

Die Tarifauseinandersetzung dauert mittlerweile länger als zwei Monate. Neben der Forderung nach deutlich besserer Bezahlung der Ärzte kritisieren die Mediziner auch die hohe Zahl unbezahlter Überstunden, 36-Stunden-Dauerdienste und fehlende Kinderbetreuung.

ank/dpa/AP



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