Aktienkauf Porsche besitzt schon über zehn Prozent von VW

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking kommt mit dem Kauf der Aktien von Volkswagen gut voran. Bereits über die Hälfte der angestrebten Beteiligung von 20 Prozent hat er schon erreicht.


Porsche-Chef Wiedeking: Aufsichtsratsmandat angepeilt
DPA

Porsche-Chef Wiedeking: Aufsichtsratsmandat angepeilt

Stuttgart - Das Unternehmen halte 10,26 Prozent der Stammaktien, teilte Porsche Chart zeigen gestern am späten Abend mit. Bis zum 28. September habe man insgesamt 32.868.462 VW-Stammaktien Chart zeigen erworben. Zu welchem Preis und von wem Porsche die Aktien gekauft hat, teilte der Sportwagenhersteller zunächst nicht mit. Zuvor hatte Porsche angekündigt, die Aktien aus dem VW-Streubesitz aufzukaufen.

Insgesamt wird der Einstieg bei VW die Schwaben etwa drei Milliarden Euro kosten. Wiedeking hatte den Coup strategisch begründet. Volkswagen werde vor einer möglichen feindlichen Übernahme geschützt, Porsche stabilisiere mit der Unterstützung für den langjährigen Partner gleichzeitig sein eigenes Geschäftsmodell.

Der Finanzvorstand von Porsche, Holger Härter, hatte zu Wochenbeginn klargestellt, dass der Sportwagenbauer als künftig größter Aktionär dem VW-Management nicht in das operative Geschäft eingreifen wolle. Porsche werde seinen Einfluss über den Aufsichtsrat geltend machen und Volkswagen strategisch unterstützen. Allerdings müsse das VW-Investment zweistellige Renditeziele erfüllen.

Porsche strebt nach unbestätigten Medienberichten zwei bis drei Sitze im VW-Aufsichtsrat an. Es wird erwartet, dass auch Wiedeking selbst in das Gremium einzieht. Er soll gemeinsam mit VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch den Coup eingefädelt haben. Piëch war von 1993 bis 2002 Vorstandschef in Wolfsburg. Die Familien Porsche und Piëch besitzen 100 Prozent der Porsche-Stimmrechte.



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