Verurteilung wegen Steuerhinterziehung Alfons Schuhbeck geht in Revision

Promikoch Alfons Schuhbeck gibt sich nicht geschlagen: Kurz vor Fristablauf legt er Revision gegen seine Haftstrafe ein. Er wolle die Begründung nachvollziehen – und arbeite noch daran, den Schaden wiedergutzumachen.
Alfons Schuhbeck am Tag des Urteils: Will Schaden im Rahmen seiner Möglichkeiten wiedergutmachen

Alfons Schuhbeck am Tag des Urteils: Will Schaden im Rahmen seiner Möglichkeiten wiedergutmachen

Foto: Matthias Balk / dpa

Genau eine Woche nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung hat Alfons Schuhbeck bekannt gegeben, dass er dagegen vorgehen will. Er habe seine Anwälte gebeten, fristgemäß Revision gegen das Landgerichtsurteil einzulegen, heißt es in einer Mitteilung seiner Anwälte.

Die Frist wäre am heutigen Donnerstag abgelaufen. Schuhbeck wolle die Möglichkeit wahrnehmen, »die vorgehaltenen Steuerverkürzungen sowie die Erwägungen zur Strafzumessung auf Basis des schriftlichen Urteils nachvollziehen zu können«.

Geld von einem anonymen Investor?

»Sollten die schriftlichen Gründe das Landgerichtsurteil tragen, werde ich meine Anwälte bitten, die Revision im Zweifel zurückzunehmen. Bis dahin werde ich in meinen Bemühungen, den Schaden im Rahmen der Möglichkeiten wiedergutzumachen, nicht nachlassen«, wird Schuhbeck zitiert.

»Herr Schuhbeck steht zu seiner Schuld und übernimmt die Verantwortung für den von ihm verursachten Schaden, die auch eine längere Haftstrafe einschließen kann«, schreiben seine Anwälte. »Hierzu gehört ebenfalls die Bemühung, den Schaden in voller Höhe wiedergutzumachen, woran Herr Schuhbeck auch in den vergangenen Tagen unermüdlich arbeitete.«

Ein Sprecher des Landgerichts München I bestätigte, dass »ein Fax mit einer Revisionseinlegung eingegangen« sei. Die Staatsanwaltschaft will nach Angaben einer Sprecherin keine Revision gegen das Urteil einlegen.

Noch am Tag seiner Verurteilung hatten Schuhbeck und seine Anwälte vergebens versucht, Geld von einem anonymen Investor zu bekommen , um den Schaden zu begleichen und damit ein milderes Urteil zu erwirken. Die Rede war von 2,5 Millionen Euro.

Das Landgericht München I hielt dem Koch allerdings vor, dass er neben der Suche nach fremder Hilfe keinerlei andere Schritte unternommen habe, um die Steuerlast zu tilgen. So zahlte Schuhbeck bis zum Urteil lediglich 150 Euro an die Finanzkasse. Eine Tilgung der Steuerschuld hätte strafmildernd berücksichtigt werden müssen.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Schuhbeck zwischen 2009 und 2015 rund 2,3 Millionen Euro Steuergelder hinterzogen haben soll – und verurteilte ihn zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Zudem soll der 73-Jährige rund 1,2 Millionen Euro nicht abgeführte Einkommensteuer zurückzahlen. Dem Urteil zufolge hatte Schuhbeck in seinen zwei Münchner Restaurants über Jahre die Kassen manipuliert und so mehr als fünf Millionen Euro an Umsatz nicht verbucht.

mmq/dpa/AFP
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