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Versicherungen Allianz-Deal noch offen

aus DER SPIEGEL 32/1996

Das Bundeskartellamt prüft die Verbindungen der Versicherungsriesen Allianz und Münchener Rück auf einer neuen rechtlichen Grundlage. Die Wettbewerbshüter gehen von einem Urteil des Bundesgerichtshofes von Mitte November 1995 aus. Es besagt, daß auch ohne Beherrschungsverträge und ohne einen Konzernverbund eine gegenseitige Verflechtung zwischen zwei Firmen vorliegen kann. Das Kartellamt sucht daher nach Anhaltspunkten für eine gegenseitige Rücksichtnahme. Die Allianz und die Münchener Rück sind auf vielfältige Weise miteinander verwoben. Erst jüngst übertrug die Allianz bei einer Tauschaktion ihren Mehrheitsanteil an der Deutschen Krankenversicherung der Münchener Rück, damit die 1994 akquirierte Vereinte Versicherung weiter voll bei der Allianz bleiben kann. Das Kartellamt hatte eine Trennung angemahnt. Zum Ausgleich übernahm der Assekuranzriese den Kreditversicherer Hermes. Allianz und Münchener Rück halten rund 20 wichtige Beteiligungen gemeinsam. Bei einer Untersuchung im Jahr 1991 konnte das Kartellamt gleichwohl keinen »Gleichordnungskonzern« nachweisen - deshalb gehen die Versicherungsmanager nun davon aus, keine Probleme zu bekommen. Es handele sich um einen »sehr subjektiven Optimismus«, so Kartellamtssprecherin Elke Zeise: Es gebe einige Punkte, die sich die Behörde »sehr genau anschaue« - das Ergebnis sei »absolut offen«.

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Beteiligungen der Versicherungsriesen

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