Klimaprotest Aktivisten besetzen Kohlekraftwerk Datteln 4

Das Kohlekraftwerk Datteln 4 entwickelt sich zum Fixpunkt des Protests von Klimaschützern. Am frühen Morgen drangen erneut Aktivisten auf das Gelände und ketteten sich fest.
Kohlekraftwerk Datteln 4: Effizienter als ältere Meiler

Kohlekraftwerk Datteln 4: Effizienter als ältere Meiler

Foto: LEON KUEGELER/ REUTERS

Umweltaktivisten sind am frühen Morgen auf das Gelände des Steinkohlekraftwerks Datteln 4 vorgedrungen und haben sich an verschiedenen Stellen angekettet. Ein Sprecher der Aktivisten sagte gegenüber dem SPIEGEL, an der Aktion seien elf Personen beteiligt. Seit 6.30 Uhr laufe die Aktion. Welcher Bewegung sich die Aktivisten zugehörig fühlen, ist nicht bekannt. Polizei und Sicherheitsleute sind vor Ort.

Ziel der Aktion ist es, die Abschaltung des Kraftwerks zu erzwingen. "Wir fordern einen sofortigen Kohleausstieg", heißt es in einer Erklärung der Gruppe. "Die Inbetriebnahme eines neuen Kraftwerks in diesen Zeiten ist ein Skandal."

Die Entscheidung der Bundesregierung, Datteln 4 doch noch in Betrieb zu nehmen, hatte zuletzt starke Kontroversen ausgelöst. Das kürzlich im Kabinett verabschiedete Kohleausstiegsgesetz war von Umweltverbänden als unzureichend kritisiert worden.

Aus Sicht der Bundesregierung bringt die Inbetriebnahme von Datteln 4 mehr Vor- als Nachteile. Das seit Jahren geplante Kraftwerk sei weit effizienter als viele ältere Meiler, die gleichzeitig abgeschaltet werden.

Der Betreiberkonzern Uniper verweist ebenfalls auf die hohe Wirksamkeit von Datteln 4, das unterm Strich sogar CO2 spare. Das Kraftwerk speise auch Abwärme aus seiner Produktion ins Fernwärmenetz. Bis zu 100.000 Haushalte könnten dadurch beheizt werden.

Extreme Aktivistengruppen, die zuletzt zu den Besetzern zählten, sehen das anders. "Durch den billigen und dreckigen Strom werden umweltfreundlichere Alternativen vom Markt gedrängt", sagt einer der Aktivisten. "Datteln 4 verdeutlicht, dass kurzfristige Konzerninteressen wichtiger sind als ein gesellschaftlicher Konsens und Klimaschutz."

 

 

mik/le