Kevin Kühnert

Kevin Kühnert und die »Bild« »All das fühlte sich wie ein ganz mieser Film an«

Kevin Kühnert
Von Kevin Kühnert
Von Kevin Kühnert
Als Juso-Chef machte Kevin Kühnert erstmals Bekanntschaft mit der »Bild«-Zeitung. In einem neuen Buch von Kritikern rechnet er nun mit dem Boulevardblatt ab. Ein Auszug aus »Ohne Rücksicht auf Verluste: Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet«.
Kevin Kühnert, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD: »Das Problem ist, dass einige bei ›Bild‹ dem Größenwahn verfallen sind«

Kevin Kühnert, stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD: »Das Problem ist, dass einige bei ›Bild‹ dem Größenwahn verfallen sind«

Foto: Michael Kappeler / dpa

Die Journalisten Mats Schönauer und Moritz Tschermak beobachten und analysieren seit einem Jahrzehnt, wie »Bild« arbeitet. Als ehemaliger und aktueller Chefredakteur von »Bildblog« decken sie regelmäßig Verfehlungen, Falschmeldungen und Verzerrungen der Boulevardredaktion auf. In Ihrem neuen Buch »Ohne Rücksicht auf Verluste: Wie ›Bild‹ mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet« lassen sie Opfer der Berichterstattung zu Wort kommen und sprechen mit Menschen, die »Bild« von innen kennen. Es erscheint am 11. Mai 2021. Hier lesen Sie das gekürzte Nachwort von Kevin Kühnert.

Im Gästezimmer meiner Großeltern, in dem ich als Kind gelegentlich die Nacht verbrachte, stand neben dem Ausklappsofa und einem verstimmten Klavier auch eine etwas in die Jahre gekommene Schrankwand. Zwischen allerlei Staubfängern beherbergte diese auch eine kleine Büchersammlung, in der ich abends gerne stöberte. Ich erinnere mich nicht mehr sehr gut daran, was ich bei diesen Gelegenheiten alles las. Aber ein Buch hat mich gefesselt und blieb langfristig in Erinnerung: Günter Wallraffs Undercover-Recherche »Der Aufmacher« aus dem Innenleben der »Bild«. Seither steht für mich fest, dass dieser Zeitung mit Vorsicht begegnet werden muss.

Als sogenannte Person des öffentlichen Lebens erfahre ich seit mehr als drei Jahren hautnah, was es bedeutet, wenn »Bild« Debatten prägt. Täglich werde ich auf der Straße, in der Bahn oder im Supermarkt erkannt und nicht selten auch angesprochen. Für einen Politiker ist das durchaus eine sehr hilfreiche Ausgangslage. Doch während das letzte Porträt in der »Zeit« oder der Gastbeitrag im SPIEGEL dabei nur selten Erwähnung findet, pflastern Spurenelemente der »Bild«-Berichterstattung meinen Weg. »Ach nee, das Milchgesicht!«, ist so ein Beispiel.

David gegen Goliath

»Dieses Milchgesicht will Merkel stürzen«, schrieb »Bild« nämlich am 17. Januar 2018. Das Milchgesicht war ich. Keine zwei Monate zuvor zum Juso-Vorsitzenden gewählt und direkt in eine recht nervenaufreibende Auseinandersetzung um die Wiederauflage der Großen Koalition hineingestolpert, sollte ich nun der bundesweiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Der zweite Parteitag innerhalb weniger Wochen stand unmittelbar bevor, und für die Vor- und Nachberichterstattung wurden die Rollen verteilt: der glücklose Parteichef Martin Schulz, Andrea »Bätschi« Nahles, die vermeintlich zitternde Kanzlerin und als David gegen die vielen Goliaths halt das Milchgesicht von den Jusos. »Juso-Chef« genügte offenbar nicht, vielleicht weil zu viele die Jusos nicht kannten und dahinter wohl irgendeine Jesus-Jugendgruppe vermutet hätten.

