Prozess um Steuerhinterziehung Alfons Schuhbeck zu drei Jahren Haft verurteilt

Der Starkoch Alfons Schuhbeck wurde wegen Steuerhinterziehung zu rund drei Jahren Haft verurteilt – weniger, als die Staatsanwaltschaft zunächst forderte. Zuvor zeigte der TV-Koch sich einsichtig.
Alfons Schuhbeck vor Gericht

Alfons Schuhbeck vor Gericht

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Sven Simon / IMAGO

Der aus vielen Fernsehsendungen bekannte Koch Alfons Schuhbeck ist wegen Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München I sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass Schuhbeck Steuern in Millionenhöhe hinterzogen hat. Sein wegen Beihilfe angeklagter Mitarbeiter bekam eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Wann Schuhbeck die Haftstrafe antreten muss, ist noch offen.

Das Gericht blieb damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für Schuhbeck vier Jahre und zwei Monate Gefängnis und für seinen Mitarbeiter eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung gefordert hatte. Die Verteidiger beider Angeklagten hatten Bewährungsstrafen gefordert. Weil Verteidigung und Staatsanwaltschaft das Urteil für Schuhbecks Mitarbeiter noch im Gerichtssaal akzeptierten, ist dieses bereits rechtskräftig.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Schuhbeck in seinen zwei Münchner Restaurants Orlando und Südtiroler Stuben über mehrere Jahre etwa fünf Millionen Euro durch Manipulation von Umsätzen aus den Kassen entnommen hat. Dafür nutzte er unter anderem ein von seinem Mitarbeiter geschriebenes Computerprogramm. Durch die Manipulationen entstand eine Steuerschuld von 2,3 Millionen Euro.

Richterin Andrea Wagner sagte, das Gericht habe eine »hohe kriminelle Energie« bei Schuhbeck feststellen müssen. Es handle sich anders als von der Verteidigung ursprünglich dargestellt nicht um einen typischen Gastrofall, bei dem Wirte Geld aus den Kassen entnehmen, sondern um aufwändige Manipulationen. »Deswegen war unseres Erachtens in der Gesamtschau nichts anderes möglich, als eine Haftstrafe auszusprechen.«

»Ich weiß, dass es falsch war, was ich getan habe«

»Ich weiß, dass es falsch war, was ich getan habe«, sagte Schuhbeck in seinem letzten Wort vor Gericht. Er könne das nicht mehr ändern, könne aber versuchen, den Schaden wieder gutzumachen und die Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen. Zuvor hatten sich auch Mitarbeiter Schuhbecks in einem Brief an das Gericht gewandt, das diesen auch verlesen hatte.

Der Gastronom hatte die Vorwürfe nach und nach weitgehend eingeräumt, aber angegeben, er könne sich an konkrete Vorgänge und Summen nicht erinnern. Er bat das Gericht, ihm zu glauben, »dass die Höhe der stornierten Rechnungen in den Südtiroler Stuben nicht so hoch war, wie es mir bisher vorgeworfen wird«. Von mehr als tausend verschwundenen Rechnungsnummern gehen die Behörden aus. Allerdings hatte Schuhbeck auch von technischen Schwierigkeiten beim Erfassen der Rechnungen berichtet.

Er hatte das Gericht »eindringlich« gebeten, »die Höhe der stornierten Rechnungen noch einmal kritisch zu überprüfen«, aber zeitgleich eingeräumt: »Leider ist es mir nicht mehr möglich, hierfür weitere Unterlagen vorzulegen.«

Im bisher letzten prominenten Steuerfall in München war der damalige Präsident des FC Bayern München 2014 zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Hoeneß akzeptierte damals das Urteil kurz nach der Verkündung und musste seine Haftstrafe wenige Wochen später antreten. Schuhbeck muss nun binnen einer Woche entscheiden, ob er in die Revision vor den Bundesgerichtshof geht oder es wie Hoeneß macht.

mic/ani/AFP/dpa
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