Airline-Verband Langstreckenflüge vom BER oft nicht wirtschaftlich
Hauptterminal des BER: Nachfrage nicht groß genug
Foto: IMAGO/Stefan ZeitzDie geringe Anzahl von Langstreckenflügen vom Hauptstadtflughafen BER hat aus Sicht des Bundesverbandes der Deutschen Fluggesellschaften wirtschaftliche Gründe. »Die Nachfrage und damit das Potenzial, Langstreckenflüge wirtschaftlich sinnvoll auszulasten, ist in der Hauptstadtregion nicht groß genug«, sagte Michael Engel, Geschäftsführer des Verbandes, am Montag in Potsdam. Dieser Aspekt komme aus Sicht des Verbandes in der Diskussion meist zu kurz.
Gerade für interkontinentale Langstrecken aus Deutschland heraus gelte, dass nur »Drehkreuz-Verkehre mit einem Mix aus Lokal- und Umsteigepassagieren die erforderliche Auslastung und eine breite Konnektivität gewährleisten können«, sagte Engel. Dieses Modell sei nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch ökologisch klar im Vorteil.
Die Landesregierungen von Berlin und Brandenburg wollen sich für mehr Lang- und Mittelstreckenverbindungen am BER einsetzen. »Der Flughafen Berlin-Brandenburg soll seiner Funktion als Drehkreuz für Ostdeutschland gerecht werden können«, hieß es in einer Erklärung nach einer Kabinettssitzung beider Regierungen. Nach Angaben der Berliner Landesregierung starten am BER täglich bis zu sechs Langstreckenflüge – wenig im Vergleich zu westdeutschen Flughäfen.
Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) bemüht sich seit Jahren um mehr Angebote auf der Langstrecke. Im vergangenen Jahr hatte die norwegische Billigfluglinie Norse Atlantic Verbindungen zwischen Schönefeld und Los Angeles, Florida sowie New York ins Programm genommen, das Programm aber inzwischen wieder stark ausgedünnt. Ab dem 15. Dezember 2023 will die Airline nur noch nach Miami abheben. Und das nur ein Mal in der Woche. Auch bei Delta Airlines flog die Verbindung nach New York aus dem Programm. United Airlines hat die tägliche Verbindung nach Washington D.C. eingestellt, wie ein Sprecher der Airline der »Märkischen Allgemeinen Zeitung« bestätigte.
Damit verliert der BER wöchentlich mehr als ein Dutzend Flüge in die USA. Übrig bleiben derzeit nur die täglichen startenden Maschinen von United Airlines nach New York.