Affäre Kerviel Gewinn der Société Générale bricht massiv ein

Verluste und kein Ende: Die Société Générale verzeichnet wegen des Skandals um Ex-Händler Kerviel im vierten Quartal 2007 einen Gewinneinbruch von mehr als drei Milliarden Euro. Das Gesamtjahr kann die französische Bank immerhin mit einem positiven Ergebnis abschließen.


Paris - Der Handelsskandal belastet die Bilanz der Société Générale massiv: Wegen des Gewinneinbruchs um mehr als 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr kürzt die französische Großbank die Dividende von 5,20 Euro auf 90 Cent je Aktie. Der Jahresgewinn brach durch den Skandal um den Ex-Händler Jérôme Kerviel, wegen Sonderabschreibungen und wegen der US-Hypothekenkrise um mehr als das Fünffache ein: von 5,2 Milliarden Euro 2006 auf 947 Millionen im abgelaufenen Jahr.

Zentrale der Société Générale: Übernahmespekulationen nehmen kein Ende
DPA

Zentrale der Société Générale: Übernahmespekulationen nehmen kein Ende

Die verbuchten Verluste machen die Société Générale Chart zeigenerneut zu einem begehrten Übernahmeziel. Doch das Institut setzt weiter auf seine Eigenständigkeit, dafür habe er den klaren Auftrag des Verwaltungsrates, sagte Bankchef Daniel Bouton.

Ex-Händler Kerviel hatte der Société Générale durch unautorisierte Spekulationen an den Terminbörsen einen Schaden von 4,9 Milliarden Euro eingehandelt. Um die Belastungen abzufedern, beschloss die drittgrößte Bank Frankreichs eine Kapitalerhöhung. Insgesamt will die Société Générale 5,5 Milliarden Euro frisches Kapital beschaffen.

Die Ermittler haben bislang keine Hinweise auf einen möglichen Komplizen Kerviels. Das geht aus einem gestern vorgelegten Zwischenbericht hervor. Darin heißt es auch, dass bei der Bank alle Dienstanweisungen korrekt befolgt worden seien.

sil/dpa/Reuters



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