Im Januar 2018 häuften sich die Kontaktaufnahmen durch die »Bild«-Redaktion. Und mit jeder Anfrage trat jemand anderes auf den Plan. Manches lud zum Schmunzeln ein, so zum Beispiel die Anfrage aus dem »Bild«-Parlamentsbüro für das Format »Fahrt ins Wochenende«, bei dem Politiker im Dienst- oder Privatwagen ins Wochenende begleitet werden. Da ich ehrenamtlich Politik mache und weder über einen Dienstwagen, noch über einen privaten Pkw verfüge, musste ich »leider« absagen.

Der nächste Geschichtenjäger stellte sich per E-Mail als Chefreporter vor und hatte für das digitale Kennenlernen gleich mal ganz tief in seinen investigativen Werkzeugkoffer gegriffen. Er schrieb:

  • Noch eine Bitte: da wir zu morgen noch ei [sic] SPD-Stück machen, in dem Herr Kühnert vorkommt, bitte ich Sie noch um etwas Persönliches zu Herrn Kühnert:

  • Sie erwähnten, dass er noch arbeitet:
    WAS UND WO, WIE VIELE STUNDE/WOCHE

  • Ist er liiert

  • Wie groß ist er?

  • Hobbys

  • Herkunft

  • Vorbild in der SPD – noch schöner: unter den alten Juso-Chefs

  • Sieht er sich selbst als linker Sozialdemokrat?

Wir beantworteten ihm recht wortkarg alle Fragen, die noch im Entferntesten etwas mit Politik zu tun hatten, und verwiesen des Weiteren auf eine presseöffentliche SPD-Versammlung, auf der ich noch am selben Abend in Berlin-Friedenau zur Frage der Großen Koalition eine Podiumsdiskussion hatte. Es war der 16. Januar, noch vier Tage bis zum Parteitag in Bonn.

»Ohne Rücksicht auf Verluste«

In den Fokus gerieten nun die 463.723 Mitglieder der SPD. Oder besser gesagt: einige wenige von ihnen. Denn pünktlich zum Meldeschluss für abstimmungswillige SPD-Neumitglieder am 6. Februar um 18 Uhr titelte »Bild« tags darauf: »Ausländer dürfen über deutsche Regierung abstimmen«. Und Chefredakteur Julian Reichelt spuckte auf Seite 2 in einem Kommentar Gift und Galle. »Nur Deutsche können also entscheiden, wer Deutschland regiert«, hielt er wutschnaubend fest, um kurz darauf zu konstatieren, die SPD würde dieses »eigentlich unumstößliche Prinzip« mit ihrem Mitgliedervotum unterwandern. Insbesondere Kühnert würde »ohne Rücksicht auf Verluste« mobilisieren. Kleiner hatte er es nicht im Angebot.

Einatmen. Ausatmen. Stimmte das wirklich? Der erste Teil streng genommen schon. Die Wählerinnen und Wähler entsenden bei der Bundestagswahl Abgeordnete in den Deutschen Bundestag. Der Bundestag wählt Kanzler beziehungsweise Kanzlerin, der oder die anschließend ein Kabinett vorschlägt, welches vom Bundespräsidenten ernannt wird. Alle an diesem demokratischen Prozess Beteiligten müssen qua Gesetz deutsche Staatsbürger sein. Nur unterschlägt Julian Reichelt, dass die Mitglieder der SPD in keine Phase dieses Prozesses aktiv eingriffen. Selbst wenn sie gewollt hätten, sie hätten es gar nicht gekonnt.

Das Einzige, worüber sie abzustimmen hatten, war ein Koalitionsvertrag. Also eine Verabredung über politische Ziele und Projekte zwischen CDU, SPD und CSU, die frei gewählten Abgeordneten niemals ins Handwerk pfuschen kann. Solche Koalitionsverträge wurden und werden von allen Parteien, die irgendwo eine Regierung tragen, beschlossen. Zum Beispiel auf Parteitagen. So stimmten bei der CDU im Jahr 2013 sage und schreibe 181 Delegierte über den Eintritt in eine Große Koalition ab. Die Legitimation war also viel geringer als bei der SPD, die 2018 bereits zum zweiten Mal alle ihre Mitglieder zur Abstimmung rief.

