Aktionärsverband Infineon nicht ohne Limit kaufen

Die Anleger haben schon die Euro-Zeichen in den Augen. Vom anstehenden Börsengang der Infineon AG erwarten sich viele fette Kursgewinne, aber nur wenige werden die begehrte Zuteilung erhalten. Wer nach dem ersten Handelstag einsteigen will, sollte vorsichtig sein, warnt die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK).

Saarbrücken - Der SdK-Experte für Neu-Emissionen, Markus Straub, sagte im Saarländischen Rundfunk, Kleinaktionäre sollten zum Börsenstart "auf alle Fälle erst noch mal anschauen, wie sich der Kurs entwickelt, und in keinem Fall ohne Limit zuschlagen". Die Infineon-Aktie sei bereits jetzt stark überzeichnet, weshalb zum Börsenstart hohe Zeichnungsgewinne anfallen würden.

Infineon hielt sich am Montag am Grauen Markt bei Umsätzen um 100.000 Stück auf sehr hohem Niveau, so Norbert Empting von der Börsenmakler Schnigge AG. Im vorbörslichen Telefonhandel wurde die Aktie mit 85 bis 92 Euro gehandelt. Der Ausgabekurs wird vermutlich bei 35 Euro liegen.

Straub betonte, dass beim bisherigen Run auf die Infineon-Papiere private Anleger kaum Chancen gehabt hätten, Aktien zu erhalten. Er räumte allerdings auch ein, es sei im Voraus oft schwer zu beurteilen, "wie begehrt so eine Emission sein wird".

Die Schutzgemeinschaft warnte vor übertriebenen Erwartungen an das Infineon-Papier. Das Risiko der Aktie werde heruntergespielt. Siemens habe sich entschlossen, diesen Unternehmensteil an die Börse zu bringen, "um das Risiko in diesem sehr riskanten Bereich mit anderen zu teilen", sagte Straub. Zurzeit boome die Halbleiterbranche, sie sei aber sehr zyklisch. Die Aktie werde "nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen sehen".