Allianz Neue Aktien gegen die Krise

Nach dem ersten Verlust in der Nachkriegsgeschichte will sich die Allianz frisches Kapital in Milliardenhöhe beschaffen. Der Großteil davon soll durch die Ausgabe neuer Aktien eingefahren werden. Der Allianz-Kurs brach ein.


Allianz-Hauptsitz in München-Unterföhring
DDP

Allianz-Hauptsitz in München-Unterföhring

München - Geplant seien eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe einer Anleihe, hieß es in einer Mitteilung des Versicherungs-Riesen. Im vergangenen Jahr erlitt der Konzern wegen der Krise bei der Dresdner Bank, der Talfahrt an den Börsen und der Jahrhundertflut einen Verlust von knapp 1,2 Milliarden Euro. Ohne Beteiligungsverkäufe wäre das Minus noch höher ausgefallen. Im Jahr zuvor hatte der Konzern noch einen Gewinn von 1,6 Milliarden Euro gemacht.

In den vergangenen Wochen war der Kurs der Allianz-Aktie wegen der Spekulationen über eine Kapitalerhöhung stark unter Druck geraten. Mit den Kapitalmaßnahmen mit einem Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro solle die Kapitalbasis gesichert werden, sagte der scheidende Allianz-Chef Henning Schulte-Noelle. 3,5 bis 4 Milliarden Euro will sich der Konzern dabei durch die Ausgabe neuer Aktien beschaffen.

Im Zuge der Transaktionen wollen Münchener Rück und Allianz ihre Überkreuzbeteiligungen auf jeweils nur noch 15 Prozent reduzieren. "Wir machen uns dadurch unabhängiger von der jeweiligen Gewinnentwicklung des anderen", sagte der künftige Allianz-Chef Michael Diekmann.

Die Allianz-Aktie hat wenige Minuten nach Börsenstart am Donnerstag um 7,69 Prozent auf 59,82 Euro verloren.



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