Selbstverständlich wusste Julian Reichelt das alles. Aber es hielt ihn nicht davon ab, seine Leser aufzustacheln. Immerhin waren wir zu diesem Zeitpunkt im fünften Monat nach der Bundestagswahl und die Ungeduld ob der schleppenden Regierungsbildung wuchs. Da verfing so eine ordentliche Portion Volkszorn natürlich bestens. Garniert wurde das Ganze in der Berichterstattung dann noch mit Zitaten eines Staatsrechtlers, der artig zu Protokoll gab, dass er das alles als »verfassungsrechtlich höchst fragwürdig« empfinde. Nur um im darauffolgenden Satz kleinlaut einzugestehen, dass das Bundesverfassungsgericht das Verfahren in der Vergangenheit mehrmals bestätigte. Und so blieb der mit viel Pathos insinuierte Skandal aus, nicht jedoch, ohne der SPD noch eine amtliche Breitseite zu verpassen. Irgendwas wird schon hängen bleiben.

Ein Hund namens Lima

Lima war damals drei Jahre alt, eine Hündin und – so die Redaktion – kürzlich SPD-Mitglied geworden. Zudem war Lima spanischer Herkunft, allerdings schien der Status als »Ausländerin« hier ausnahmsweise keine besondere Aufmerksamkeit zu genießen. Und so platzierte die Redaktion in einem länglichen Artikel mit stolzgeschwellter Brust eine Aneinanderreihung von E-Mails und anderen Schriftstücken, die innerhalb der vorangegangenen zwei Wochen an Lima verschickt wurden. Der mit Abstand größte Teil waren automatisierte SPD-Mitgliedermailings. So wurden weitere Zweifel am SPD-Mitgliederentscheid gesät. Seht her, jetzt lassen die verrückten Sozis sogar schon Hunde über das Schicksal des Landes abstimmen!

Doch auch in diesem Fall argumentierte »Bild« an den Tatsachen vorbei. Ja, mit entsprechend böswilliger Motivation kann man in der SPD – wie auch in jeder anderen Partei – Fantasiepersonen online als Neumitglieder registrieren lassen. Schließlich können Parteien aus guten Gründen nicht auf das Melderegister zugreifen, um mal eben Daten abzugleichen. So weit, so unspektakulär. Doch darum ging es »Bild« ja gar nicht. Das Blatt trat an, den Beweis zu erbringen, dass Hinz und Kunz den Mitgliederentscheid der SPD manipulieren könnten. Ein erheblicher Vorwurf.

Es gab da nur noch ein klitzekleines Problem, denn »Bild« hatte eine nicht ganz unwesentliche Information unterschlagen. Voraussetzung zur Teilnahme an der Abstimmung war das Ausfüllen einer eidesstattlichen Versicherung, die den Abstimmungsunterlagen beigefügt werden musste. Die Titelüberschrift »Dieser Hund darf über die GroKo abstimmen« war – bei allem Respekt vor den Fähigkeiten von Lima – die gedruckte Unwahrheit. Wäre tatsächlich ein Stimmzettel im Namen von Lima eingegangen, dann hätten sich Herrchen, Frauchen oder Nikolaus Blome wohl strafbar gemacht.

Das Verschweigen dieser Tatsache stieß auch dem Presserat unangenehm auf, sodass dieser wenige Wochen später die Berichterstattung wegen eines Verstoßes gegen die im Pressekodex verankerte Sorgfaltspflicht missbilligte. Mitbekommen haben dürfte das aber freilich kaum jemand, während der »Bild«-Titel ausgiebig in aller Munde war.

