Sorge vor Krieg in der Ukraine Aktienkurse brechen weltweit ein

Der Konflikt mit Russland belastet die Stimmung an den Finanzmärkten. Der Dax lag am Montag zeitweilig vier Prozent im Minus. Die Börse in Moskau fiel auf den tiefsten Stand seit 2020.
Kurve nach unten: Der Dax brach an diesem Montag ein

Kurve nach unten: Der Dax brach an diesem Montag ein

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Die Furcht vor einem russischen Einmarsch in der Ukraine hat an zahlreichen Börsen der Welt zu Kursverlusten geführt. Der Dax fiel am Montag zwischenzeitlich unter die Marke von 15.000 Punkten und verlor somit zeitweise mehr als vier Prozent. Am Ende stand ein Minus von 3,8 Prozent – der heftigste Tagesverlust seit Ende November.

Aktien aus dem Reise- und Tourismussektor sowie Technologietitel flogen aus den Depots, während Bundesanleihen und Gold gefragt waren.

Andere europäische Indizes reagierten ebenfalls mit Verlusten auf die Situation: Der europäische EuroStoxx50 drehte am Montagnachmittag zeitweise vier Prozent ins Minus.

US-Börsen gleich zum Start im Minus

Auch die US-Börsen knüpften mit deutlichen Verlusten an die schlechte Vorwoche an. Der Dow-Jones-Index der größten Industriewerte, der im Laufe der Vorwoche schon 4,6 Prozent verloren hatte, sackte bis zum Abend um weitere 2,4 Prozent ab.

Der technologielastige Nasdaq 100 lag sogar 3,5 Prozent im Minus – und fiel damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2021. Negativ zu Buche schlagen in den USA neben der drohenden Kriegsgefahr die hohe Inflation, die Erwartung schneller steigender Zinsen, die Omikron-Welle und eine durchwachsene Berichtssaison der Unternehmen.

Fallende Kurse auch an der New Yorker Börse (Archivbild)

Fallende Kurse auch an der New Yorker Börse (Archivbild)

Foto: Shannon Stapleton / REUTERS

Russlands Börse schwach wie seit dem Corona-Crash nicht mehr

Auch an der russischen Börse machte sich Nervosität breit: Der Moskauer Leitindex fiel um mehr als acht Prozent – der größte Kursrutsch seit dem coronabedingten Börsencrash vom März 2020. Die russische Währung geriet ebenfalls unter Druck. Im Gegenzug notierte der Dollar mit 78,64 Rubel so hoch wie zuletzt vor mehr als einem Jahr.

Angesichts des schwächeren Rubels setzte die russische Notenbank ihre strategischen Devisenkäufe vorerst aus. Wie die Zentralbank mitteilte, werden die Käufe von Montag an auf unbestimmte Zeit eingestellt. Damit solle der »Volatilität an den Finanzmärkten« begegnet werden. Eine Wiederaufnahme erfolge abhängig von den Marktbedingungen.

Bitcoin auf tiefstem Stand seit einem halben Jahr

Die Talfahrt am Markt für Kryptowährungen hält ebenfalls an. Nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierung ging es zum Wochenstart mit den Kursen weiter bergab. Am Montagnachmittag kostete ein Bitcoin im Tief rund 32.970 US-Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit etwa einem halben Jahr. Noch am Donnerstag hatte die älteste und nach Marktwert größte Digitalwährung rund 10.000 Dollar mehr gekostet.

Auch andere Kryptoanlagen wie die Nummer zwei am Markt, Ether, gaben nach einer kurzzeitigen Stabilisierung wieder nach. Die derzeit rund 17.000 existierenden Digitaldevisen waren zum Wochenstart gut 1,5 Billionen Dollar wert. Vor dem jüngsten Absturz waren es noch mehr als zwei Billionen Dollar gewesen.

sol/dpa/Reuters