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RHEINMETALL Aggressiver Investor

aus DER SPIEGEL 12/2001

Im Düsseldorfer Traditionskonzern Rheinmetall droht nach dem Einstieg des Großaktionärs Guy Wyser-Pratte ein Kampf um die richtige Strategie. Der US-Investor hatte sich in wenigen Wochen still und heimlich einen Anteil von fünf Prozent der Stammaktien zusammengekauft und will das Unternehmen jetzt ausschließlich auf das Rüstungsgeschäft ausrichten, das nach seiner Einschätzung die größten Gewinne verspricht. Die beiden anderen Standbeine der Rheinmetall, Autozulieferung und Elektronik, hält der für seine kompromisslose Haltung bekannte Wyser-Pratte für zweitrangig. Dagegen setzt Rheinmetall-Chef Klaus Eberhardt lieber auf eine gleichberechtigte Förderung aller drei Geschäftsbereiche. Noch ist der Konflikt zwischen beiden nicht offen ausgebrochen. Eberhardt erklärt bisher, die Ziele des neuen Investors seien mit seinen eigenen »grundsätzlich identisch«. Doch Wyser-Pratte, dem auch das französische Edelschuhhaus Groupe André gehört, lässt schon mal die Muskeln spielen. »Wenn es schmutzig werden muss«, so droht er, »wird es eben schmutzig.«

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