"Deutschland sagt Sorry" Fake-Ministerium entschuldigt sich für Agenda 2010

Das Künstlerkollektiv "Peng!" hat wieder zugeschlagen. Ihr Opfer diesmal: das Bundesarbeitsministerium.

Die Fake-Seite "Deutschland sagt Sorry"

Die Fake-Seite "Deutschland sagt Sorry"


Nicht nur auf den ersten Blick sieht die Seite echt aus: oben links ein Bundesadler, daneben die Farben Schwarz-Rot-Gold und die Aufschrift "Bundesministerium für Arbeit und Soziales", unten ein Porträt von Bundespräsident Joachim Gauck.

Erst wenn man nach oben rechts schaut, entdeckt man einen Satz, den man auf der Homepage eines Bundesministeriums nie erwarten würde: "Deutschland sagt Sorry!"

Eine Fake-Seite im Internet entschuldigt sich im Namen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bei den "Leidtragenden der Agenda 2010" für das Reformpaket. "Ihre Opfer und ihre Entbehrungen sollen nicht vergessen sein", heißt es in einem eingebetteten YouTube-Video, das den Kern der Seite bildet.

Ein Mann in einem schwarzen Anzug mit adrett zum Seitenscheitel gekämmten Haaren bedankt sich bei den "Verliererinnen und Verlierern der Reform" - und bietet ihnen ein handsigniertes Entschuldigungsschreiben von Bundespräsident Joachim Gauck an.

Das Video zeigt außerdem Einzelschicksale: eine alleinerziehende Mutter, die arbeitet und trotzdem beim Jobcenter aufstocken muss. Ein Fremdsprachenkorrespondent, den das Jobcenter zu einer Reinigungsfirma in eine andere Stadt schickt. Dazwischen werden Statistiken eingeblendet: 2,6 Millionen Kinder lebten in Armut, 24 Prozent arbeiteten im Niedriglohnsektor.

Laut Internetregistrierung steckt hinter der Seite das Künstlerkollektiv "Peng!". Nach eigenen Angaben der Künstler entstand das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Theater Dortmund. Die Kooperation nennt sich "Die Populistinnen".

Es ist nicht der erste Streich der Berliner Aktionskünstler. Im April 2015 kaperten sie das Foyer des Energiekonzern Vattenfall in Berlin und verkündeten in dessen Namen bei einer inszenierten Pressekonferenz, dass der Konzern Verantwortung für die Lausitz übernehmen würde. Sie versprachen einen Ausstieg aus der Kohleenergie und hundertprozentigen Umstieg auf erneuerbare Energien.

Im Februar bewarf ein Aktivist der Gruppe die AfD-Politiker Beatrix von Storch und Albrecht Glaser mit einer Sahnetorte, während ein zweiter Aktivist die Aktion filmte.

asa



insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
zzipfel 27.04.2016
1. Für den Finanziellen Unterhalt der alleinerziehenden Mutter ist zunächst mal
der Kindesvater verantwortlich, was soll das mit der Agenda2010 zu tun haben? Und wer kein ALG2 haben will (nach dem Thema "HartzIV muss weg") muss ja den Antrag nicht stellen und darf sich gern das Einkommen selber erwirtschaften. Ja - der Job einer Fremdsprachenkorrespondentin kommt nicht zu ihr nach Hause, sondern die Dame muss sich schon etwas anstrengen um für Leistung Geld zu erhalten. Ich habe die Kritik an der Agenda2010 nie verstanden, stellt die doch eine überfällige Umsetzung des Lambsdorff-Papiers aus den 80er Jahren da und wurde schon damals von Teilen der F.D.P. als notwendig erkannt.
cilus 27.04.2016
2. Wenn das wahr wäre
und die SPD sofort mit rot-rot-grün Ihre Mehrheit nutzte um diese unsägliche Agenda zurückzunehmen wäre das der einzige Grund warum sie 2017 wieder wählbar werden könnte. Ansonsten: siehe Österreich! http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2678346/Die-Anstalt-vom-5.-April-2016?bc=kua884728
MikelFriess 27.04.2016
3. Nicht ganz
Zitat von zzipfelder Kindesvater verantwortlich, was soll das mit der Agenda2010 zu tun haben? Und wer kein ALG2 haben will (nach dem Thema "HartzIV muss weg") muss ja den Antrag nicht stellen und darf sich gern das Einkommen selber erwirtschaften. Ja - der Job einer Fremdsprachenkorrespondentin kommt nicht zu ihr nach Hause, sondern die Dame muss sich schon etwas anstrengen um für Leistung Geld zu erhalten. Ich habe die Kritik an der Agenda2010 nie verstanden, stellt die doch eine überfällige Umsetzung des Lambsdorff-Papiers aus den 80er Jahren da und wurde schon damals von Teilen der F.D.P. als notwendig erkannt.
der Vater ist erst einmal für den Unterhalt des Kindes verantwortlich. Für die Mutter nur, wenn verheiratet (gewesen) UND der Mutter eine eigene Berufstätigkeit nicht zumutbar ist. Bei der Fremdsprachensekretärein muss ich Ihnen allerdings Recht geben. Wer es nach einem Jahr mit Berufsausbildung in einem solchen Bereicht nicht schafft eine Stelle zu bekommen sollte sich auch in anderen Bereichen umschauen.
kevinschmied704 27.04.2016
4. wer hat uns verraten?
die Sozialdemokraten! danke Schröder!
MikelFriess 27.04.2016
5. Guter Plan
Zitat von cilusund die SPD sofort mit rot-rot-grün Ihre Mehrheit nutzte um diese unsägliche Agenda zurückzunehmen wäre das der einzige Grund warum sie 2017 wieder wählbar werden könnte. Ansonsten: siehe Österreich! http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2678346/Die-Anstalt-vom-5.-April-2016?bc=kua884728
und ein halbes Jahr später jammert jeder rum, dass "dieses faule, langzeitarbeitslose, arbeitsscheue, *******, Gesindel, Pack, was auch immer" auf unsere Kosten alimentiert wird.
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