Ärzte-Tarifkonflikt Arbeitgeber lehnen Schlichtung ab

Im Tarifkonflikt der kommunalen Krankenhäuser sehen die Arbeitgeber keinen Raum mehr für Kompromisse. Aus diesem Grunde hat ihrer Einschätzung nach auch eine Schlichtung keinen Sinn.


Frankfurt am Main - Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände erklärte nach Gremienberatungen heute, das auf dem Tisch liegende Angebot der Kommunen stelle für die Arbeitgeber "die äußerste Grenze der Belastbarkeit" dar. Über diese Grenze könne nicht hinausgegangen werden.

VKA-Präsident Thomas Böhle warf der Ärztegewerkschaft Marburger Bund vor, sich zwar bewegt zu haben, aber nicht in Richtung der Arbeitgeber. Stattdessen habe die Arbeitnehmerseite immer mehr gefordert.

Zugleich gingen in elf Bundesländern die Ärztestreiks an kommunalen Kliniken weiter. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, legten heute rund 12.500 Ärzte in 111 Städten an kommunalen Krankenhäusern die Arbeit nieder. Parallel zu den Streiks sollte ab Mittag in Dortmund eine überregionale Kundgebung und Demonstration unter dem Motto "Ärzte wehren sich gegen Lohnraub" stattfinden.

Der Marburger Bund warf den Arbeitgebern vor, in den bisherigen Tarifverhandlungen die derzeitigen Gehälter der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern bei gleichzeitiger Verlängerung der Arbeitszeiten drastisch kürzen zu wollen. Die Ärzte hatten in der vergangenen Woche die Verhandlungen mit der VKA abgebrochen, nachdem diese die Forderungen der Mediziner als unbezahlbar bezeichnet hatten.

Die Gewerkschaft will für die rund 70.000 Ärzte an 700 kommunalen Krankenhäusern Gehaltsaufstockungen von mindestens 15 Prozent erreichen. Außerdem will sie bessere Arbeitsbedingungen und einen arztspezifischen Tarifvertrag.

mik/ddp/dpa



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