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10. Januar 2007, 10:56 Uhr

Alternative Ölquellen

Tanker statt Pipeline

Seit zwei Tagen hat die Pipeline "Druschba" kein Öl mehr nach Deutschland geliefert. Nun sucht die hiesige Mineralölwirtschaft nach Alternativen. Hilfe soll ein Ostsee-Tanker bringen.

Schwedt - Durch die Pipeline "Druschba" ist auch am Mittwochmorgen noch kein neues Öl nach Deutschland gekommen. Das sagte eine Sprecherin der PCK-Raffinerie im brandenburgischen Schwedt. Das Werk bekommt nun seit zwei Tagen kein Rohöl mehr über die "Druschba". Hintergrund für den Lieferstopp ist ein Streit zwischen Russland und Weißrussland über Öllieferungen nach Westen.

Heute erwartet das Unternehmen nun die Ankunft eines Tankers mit 80.000 Tonnen Rohöl in Rostock. Von dort führt eine Leitung nach Schwedt. Die Raffinerie verarbeitet gewöhnlich 31.000 Tonnen pro Tag, gestern wurde die Produktion leicht gedrosselt. Die Versorgung sei jedoch gesichert, erklärte das Unternehmen.

Auch die zweite betroffene deutsche Raffinerie, Leuna in Sachsen-Anhalt, musste ihre Produktion herunterfahren. Derzeit laufe die Anlage nur noch zu 70 Prozent, sagte eine Sprecherin. Wann die "Druschba"-Leitung wieder in Betrieb gehe, sei derzeit noch nicht abzusehen.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte heute bei einem Besuch der Erdölraffinerie in Schwedt, die Bundesrepublik sei dauerhaft dafür gerüstet, einen Lieferstopp zu verkraften. Die Versorgungssicherheit sei weder heute noch in Zukunft gefährdet. Verbraucher und Industrie brauchten keine Engpässe in der Kraftstoffversorgung zu befürchten.

wal/dpa-AFX/ddp

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