Aktien Versorger im Aufwind

Die Ankündigung, e.on wolle PowerGen übernehmen, bringt andere europäische Versorger in Zugzwang. Die Übernahmephantasie sorgt für steigende Kurse bei e.on und der Konkurrenz.


Zum Teil kräftige Zuwachsraten hat die Ankündigung der Düsseldorfer e.on AG, den britischen Stromversorger PowerGen übernehmen zu wollen, den Aktien der großen europäischen Stromversorger beschert. So kletterte nicht nur das Papier von e.on in den ersten drei Tagen nach der Übernahmeankündigung um knapp zehn Prozent auf rund 56 Euro.

Auch andere europäische Stromversorgungsunternehmen wie die italienische Enel, die spanische Endesa oder der deutsche e.on-Erzkonkurrent RWE profitierten von den Übernahmeplänen. Hauptgrund: Der Schachzug von e.on-Chef Ulrich Hartmann bringt andere Versorger in Zugzwang. Nach einer erfolgreichen Übernahme von PowerGen wäre e.on hinter der nicht börsennotierten französischen EdF nicht nur der zweitgrößte europäische Stromversorger ­ über die amerikanische Powergen-Tochter Louisville Gas & Electricity Group würde sich e.on auch ein wichtiges Standbein auf dem gewaltigen US-Markt aufbauen.

Marktexperten erwarten deshalb, dass Konkurrenten wie RWE oder EdF in den nächsten Wochen und Monaten ebenfalls versuchen werden, ihre Marktposition durch größere Firmenzukäufe beispielsweise in Spanien oder Italien zu verbessern. Am Geld zumindest sollten solche Pläne nicht scheitern: Die Kriegskassen fast aller europäischen Ex-Monopolisten sind prall gefüllt.



© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.