Airbus Jüngster Passagierjet floppt bei Airlines

Der kleinste und neueste Spross der Airbus-Familie, der A318, wird den hohen Erwartungen nicht gerecht. Die Zahl der Bestellungen wächst nicht - sie schrumpft.


Problemkind A318: Die Star Alliance will bis Ende des Jahres 100 Hundersitzer bestellen - den Kauf des passenden Airbus-Modelles aber ziehen die Manager offenbar gar nicht in Erwägung
AP

Problemkind A318: Die Star Alliance will bis Ende des Jahres 100 Hundersitzer bestellen - den Kauf des passenden Airbus-Modelles aber ziehen die Manager offenbar gar nicht in Erwägung



Hamburg/Toulouse - Am Dienstag soll der erste A318 in Hamburg an die US-Fluglinie Frontier Airlines übergeben werden, Grund zum Feiern gibt es für Airbus kaum. Nach einem Bericht des "Handesblattes" gibt es nur noch drei Unternehmen, die den 100-Sitzer verbindlich bestellt haben.

Nur eines davon - Frontier - sei überhaupt eine Fluglinie, bei den anderen beiden handele es sich um Leasing-Gesellschaften. Air China, British Airways und Egypt Air, die bereits A318-Modell bestellt hatten, haben es sich laut Bericht inzwischen anders überlegt und sich für andere Modelle entschieden. Die Zahl der Bestellungen für den A318 sei damit von einst 136 auf nur noch 84 gefallen.

Als Gründe für die Verkaufsprobleme gelten Gewicht und Treibstoffbedarf des Flugzeuges. Das von Pratt & Whitney entwickelte Triebwerk habe in Tests zu viel verbraucht. Zudem hielten viele Airlines den A318 für zu schwer. Er basiert auf dem Design der A320-Familie und ist mit einem Standardrumpf ausgerüstet, der ursprünglich für größere Jets entwickelt wurde.

Brasilianer trumpfen auf

Das Blatt beruft sich in seinem Bericht auf den Airbus-Manager Daniel Carnelly. Er sagte, die Stornierungen seien kein Problem, solange sich die Kunden - wie British Airways - für andere Airbus-Modelle als Alternative entschieden. Allerdings wird es nun geraume Zeit dauern, bis die 300 Millionen Dollar Entwicklungskosten für den kleinsten und jüngsten Airbus wieder eingespielt sind. Wann genau dies der Fall sein wird, wolle man bei Airbus inzwischen nicht mehr prophezeien, so das "Handelsblatt".

Die Analysten-Prognose, dass in den kommenden 15 Jahren rund 470 Modelle vom Typ A318 verkauft werden könnten, erklärt Airbus jedenfalls inzwischen für unrealistisch. Dabei gilt der Markt für mittelstreckentaugliche 100-Sitzer durchaus als zukunftsträchtig. Erst im Juni hat die rasch wachsende US-Billigairline JetBlue 100 Jets dieser Kategorie geordert - allerdings beim brasilianischen Airbus-Konkurrenten Embraer.



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