Juri und die bösen Russen

Für die Redaktion müssen es anstrengende Wochen gewesen sein. Denn nicht nur Lima nahm hechelnd Anlauf, das Mitgliedervotum der SPD zu torpedieren. Nein, »Bild« war in diesen Tagen noch einer weiteren großen Sache auf der Spur. Ein anonymer Hinweisgeber wollte nämlich über belastbare Hinweise verfügen, dass Milchgesicht Kühnert im Bunde mit einem Russen namens Juri soziale Netzwerke für gesteuerte Stimmungsmache gegen die Neuauflage der Großen Koalition nutzen wollte. Auszüge des mutmaßlichen Mailverkehrs wurden der Redaktion zugespielt. Und während sich Julian Reichelt vor unserem inneren Auge drei Zigaretten gleichzeitig anzündet – eine große House-of-Cards-Story fest im Blick –, musste der schwer beschuldigte Juso-Chef ja zumindest noch mit den Vorwürfen konfrontiert und um Stellungnahme gebeten werden.

Und so erreichte uns am 15. Februar am Göttinger Hauptbahnhof eine E-Mail aus der Redaktion. Wir waren mitten in unserer NoGroKo-Tour und hetzten von Termin zu Termin, als wir mit den Anschuldigungen erstmals konfrontiert wurden.

Unsere Reaktion schwankte zwischen hysterischem Lachen ob der Absurdität der Geschichte und ernsthafter Sorge, wie man in einer so sensiblen Phase solch schwerwiegende Vorwürfe zügig und glaubwürdig ausräumen kann. Auch war zu diesem Zeitpunkt ja noch gar nicht absehbar, welche Wellen der Vorgang schlagen würde. Bleibt es eine »Bild«-Geschichte oder springen andere Medien auf? Wie soll ich in den kommenden zwei Wochen täglich mehrere Diskussionen vor großem Publikum und quer durch alle Medien bestreiten, während für Außenstehende die Frage im Raum steht, ob ich meine politischen Ziele vielleicht mithilfe russischer Hacker durchsetzen möchte? Und überhaupt: Wer bringt so was in Umlauf? Und weshalb?

Wir gingen arbeitsteilig vor. Während ich versuchte, mein Tagesprogramm zu bewältigen, kümmerte sich Benni um die Causa Juri. Er sprach mit der Parteizentrale, holte unter anderem die Einschätzung aus dem Justiziariat der SPD ein. Wahrheitsgemäß wiesen wir alle Vorwürfe zurück. Erläuterten auch, weshalb der Mailverlauf aus technischen Gründen nicht authentisch sein könne, dass mein Englisch für das Sprachniveau in den uns präsentierten Mails nicht ausreiche und dass ich auch noch nie eine Mail mit »Kev« gezeichnet hätte. Das Parteijustiziariat teilte »Bild« mit, dass routinemäßig erwogen werde, Strafanzeige gegen unbekannt zu stellen.

Am Nachmittag erreichten uns weitere »Bild«-Nachfragen, unter anderem mit der Bitte um Authentifizierung der Serverdaten. All das fühlte sich wie ein ganz mieser Film an, aber wir hatten kurzfristig alles Menschenmögliche unternommen, um zur Aufklärung beizutragen. Was blieb, war die beklemmende Frage, wie die Berichterstattung am nächsten Tag wohl ausfallen würde.

Die Klarstellung fand sich im allerletzten Satz

Meine erste Titelgeschichte in der »Bild«  hatte ich mir anders vorgestellt. Ich war entsetzt, als ich den Aufmacher der Druckausgabe vom 16. Februar 2018 weiß auf schwarz vor mir sah: »Neue Schmutz-Kampagne bei der SPD! Es geht um brisante Mails, den Juso-Chef und einen Mann namens Juri«. Und im Blatt: »SPD will Strafanzeige wegen E-Mail erstatten«. Kein Wort an prominenter Stelle, das die Glaubwürdigkeit der Quelle infrage stellte. Kein klar erkennbarer Hinweis auf dem Titel darauf, dass wir die Vorwürfe rundheraus und unmissverständlich zurückgewiesen hatten. Der Satz »Seine Erklärung gegenüber BILD klingt plausibel« wurde in einem Bildtext auf Seite 2 versteckt. Und die Klarstellung, dass es für die Echtheit der Mails keine Beweise gab, fand sich im allerletzten Satz des dazugehörigen Artikels. Für Außenstehende blieb hängen, dass die Angelegenheit zwar unübersichtlich sein mochte, die SPD und das Milchgesicht aber nicht so ganz koscher sein können. Na, herzlichen Dank!

