Afrika-Besuch Chinesischer Präsident bringt Milliardenkredit mit

Für seine Afrikareise hat Chinas Präsident Hu Jintao einen Großkredit im Gepäck. Mit konkreten Gegenleistungen soll die Drei-Milliarden-Dollar-Zahlung angeblich nicht verknüpft sein. Kritiker argwöhnen aber, dass China es auf Afrikas Rohstoffe abgesehen hat.

Peking - Das Geld werde in den kommenden drei Jahren zu Vorzugskonditionen gewährt, teilte das Handelsministerium heute auf seiner Internetseite mit. Über denselben Zeitraum sollen zudem Hilfsleistungen und zinsfreie Darlehen verdoppelt werden. Die Behörde betonte, die neuen Kredite seien hauptsächlich für Infrastruktur- und Energieprojekte gedacht, aber nicht an politische Bedingungen geknüpft.

Die Ankündigung kommt Beobachtern zufolge zu einem wohlüberlegten Zeitpunkt. Morgen wird Hu in Kamerun erwartet, danach reist er in den Sudan, nach Namibia, Südafrika, auf die Seychellen, nach Liberia, Sambia und Mosambik. Es wird damit gerechnet, dass er während seiner rund zweiwöchigen Reise etliche Wirtschaftsabkommen abschließt.

Das letzte Mal war Hu vor nicht einmal einem Jahr in Afrika gewesen. Erst vor drei Monaten hatte China wiederum afrikanische Staats- und Regierungschefs zu einem Gipfeltreffen eingeladen und dabei fünf Milliarden Dollar an Krediten angekündigt.

Die Volksrepublik ist wegen ihrer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung vor allem an den Rohstoffen des Kontinents interessiert. Die westlichen Staaten sehen das Engagement allerdings kritisch: Sie werfen der Führung in Peking vor, bei den Afrikanern als Gegenleistung für die Investitionen nicht stark genug auf die Einhaltung von rechtsstaatlichen Prinzipien zu bestehen.

tim/Reuters

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