Warum hebt die »Bild« eine Geschichte auf den Titel, für die sie keine stichhaltigen Beweise hat und bei der sie die Verteidigungslinie des Beschuldigten selbst als plausibel klassifiziert? Warum attestiert sie eine »Schmutz-Kampagne bei der SPD«, wenn eigentlich vieles dafür spricht, dass es sich um eine Schmutzkampagne GEGEN die SPD handelt? Warum leitet die »Bild« ihren Artikel mit der Feststellung ein: »Die SPD kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus«, wenn die »Bild« selbst dafür verantwortlich ist, die SPD trotz mehr als dürftiger Informationslage exakt dort platziert zu haben? Die Antwort ist so einfach wie ernüchternd: Weil »Bild« es kann. Und weil sie es will.

Für Außenstehende mag der entscheidende Plottwist sein, dass sich einige Tage und Wendungen später das Satiremagazin »Titanic« als Urheberin der Geschichte zu erkennen gab. Für mich bestand der Plottwist jedoch vielmehr darin, dass dieser Versuch, »Bild« einen vermeintlichen Skandal unterzujubeln, erfolgreich war. Und dass er Bild demaskierte.

Grund zur Freude ist das nicht, eher schon zur Sorge. Denn im Winter 2018 zeigte sich ganz ungeschminkt das Bild einer Politikredaktion, die an Kampagnen arbeitet. Aus nicht enden wollenden Koalitionsverhandlungen und allgemeiner GroKo-Unlust wurde eine toxische Mischung angerührt, in der die SPD einem ausgiebigen Säurebad unterzogen werden sollte.

Dabei hat die »Bild«-Zeitung mehrfach ihre Rolle als einordnende Beobachterin verlassen, um selbst ins Geschehen einzugreifen. Sie hat sich dazu entschieden, das große politische Theaterstück nicht nur zu beschreiben, sondern es phasenweise in ein Improtheater zu verwandeln. Eines, in dem neue Regieanweisungen aus dem Publikum gerufen, Hauptdarsteller nach Belieben umgruppiert und Statisten bei Bedarf flexibel ins Stück eingeführt werden. Und schlussendlich war sie sogar bereit, einer mehr als abenteuerlichen Räuberpistole die ganz große Bühne zu geben.

Der Preis der Wahrhaftigkeit

Nicht etwa, weil das journalistisch geboten gewesen wäre. Das Gegenteil war der Fall, und so hagelte es kurz darauf auch einen weiteren Rüffel des Presserats, diesmal eine Rüge für die Titelseite vom 16. Februar. Nein, die »Bild« schluckte die Satire der »Titanic« vielmehr voller Dankbarkeit und Begeisterung, weil dieser sorgsam ausgelegte Köder so hervorragend in ihren Speiseplan hineinpasste. Es muss ein Moment großen Glücks gewesen sein, erkauft um den Preis der Wahrhaftigkeit.

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Das Problem ist nämlich nicht, dass »Bild« eine Boulevardzeitung ist. Vielfältiger Politikjournalismus braucht auch den Boulevard. Und gegen emotionalisierte und personalisierte Berichterstattung ist nichts einzuwenden, solange journalistische Grundstandards gewahrt bleiben. Der Rest ist Geschmackssache.

Das Problem ist vielmehr, dass einige bei »Bild« dem Größenwahn verfallen sind, Schicksal spielen zu können. Und dass sie zu oft damit durchkommen, weil wir sie gewähren lassen. Ich habe meine Lektion diesbezüglich Anfang 2018 gelernt und verstanden, dass unmissverständlich Abstand gehalten werden muss, wenn methodische Grenzen überschritten werden. Und heute, drei Jahre später, weiß ich, dass man auf diese Weise abends auch besser in den Schlaf findet.

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